Gesundheit Reportagen


Hinter Atemnot kann sich eine schwere Krankheit verbergen

Von Silke Koppers 28. Aug 2009, 12:33

mp Frankfurt - Wer beim Treppensteigen oder schnellerem Gehen immer wieder unter Kurzatmigkeit oder Luftnot leidet, sollte aufmerksam werden. Hinter diesen Symptomen kann sich ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT-Mangel) verbergen. Becel

mp Frankfurt - Wer beim Treppensteigen oder schnellerem Gehen immer wieder unter Kurzatmigkeit oder Luftnot leidet, sollte aufmerksam werden. Hinter diesen Symptomen kann sich ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT-Mangel) verbergen. Becel

Wer beim Treppensteigen oder schnellerem Gehen immer wieder unter Kurzatmigkeit oder Luftnot leidet, sollte aufmerksam werden. Die Luftnot ist nicht ausschließlich als ein Hinweis auf sportlichen Konditionsmangel zu werten. Hinter diesen Symptomen kann sich ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT-Mangel) verbergen. Dabei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die bei schwerer Ausprägung das Lungengewebe dauerhaft schädigen kann.

Der als 'Wikinger-Krankheit' betitelte AAT-Mangel ist wenig bekannt und wird deshalb auch selten diagnostiziert. Insbesondere bei Betroffenen, die rauchen, tritt in mittlerem Lebensalter ein Lungenemphysem auf, das mit zunehmender Erkrankungsdauer fortschreitet. Laut Professor Claus Vogelmeier, Direktor der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie der Universitätsklinik Gießen und Marburg, weiß in Deutschland jedoch nur etwa jeder zehnte Betroffene um seine Erkrankung. Durch eine Therapie mit regelmäßigen Infusionen von Alpha-1-Antitrypsin kann das Fortschreiten der Krankheit sich verlangsamen und die Funktion der Lunge somit länger erhalten bleiben.

Hierzulande gibt es vermutlich mehr als 10 000 Menschen mit schwerem AAT-Mangel, allerdings ist nur bei zehn bis 15 Prozent der Betroffenen die Erkrankung diagnostiziert. Häufig werden Betroffene mit diesen Beschwerden für Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) oder Asthma gehalten, der AAT-Mangel als zugrunde liegende Ursache wird kaum entdeckt.

In der Regel dauert es fünf Jahre und ein Patient konsultiert sieben Ärzte, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Kostbare Zeit, in der durch Fortschreiten des Emphysems Lungengewebe unwiederbringlich verloren geht - und damit auch die Funktion der Lunge beeinträchtigt wird. Dabei lässt sich die Krankheit mit einem einfachen Bluttest diagnostizieren. Machen sich bei Menschen die Symptome des AAT-Mangels zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr bemerkbar, sollten sie vorbeugend einen Arzt aufsuchen.

© 2009 Global Press

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