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Musik DVD Kritik 2: Double Down Live von ZZ Top

Immer die Letzten

Von Annekatrin Liebisch 31. Okt 2009, 07:56

Eine feste Größe im Rockalphabet: ZZ Top. © Edel

Eine feste Größe im Rockalphabet: ZZ Top. © Edel

Auch auf ihrer diesjährigen Tournee legten ZZ Top einen kurzen Stopp in Deutschland ein. Als verspätetes Mitbringsel wird jetzt 'Double Down Live' hinterher geschickt.

Seit 40 Jahren sind ZZ Top die allerletzte Band. Die allerletzte Band im Rockalphabet. Wer recherchieren muss, hat es bequem. Das Lexikon hinten aufschlagen, schon angekommen. 'Double Down Live' deckt als Doppel-DVD mehrere Seiten der Biografie ab. Die erste ist präzise 'Live At Rockpalast 1980' betitelt, die zweite begnügt sich mit einem vagen 'On The Road 2008'.

Gerade mal zwei Konzerte gaben ZZ Top im Oktober 2009 in Deutschland, eines davon in der Essener Grugahalle. Vor 29 Jahren fand an diesem Ort ihr erster Auftritt in Europa statt. Im Rahmen der Rockpalast-Serie enterten Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard am 20. April 1980 um vier Uhr morgens die Bühne. Ein dampfendes, hitziges, spektakuläres Konzert. Auch ohne große Show.

'Live At Rockpalast 1980' ist ein Zeitdokument. Agil sind die beiden Bartträger, Gibbons bewegt sich stellenweise wie eine Sprungfeder. Der E-Bass wurde im Klangbild hervorgehoben, auch das Bild ist - abgesehen von einigen leichten Störungen - durchaus akzeptabel. Der Fokus des Programms liegt auf dem hervorragenden 'Degüello'-Album, von welchem neun Songs dargeboten werden, sowie auf den noch weit von Achtziger-Marotten und Synthi-Flair entfernten Klassikern. 'Just Got Paid', 'La Grange' und 'Tush' sind hier in Interpretationen zu hören, die pure Energie und den rauen Charme texanischer 'Beer Drinkers & Hell Raisers' verbreiten. Dazu im Publikum das Banner 'Rodgau Monotones grüßen ZZ Top'. Das waren Zeiten.

Weitaus weniger aufschlussreich ist die zweite DVD von 'Double Down Live'. Zunächst einmal, weil mit 'Live From Texas' bereits ein aktuelles Livedokument im Umlauf ist. Und dann, weil dieses 'ZZ Top-Roadmovie' nicht so ultimativ ist, wie es auf der Hülle beworben wird. Eine Stunde dauert der Ritt durch das 'Almost Now'. Ein nervöser Ritt. Die Live-Sequenzen werden von mäßig spannenden 'Einblicken hinter die Kulissen' unterbrochen, sie laufen nebeneinander und durcheinander. Zwischen den Songs gibt es Ausschnitte aus einem nicht besonders aussagekräftigen Interview mit einem französischen Journalisten. Selbst wenn die Kamera auf der Bühne bleibt, kränkelt das Ergebnis, Bildexperimente werfen sich dem Lauf der Musik in den Weg. Und 'Tush' muss sich als letzter Song den Bildschirm mit dem Abspann teilen. 'On The Road 2008' hat zwar seine reizvollen Seiten ('Hey Joe'), ist jedoch sicher ein zweitrangiger Grund, warum ZZ Top-Fans zu 'Double Down Live' greifen werden.© 2009 teleschau - der mediendienst

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