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Nanotechnik: Umweltamt warnt vor möglichen Risiken

21. Okt 2009, 13:43

Nichts zu sehen: Nanopartikel, die auch in manchen Zahncremes stecken, verhalten sich in ihrer Größe wie eine Haselnuss zum Erdball. (Bild: dpa/tmn) © DPA

Nichts zu sehen: Nanopartikel, die auch in manchen Zahncremes stecken, verhalten sich in ihrer Größe wie eine Haselnuss zum Erdball. (Bild: dpa/tmn) © DPA

Dessau/Düsseldorf (dpa/tmn) - Verbraucher können Produkten mit Nanopartikeln nur schwer aus dem Weg gehen. «In der Regel sind sie nicht gekennzeichnet», sagte Wolfgang Dubbert vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau.

Auf der anderen Seite werben viele Hersteller mit dem Begriff «Nano», obwohl keine Nanotechnologie im eigentlichen Sinne eingesetzt worden sei. «Wir wissen nicht, wie viele Produkte mit Nanopartikeln auf dem Markt sind.»

Das UBA hat am Mittwoch (21. Oktober) ein Hintergrundpapier zu Chancen und Nutzen der Nanotechnik veröffentlicht. Darin lehnt die Behörde die Technik nicht grundsätzlich ab, empfiehlt aber: «Die Verwendung von Produkten, die Nanomaterialien enthalten und frei setzen können, sollte - so lange ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt weitgehend unbekannt ist - möglichst vermieden werden.» In diesem Bereich sei noch viel Forschungsarbeit notwendig.

Solange es kein Melderegister für Nano-Produkte gibt - wie vom UBA und Verbraucherschützern gefordert -, haben Kunden allerdings kaum eine Wahl zwischen Nanopartikel-haltiger und Nanopartikel-freier Ware. Einzige Ausnahme sind Sonnenschutzmittel, sagt Rolf Buschmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Dort werden Nanopartikel als UV-Filter eingesetzt. Sie sind enthalten, wenn auf der Liste mit den Inhaltsstoffen «Titandioxid» oder das englische «Zincoxid» verzeichnet ist. Ein zusätzliches Gesundheitsrisiko gebe es bei solchen Produkten aber nicht. «Das Risiko der UV-Strahlen ist wesentlich höher.»

Kritischer bewerten sowohl der Verbraucherschützer wie das UBA bestimmte Produkte mit Silberionen. Diese Nanopartikel sollen zum Beispiel im Kühlschrank, in Socken oder Putzlappen antimikrobiell wirken. «Finger weg von diesen Produkten, sie sind nicht notwendig», sagt Buschmann. Der Nutzen liege nicht klar auf der Hand - eine gute Hygiene reiche in der Regel völlig aus.

UBA-Hintergrundpapier: www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3765.pdfUmweltbundesamt: www.umweltbundesamt.deVerbraucherzentrale-Broschüre zum Thema Nano: www.vzbv.de/mediapics/nano_broschuere.pdf

© 2009 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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