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WHO: Nächtlicher Lärm macht krank

8. Okt 2009, 16:44

Bonn - Jeder fünfte Europäer ist nach einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachts regelmäßig zu starkem Lärm ausgesetzt und kann davon krank werden.

Die Gefährdung reiche von Schlaflosigkeit über Bluthochdruck und Herzinfarkt bis zu früherem Tod. Das WHO-Regionalbüro für Europa empfiehlt daher Richtwerte für die nächtliche Lärmbelastung. Der neue Grenzwert ist ein jährlicher durchschnittlicher nächtlicher Geräuschpegel von maximal 40 Dezibel (dB) - das entspricht etwa dem Pegel einer ruhigen Straße in einem Wohngebiet.

Wer beim Schlafen einer höheren Lärmbelastung ausgesetzt sei, könne unter Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit leiden, berichtete das WHO-Büro in Bonn. Eine langfristige Lärmbelastung über 55 Dezibel, die etwa dem Geräuschpegel einer belebten Straße entspreche, könne eine Ursache für Bluthochdruck und Herzinfarkte sein. «Jeder fünfte Bürger der Europäischen Region ist regelmäßig einem solchen Lärmpegel ausgesetzt.»

In neueren Forschungsarbeiten wird laut WHO nächtliche Lärmbelastung eindeutig mit gesundheitlichen Schäden in Verbindung gebracht. Lärm könne nicht nur Gehörschäden verursachen, sondern auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme verschärfen. «Auch wenn Menschen schlafen, reagieren ihre Ohren, ihr Gehirn und ihr Körper trotzdem weiter auf Geräusche.»

Nächtliche Lärmbelästigung durch Flugverkehr könne auch dann Bluthochdruck verursachen, wenn die Betroffenen davon nicht aufwachten. Besonders schädlich seien die Auswirkungen von Lärm meist dann, wenn Menschen während des Einschlafens wieder aufwachen. Jüngste Untersuchungen belegten aber auch, dass Fluglärm am frühen Morgen sich durch Beschleunigung der Herzfrequenz besonders schädlich auswirke.

© 2009 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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