Musik Kritiken
CD Kritik: Attende von Mistur
Von Andre Friebel 20. Sep 2009, 17:33

Mistur ist Bandkopf André Raunehaug mit weiteren fünf hochbegabten Musikern, die hier ihr Debutwerk ablegen, welches bereits im September 2008 in den Akkerhaugen Studios aufgenommen wurde. Damals war die Band noch ohne Vertrag und nach größerer Labelsuche in verschiedenen Ländern kam es schließlich dazu, dass sie von Einheit Produktionen unter die Fittiche genommen wurde. Dies passte scheinbar hervorragend, da dieses Label sich besonders dem Gebiet das Viking- und Pagan-Metal verschrieben hat.
Die Band selbst stammt aus der norwegischen Region Sogndal und hier sollte einem sofort wieder die Band Windir einfallen. Sei es wegen der Eleganz deren Musik oder auch wegen der Trauer des frühen Todes von Valfar. Aber auch Vreid kommen aus dieser Gegend und auch hier wurden schnell Vergleiche zu Windir laut. Zugegeben: Es war auf eine Art zu erwarten, nur mittlerweile schlägt die Band leicht andere Wege ein.
Abgesehen davon ist bei Mistur der ehemalige Windir Ex-Leadgitarrist Stian Bakketeig mit an Bord und so liegen Vergleiche quasi auf der Hand. André selbst beschreibt Attende (Das Achzehnfache) selbst als melodisches, episches und düsteres Black-Metal-Album aus den Fjorden und Bergen in Norwegen und dies trifft den Nagel auf den Kopf. Die norwegischen Texte, die im Normalfall von André selbst und zusammen mit Espen Bakketeig entstanden/entstehen, spiegeln einem Interview nach hauptsächlich Geschichten von Wikingern wider und haben einen sehr emotionalen Anteil, der den negativen wie positiven Teil abdeckt.
Auffallend ist der Wechsel zwischen Midtempo-Passagen und aggressiven, schnelleren Parts. Die Verwendung von grölenden Gesängen und 'Clean Vocals' ist für die Band ebenso typisch wie auch hervorragend gelungen. Das beste Beispiel ist Lied drei „Armod“. Während sich Gitarre, Schlagzeug und Drums die Hände schütteln, singen krächzende Sangeseinlagen mit klaren Gesängen um die Wette und schaffen eine erstaunliche Atmosphäre. Doch bereits Lied vier lässt vermuten, dass das Album nicht dazu gedacht ist, sanfte Klänge hervorzuheben, sondern vielmehr ihrem Genre treu zu bleiben und aggressiveres, schnelleres Spiel mit einzubringen.
Der fünfte Albumtitel ist der Band gleichnamig und rein instrumental. Das atmosphärische und emotionsvolle Lied gestaltet sich im klassischen Stil – ohne Gesang, eine rein instrumentale Interpretation dessen, was die Band darstellt. Dieses Album mag daher einschlagen wie eine Bombe – ein Album, dass nicht nur denjenigen gefallen wird, die Mistur über die Jahre hinweg begleitet haben, sondern auch denjenigen, denen der Begriff Viking Black Metal etwas sagt.
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