Wie wurde Molière zu einem der größten Dramatiker überhaupt? Laurent Tirard hat da eine Idee ...
Normalerweise ist 'Molière' im Bücherregal zu finden. Nun findet er auch den Weg in DVD-Sammlungen. © Concorde
Platz drei nahm Jean-Baptiste Poquelin ein, als ARTE im vergangenen Herbst europaweit nach dem größten Dramatiker des Kontinents fahndete. Nur kannte ihn kaum jemand unter seinem bürgerlichen Namen: 'Molière' (2007) lautete das Pseudonym, unter dem der Franzose die Komödie als eigenständiges Genre etablierte. Kein Wunder also, dass Laurent Tirard die fiktive Lebensgeschichte des Autors ebenfalls als Komödie auf die Leinwand brachte. Diesseits des Rheins feiert 'Molière' jedoch DVD-Premiere.
Molière (Romain Duris) war jung und brauchte das Geld. © Concorde
Da kaum Fakten aus den Jugendjahren des Dichters überliefert wurden, darf Tirard sich nach Herzenslust in Spekulation verlieren: Er lässt seinen Helden (Romain Duris, 'So ist Paris') vor einem Gläubiger nach dem anderen flüchten, bis schließlich der reiche Jordain (Fabrice Luchini, 'Intime Fremde') anbietet, die Schulden zu begleichen. Natürlich nicht ohne Gegenleistung: Molière soll dem Adeligen die Kunst des Schauspielens lehren, die dieser nutzen will, um die schöne Witwe Célimène (Ludivine Sagnier) zu beeindrucken.
Molière (Romain Duris) zählt zu den wichtigsten Dramatikern Europas. © Concorde
Nicht nur die hervorragenden Darsteller, die Tirard für seinen Kostümfilm gewinnen konnte, machen die Reise ins Paris des 17. Jahrhunderts zum Vergnügen: Sowohl Motive als auch Zitate aus Molières Werken bereichern die charmante Aneinanderreihung amouröser Verwicklungen.
Während in puncto Ausstattung an Prunk und Detail nicht gespart wurde, müssen die Zuschauer bei der Bildqualität der DVD Abstriche hinnehmen: Die Farben, die gelegentlich zu sehr ins Rote abdriften, vermischen sich gerade bei Innenaufnahmen gern zu einem detail- und konturlosen Brei. Auch der Sound könnte ein wenig räumlicher sein.
Célimène (Ludivine Sagnier) ist das Objekt der Begierde von Molières Gönner. © Concorde
Für diese Mängel entschädigt jedoch ein informatives, knapp halbstündiges Making Of, das den kleinen, aber feinen Bonusteil ausmacht.
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