PSP Nachrichten
Auf einen Rutsch
Kleiner, leichter, schicker. Aber auch besser? Die PSP Go im Test.
Von Bernd Fetsch 3. Okt 2009, 07:57

Die PSP Go ist kleiner und leichter als ihre Vorgänger. © Sony
Sony erleichtert und erschwert Handheld-Fans das mobile Spielen: Seit 1. Oktober gibt es die neue PSP Go!
Es ist gut zu wissen, dass die neue PlayStation Portable Go das alte Modell nicht ersetzen soll, sondern lediglich zusätzlich angeboten wird. Warum? Weil im Rahmen einer beeindruckenden Schrumpfkur das UMD-Laufwerk bei der neuen PSP kurzerhand gestrichen wurde. Das reduziert nicht nur das Gewicht, sondern soll auch zukunftsweisend sein. Sony probt den rein digitalen Vertrieb seiner Spiele und erhofft sich dadurch einen Vorteil gegenüber Raubkopierern, die dem Multimedia-Flachmann bisher massive Probleme bereiteten.

Nur: Wechselwillige mit großer Spielesammlung stehen im Regen. Entgegen früherer Ankündigungen wird es nun doch keine Möglichkeit geben, die Programme im Rahmen einer Umtauschaktion auf den Account im Playstation Network zu transferieren.
Sonys Besänftigungsangebot gleicht einer Notlösung: Wer das Gerät bis zum 10. Oktober registriert, bekommt einen Download-Code für das aktuelle Rennspiel 'Gran Turismo' gratis. Zudem will man ein halbes Jahr lang Besitzer älterer Modelle mit drei kostenlosen Titeln zum Umstieg überreden.

Doch das Procedere im sogenannten 'PSP Reward Programm' ist umständlich, und die Auswahl mit gerade einmal 17 Titeln nicht gerade groß.
Ein weiterer Grund, der gegen die PSP Go spricht, ist der Preis. Rund 250 Euro verlangt Sony für das neue Modell - und stößt damit in Preisregionen eines mit 16 Gigabyte Speicherkapazität bestückten iPod-Touchs vor, den Apple seit Kurzem ebenfalls als 'Gaming-Device' bewirbt.
Was bekommt der Käufer für sein Geld geboten? Aufgrund des fehlenden UMD-Slots hat Sony gehörig an den Gerätespezifikationen gearbeitet: Die PSP Go ist kleiner und leichter (155 Gramm!

) als die Vorgängermodelle, der LCD-Schirm schrumpfte um 0,5 auf 3,8 Zoll, verfügt aber über dieselbe Auflösung (480 mal 272 Bildpunkte). Der interne 16-Gigabyte-Flash-Speicher kann durch eine MicroSD-Karte oder einen Memory Stick Micro (M2) jederzeit erweitert werden, was angesichts der Installationsgrößen moderner Games ('Gran Turismo' belegt etwa 1 GB) auch schnell nötig werden dürfte.
Der Vertrieb der Titel erfolgt künftig über den PlayStation Store. Per WLAN sollen sich die Kunden ihre Wunschtitel auf die Konsole ziehen können. Über eine UMTS/HSDPA-Mobilfunkanbindung verfügt die PSP Go jedoch nicht. Und auch der Wiederverkauf oder Verleih von Spielen dürfte mit dem reinen Digitalvertrieb der Vergangenheit angehören, was die Fan-Community bereits auf die Barrikaden trieb.
Deutlich gefälliger ist der neue Slide-Mechanismus, mit dem sich die PSP Go zusammenschieben lässt, sodass nur noch der Monitor zu sehen ist. Steuerkreuz und Buttons sind dann nicht mehr zugänglich. Dies soll vor allem beim Betrachten von Filmen nützlich sein, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass das Gerät gefühlt schlechter in der Hand liegt als der Vorgänger. Auch über den analogen Stick rechts neben dem Digi-Pad, die tiefsitzenden Buttons sowie die beiden Schultertasten hinter dem aufgeklappten Display dürfte sich mancher User ärgern. Ebenfalls unpraktisch: Die Lautstärkereglung befindet sich hinter dem Bildschirm, wenn dieser hochgeklappt ist.
Eine Bluetooth-Funktion sorgt für eine kabellose Verbindung mit Handys oder Kopfhörern. Allerdings passt nicht mehr jede Hardware-Erweiterung. Erst ein Anfang 2010 erhältlicher 'Coverter Cable Adaptor' soll die Kompatibilität mit bereits gekauften PSP-Accessoires herstellen - etwa dem GPS-Modul oder der Kamera.
Fazit: Kleiner, leichter, schicker ist sie, die neue PSP Go. Aber nicht besser. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bekommt man für 250 Euro schlicht zu wenig Wechselgründe und zu viele Startprobleme geboten. Die Zukunft kann also noch getrost warten.
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