Gesundheit Reportagen


Schweinegrippe grassiert weiter: Richtiges Niesen verhindert Ansteckung

Von Silke Koppers 6. Jul 2009, 16:17

mp Düsseldorf - Richtiges Niesen und Husten in Zeiten der Schweinegrippe will gelernt sein. Statt wie üblich die Hand vor den Mund zu nehmen, sollte besser in die Armbeuge geniest oder gehustet werden. Darauf machen auch Plakate in England aufmerksam. Andy B/Flickr

mp Düsseldorf - Richtiges Niesen und Husten in Zeiten der Schweinegrippe will gelernt sein. Statt wie üblich die Hand vor den Mund zu nehmen, sollte besser in die Armbeuge geniest oder gehustet werden. Darauf machen auch Plakate in England aufmerksam. Andy B/Flickr

Richtiges Niesen und Husten in Zeiten der Schweinegrippe will gelernt sein. Statt wie in Deutschland und anderen westlichen Industriestaaten üblich die Hand vor den Mund zu nehmen, sollte besser in die Armbeuge geniest oder gehustet oder der Mund mit einem Taschentuch bedeckt werden. Dadurch wird die Ausbreitung der Viren besser verhindert, als wenn die Hand vor den Mund gehalten wird. Denn nur selten schreiten Menschen dann zum Händewaschen, sondern reichen mit dem nächsten Griff zur Türklinke oder der Begrüßung von Kollegen die Viren unsichtbar, aber effizient an andere Personen weiter.

In den USA läuft deshalb laut der 'Ärzte Zeitung' eine Kampagne 'Cover your Cough' (Bedecke Deinen Husten), in der auf falsches Verhalten hingewiesen und richtiges aufgezeigt wird. Dazu gehört es auch, andere auf ihre Fehler in Sachen Husten und Niesen hinzuweisen. Während dies als höflich propagiert wird, gilt es als unhöflich, andere eventuell durch sein Verhalten anzustecken. Ähnlich agiert Großbritannien mit entsprechender Plakatwerbung.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jüngst darauf hingewiesen, dass Vorsicht angesichts der grassierenden Schweinegrippe immer noch geboten ist. Denn das H1N1-Virus breitet sich weltweit kontinuierlich aus. Insgesamt wurden mittlerweile 93 700 Schweinegrippeerkrankungen bestätigt, ein Zehntel davon in Europa. Seuchenexperten vermuten eine deutlich höhere Zahl als offiziell gemeldet.

Die größten Auswirkungen hat das Virus auf Menschen unter 50 Jahren. 80 Prozent der im Krankenhaus behandelten Opfer sind jünger, das durchschnittliche Alter der an Schweinegrippe verstorbenen Menschen liegt bei 37 Jahren. Damit verhält es sich anders als bei der sonst üblichen Influenza, die hauptsächlich über 65-Jährige trifft. Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes sowie Herzkranke und Schwangere sind besonders durch das H1N1-Virus gefährdet. Mit einem schweren Verlauf der Krankheit müssen auch fettleibige Menschen rechnen. In den USA ist beobachtet worden, dass bei ihnen die Symptome wie Erkältungserscheinungen, Fieber und ein starkes Schwächegefühl ausgeprägter vorkommen als bei normalgewichtigen Menschen.

Wer grippeähnliche Symptome bei sich feststellt, sollte umgehend einen Arzt oder eine Ambulanz aufsuchen. Ein Test zeigt, ob es sich um eine Infektion mit dem Schweinegripppevirus handelt oder nicht. Gegebenenfalls sollte vor Ort eine entsprechende Versorgung des Patienten stattfinden. Auf keinen Fall sollte dieser sich ohne weiteres nach Hause schicken lassen. Dies ist jüngst in einem Hannoveraner Krankenhaus geschehen.

© 2009 Global Press

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