Hamburg - Dass Frank Plasberg nicht mehr der jüngste ist, sieht er spätestens bei einem Blick in den Personalausweis. Und das ein reiferes Alter manchmal auch ein Pluspunkt sein kann, bekommt der ARD-Moderator jetzt auf eine für ihn angenehme Art und Weise zu spüren.
Moderator Frank Plasberg moderiert 'Das Quiz der Deutschen - Der große Einheits-Check' © DPA
«Mein Vorteil ist, das ich jetzt 52 Jahre alt bin», sagt «hart aber fair»-Mann Plasberg vor der Ausstrahlung der ARD-Show «Das Quiz der Deutschen» an diesem Donnerstag (20.15 Uhr). «Ich habe die DDR und ihren Untergang miterlebt, und da ist es doch eine tolle Aufgabe, so eine große Shownummer zu stemmen.»
Plasberg ist nicht der erste, der aus dem Thema Wende und Deutsche Einheit ein Spielchen macht. Günther Jauch präsentierte bereits am 2. Oktober auf RTL «Das große Ost-West-Duell - Ist die Mauer wirklich weg?» und lockte damit 5,91 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Von Themenklau kann da trotzdem nicht die Rede sein, heißt es von der ARD. «Es lag für uns nahe, diese Show zu entwickeln», meint Plasberg. «Und angesichts einer Bevölkerung von 82 Millionen Deutschen ist das Feld groß genug, um zwei TV-Shows mit dem Thema bedienen zu können.»
Der in Remscheid geborene Plasberg hat, ähnlich wie viele Westdeutsche, seine einschlägigen und zum Teil kuriosen Erfahrungen mit der DDR auf gelegentlichen Reisen gemacht. Mit seiner Berufskollegin Christine Westermann machte er in den Achtziger Jahren bereits einen Ausflug nach Erfurt. «Hinterher fanden wir uns in der Akte wieder», sagt Plasberg, der bei einem Restaurantbesuch nach eigenen Worten angewiesen wurde, seine Jacke bitteschön nicht über die Stuhllehne zu hängen.
In seiner Show, die von der Firma Grundy Light Entertainment und Plasbergs Unternehmen Ansager und Schnipselmann produziert wird, müssen sich prominente Kollegen den Wissensfragen zum Thema Ost-West stellen. Zwei Teams konkurrieren miteinander. In der Ost-Mannschaft die beiden Schauspieler Simone Thomalla und Jan Josef Liefers sowie Sat.1-Moderator Kai Pflaume, die Westkollegen sind Musiker H. P. Baxxter von der Techno-Band Scooter, ARD-Nachrichtenfrau Judith Rakers und Schauspieler Walter Sittler.
Die Ossis, sagt Plasberg, hätten einen Startvorteil. Sie hätten die DDR «inhaliert». Es gehe nicht um die große Politik, sondern um die alltäglichen Dinge des Lebens: Essen, Einkaufen, Fernsehen, Gewohnheiten und Eigenarten, Arbeit und Freizeit, Lust und Liebe. Erinnerungsvermögen, Menschenkenntnis, Improvisationstalent, Kreativität und Teamfähigkeit seien gefragt. Plasberg wird in diesem Jahr noch Ende Dezember wie schon 2008 ein Jahresquiz moderieren, weitere Engagements sind nicht ausgeschlossen. Als Show-Nachfolger von Jörg Pilawa, der 2010 zum ZDF geht, sieht er sich jedoch nicht.
© 2009 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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