Musik Kritiken
CD Kritik: Die Welt von unten gesehen von Alexandra Lehmler Quintett
Von Rainer Molz 13. Aug 2009, 12:40

Sie ist gebürtige Bad Emserin, lebt aber schon seit geraumer Zeit in Mannheim. Von der Lahn an den Rhein – von Swingin´ Bad Ems zu Enjoy Jazz Mannheim – oder so ähnlich. Alexandra Lehmler (Alt- und Sopransaxophon, Bassklarinette) bereichert seit neun Jahren, 2007 erschien ihr Debüt „Sundance“, mit ihrer Truppe die europäische Jazzszene. An ihrer Seite vier weitere Talente des Jazz vereint in einem Quintett namens A-L-Q.
Mit „Die Welt von unten gesehen“ - über den Schatten des Modernen Jazz springen - erspielt sich das A-L-Q Quintett um die Saxophonistin Alexandra Lehmler weitere Erfolgssporen ein. Erstaunlich professionell ist das aktuelle Werk gelungen. Viele musikalische Schattierungen und Kolorierungen verbinden sich auf einem breiten und fein abgestuften, ziselierten Spielfeld der Jazzmusik. Es klingt mal Latin mal Oriental, mal Frankophil mal breit und ausgeprägt weltumspannend. Nuancenreich, verspielt, voller spannender Ideen, erfrischend und vital. Etwas Effekthascherei darf dabei nicht fehlen. Elektronische Spielereien mischen sich unter so manche Komposition. Klangwelten erschaffen und diese zum Leben erwecken. Ein gelungenes Miteinander.

Dafür stehen neben Alexandra Lehmler tolle Musiker mit ihren Instrumenten. So der deutsch-kolumbianische Pianist und Fender Rhodes Spieler Bruno Böhmer. Er setzt mit seinem virtuosen Spiel starke Akzente. Daneben agiert am Kontra-Bass Matthias Debus – Co-Autor und neben Lehmler der wohl wichtigste Mann in Sachen Musikkreationen – nicht nur im Jazz aktiv. Farouk Gomati, ebenfalls aus Kolumbien, an den Percussion´s, fördert die Spielkutlur mit viel Latin im Blut. Max Mahlert am Schlagzeug ist der Mann der filigranen Gelassenheit. Last but not least, als Gast an der Flöte, Pirmin Grehl.
„Die Welt von unten gesehen“ - ein ausgesprochen wohlklingendes, kurzweiliges, rhythmisch mitreißendes Nachfolgewerk. Das Alexandra Lehmler Quintett sollte man sich in Sachen „Europäischer Jazz“ unbedingt merken. Beste Voraussetzungen für eine aufregende Karriere. Nach dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2007 für „Sundance“, sollte eine weitere Ehrung nicht lange auch sich warten lassen. Mit A-L-Q auf Jazz-Weltmusik-Reise.
Noch ein paar Live-Tipps: 4.11.2009 SWR Hörspieltage/Karlsruhe, 23.11.2009 Theatercafe/Mannheim - www.a-l-q.de
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