TV Star Portrait
Erdogan Atalay - 'Es hat eingeschlagen wie eine Bombe'
Erdogan Atalay spielt zum 200. Mal Semir Gerkan in 'Alarm für Cobra 11' (neue Folgen ab 03.09., donnerstags, 20.15 Uhr, RTL)
Von Elisabeth Singer 1. Aug 2009, 07:55

Erdogan Atalay spielt seit 13 Jahren die Hauptrolle in der RTL-Actionserie 'Alarm für Cobra 11'. © RTL / Pick
Seit 13 Jahren jagt Erdogan Atalay in der RTL-Serie 'Alarm für Cobra 11' als Autobahnpolizist Semir Gerkan Verbrecher im Wahnsinnstempo über deutsche Straßen. Dabei kracht es zwangsläufig in jeder Folge, und eine Explosion folgt der nächsten. Seit 2008 ist nun Tom Beck alias Ben Jäger der Mann an Gerkans Seite, der ihn bei den actionreichen Ermittlungen unterstützt. Atalays Partner wechselten seit Beginn der Actionserie häufig. Er selbst hingegen ist der Fels in der Serienbrandung und seit der dritten Folge dabei. Am Donnerstag, 3. September, zeigt RTL die 200. Folge von 'Alarm für Cobra 11' und startet damit die 15. Staffel des Erfolgsformats.

Wie lange der 42-jährige Deutschtürke, der mit seiner Frau und seiner achtjährigen Tochter in Berlin lebt, noch für die Autobahnpolizei durchs Feuer gehen will und wofür er sich privat begeistert, erzählt Atalay im Interview.
teleschau: Mit welchem Auto heizen Sie am liebsten über die Serien-Straßen?
Erdogan Atalay: Den Dienstwagen, den ich in der Serie habe, finde ich sehr gut. Ich habe schon viele Autos gefahren, aber der BMW 3er ist ziemlich weit vorne. Der Wagen hat ein tolles Handling. Dummerweise schreitet die Technik immer mehr voran.
teleschau: Dummerweise?

Atalay: Die Handbremsen werden etwa auf Elektronik umgestellt, sodass man die neuen Modelle nicht mehr so gut schleudern kann. Eine 180°-Drehung ist noch drin, aber bei der 90°-Drehung wird es schon schwer. Da müssen wir oft einiges umbauen, damit sich die Autos noch schleudern lassen.
teleschau: Reizt Sie die Geschwindigkeit? Könnten sie sich vorstellen, Autorennen zu fahren?
Atalay: Ich habe zwar eine Rennlizenz, aber mir fehlt die Zeit, um an Rennen teilzunehmen. Das bisschen Freizeit, das ich habe, verbringe ich bei meiner Frau und meiner Tochter in Berlin. Was ich allerdings gerne fahren würde, ist ein Rennjetski.

Für unsere Produktion konnte ich einmal auf zwei davon sitzen, der eine hatte 270 PS, der andere 400. Das ist wie eine Rakete auf dem Wasser. Ich heizte damit neun Stunden übers Wasser. Dafür konnte ich mich danach drei Tage lang nicht mehr bewegen, weil ich so einen Muskelkater hatte (lacht).
teleschau: Hätten Sie gedacht, dass Sie mehr als 200 Folgen 'Alarm für Cobra 11' drehen würden, als Sie vor 13 Jahren anfingen?
Atalay: Am Anfang wusste keiner so genau, was daraus wird. Es waren auch nur sieben Folgen geplant, weil die Produktion so teuer war. Es war ein Testprogramm, um zu sehen, ob Action aus Deutschland überhaupt beim Publikum ankommt. Aber dann hat es eingeschlagen wie eine Bombe.
teleschau: Woran machen Sie den dauerhaften Erfolg fest?
Atalay: Ich glaube nach wie vor, dass das etwas mit der Entwicklung zu tun hat, die 'Cobra 11' machte. Wenn man die Folgen vom Anfang mit denen von heute vergleicht, haben die inhaltlich gar nicht mehr so viel miteinander zu tun. Wir arbeiten so hart daran, und es bleiben immer noch Möglichkeiten offen. In erster Linie hängt das mit den Büchern, mit der ganzen Dramaturgie der Geschichte zusammen. Die bekam - wie auch die Action - in den letzten Jahren eine unglaubliche Professionalität. Das kann man aber nur wissen, wenn man die Serie auch verfolgt hat. Es hat sich unglaublich viel getan an dem Format.
teleschau: Hatten Sie Einfluss auf die Entwicklung ihrer Rolle?
Atalay: Wir arbeiten alle zusammen. Die Schauspieler sind auch in die Buchentwicklung eingebunden. Ich gebe immer wieder Anregungen. Ich kann meine Figur nur schwer beschreiben. Aber wenn man mir eine Situation nennt, könnte ich sagen, wie Semir reagiert.
teleschau: Wird die Rolle nach so langer Zeit ein Stück weit Teil der eigenen Persönlichkeit?
Atalay: Ich gehe mit Semir ab und zu einkaufen - leider hat er einen ganz anderen Geschmack als ich. Dann stehen wir da und unterhalten uns. Das mag für andere Leute schizophren aussehen (lacht). Nein, im Ernst, es lässt sich gar nicht verhindern, dass da etwas abfärbt.
teleschau: In der Serie passiert ein Crash nach dem nächsten, Autos fliegen in die Luft, Menschen sterben - in der Realität ein wahres Horrorszenario. Warum kommt das im Fernsehen so gut an?
Atalay: Wir bewegen uns eben am Rand der Realität - was wir zeigen, ist Fiktion. Die spektakulären Szenen, die wir drehen, passieren in Wirklichkeit recht selten. Es hat etwas damit zu tun, dass man sich als Zuschauer einfach zurücklehnen und sich das Spektakel anschauen kann, ohne direkt beteiligt zu sein. Diese Art von Sensation mögen viele Menschen, ich selbst auch. Als damals etwa der Irakkrieg ausbrach, dachte ich, dass die Menschen keine Action mehr sehen wollen, weil es davon genug in Nachrichten-Live-Übertragungen gibt. Aber die Zuschauer können sehr gut zwischen Fiktion und Realität unterscheiden.
teleschau: Gibt es noch neue Herausforderungen bei den Stunts, die Sie für 'Alarm für Cobra 11' selbst machen, oder wiederholen sich immer wieder die gleichen Abläufe?
Atalay: Die kenne ich zwar mittlerweile. Aber auch, wenn sich die Stunts inzwischen ähneln, gibt es immer dieses Fünkchen Risiko: Physikalische Kräfte werden zwar im Vorfeld berechnet, aber bis ins kleinste Detail kann man den Ablauf nicht vorhersagen. Deshalb muss ich sehr wach bleiben. Wenn wirklich mal etwas passiert, wird man sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Angst ist ein schlechter Begleiter, aber Respekt ist bei den Dingen, die wir machen, durchaus angebracht.
teleschau: Würden Sie gerne mal in einer richtig großen Hollywood-Action-Produktion mitmachen?
Atalay: Sicher, obwohl die im Prinzip auch nicht viel anders machen als wir. Der Unterschied ist, dass sie unglaublich viel Zeit zur Verfügung haben. Die drehen an einer Verfolgungsjagd manchmal eine Woche, da würde ich mich zu Tode langweilen und fragen, wann es endlich weitergeht (lacht). Es wäre sicher interessant, einmal zu sehen, wie dort gearbeitet wird. Aber Amerika ist weit, weit weg. Einen Film gibt es allerdings, in dem ich wahnsinnig gerne mitgespielt hätte, weil ich ihn so toll finde: 'Gran Torino' von Clint Eastwood. Tolles Buch, sensationell gespielt. Ich würde sehr gerne in einem Film mitspielen, bei dem Clint Eastwood Regie führt.
teleschau: Würden Sie überhaupt gern in eine andere Rolle als die des Semir Gerkan schlüpfen? Er begleitet Sie schließlich seit 13 Jahren ...
Atalay: Ja, sicher. Ich möchte nicht um jeden Preis etwas anderes machen, aber wenn mich ein Projekt interessiert, sehr gern. Semir wird schließlich irgendwann in den Ruhestand gehen. Entweder bringen ihn die Zuschauer in Rente, weil sie ihn nicht mehr sehen wollen (lacht), oder mein eigenes Alter.
teleschau: Sie schrieben sowohl für eine 'Cobra 11'-Folge als auch 2002 für den Zeichentrickfilm 'Alibaba' das Drehbuch. Könnten Sie sich vorstellen, dafür die Schauspielerei an den Nagel zu hängen?
Atalay: Schauspieler spielen, solange sie können. Eine richtige Rente gibt es da ja nicht. Schauspielerei hat auch viel mit Leidenschaft zu tun, im Prinzip habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Das Drehbuchschreiben kann ich zum Glück aus Lust und Tollerei machen, da treibt mich niemand. Jeder Mensch tut Dinge, die er nicht tun muss, die aber einfach unheimlich Spaß machen.
teleschau: Seit Mai sind Sie Botschafter für den Kinder- und Jugendverein 'Arche e.V.' in Köln. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Atalay: Ich sah einen Bericht über die Arbeit von Bernd Siggelkow (Gründer der 'Arche', Anm. d. Red.). Dem Großteil der Bevölkerung ist nicht bewusst, dass es Gegenden in Deutschland gibt, die in eklatanter Form von Armut betroffen sind. Immer mehr Menschen rutschen in die Arbeitslosigkeit und schaffen es nicht, mit dem bisschen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, auf einen grünen Zweig zu kommen. In erster Linie geht es aber um die Kinder.
teleschau: Wurde Ihr soziales Engagement stärker, seit Sie selbst Vater einer Tochter sind?
Atalay: Ja, auch wenn es mich schon länger interessiert. Man wird schier verrückt, wenn man sieht, wie viele soziale Baustellen es eigentlich gibt. Deshalb engagiere ich mich auch für andere Projekte, etwa die Direkthilfe Uganda oder die 'Stiftung Lesen'. Man fragt sich einfach, welche Art von Welt wir als Erwachsene unseren Kindern präsentieren wollen. Ich hoffe, dass sich mehr Menschen für ein Projekt interessieren, wenn sie mein Gesicht damit verbinden.
teleschau: Sie wurden in Hannover geboren und studierten in Hamburg. Jetzt wohnen mit ihrer Familie in Berlin. Was schätzen Sie besonders an der Hauptstadt?
Atalay: Die Größe. Außerdem bin ich ein großer Liebhaber der alten Bauten, deshalb liebe ich den Stadtteil Unter den Linden. Obwohl viel von Berlin zerstört wurde, gibt es immer noch unglaublich viele schöne Ecken. Zudem ist Berlin eine Weltstadt mit einer unglaublichen Szene. Es passieren ständig neue Dinge. Man kann machen, was man will, und niemand nimmt so richtig Notiz von einem. Berlin ist eine tolerante Stadt, es gibt viele durchgeknallte Leute hier.
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Kommentiere diesen ArtikelAlarm für Cobra 11 - 03.09.2009 20:15 - RTL
3. Sep 2009, 20:15
Seit über 13 Jahren und inzwischen mehr als 200 Folgen jagt ein Team aus Polizisten fiese Verbrecher über die Autobahn und sorgt dabei regelmäßig für Verkehrschaos und jede Menge schrottreife Fahrzeuge. Rund 3.400 Autos mussten in 'Alarm für Cobra 11' bisher dran glauben, und die Macher denken noch lange nicht ans Aufhören. Dafür kommt die RTL-Actionserie bei den Zuschauern einfach zu gut an: Bis zu fünf Millionen Menschen schalten ein, wenn am Donnerstagabend die Autobahn brennt. Die 200. Folge ist zugleich Pilotfilm der 15. Staffel. Wieder mit dabei: 'Cobra 11'-Urgestein Erdogan Atalay, sein Partner Tom Beck und jede Menge Gaststars. In 'Das Ende der Welt' (20.15 Uhr, RTL) geht es um nichts weniger als die Rettung der Erde. Mittendrin: Oliver Pocher. ... mehrMehr über Erdogan Atalay
"Erdogan Atalay" (* 22. September 1966 in Hannover) ist ein deutscher Schauspieler. Seine Mutter ist Deutsche und sein Vater türkischer Herkunft. ....mehr Mehr Artikel ...Ihre Meinung!
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Erdogan Atalay ist ein sehr lustiger Mensch und spielt seine Rolle als Semir Gerkhan total toll
ich bin ein riesen Fan von ihm
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FADILE27. Nov 2009, 14:39
SEMIR SPIELT SEINE ROLLE WIRKLICH SEHR GUT
DASS SOL AUCH SO BLEIBEN VÜR IMMER
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