Wo andere Games nur an der Tuning-Oberfläche kratzen, bietet 'Forza Motorsport 3' den kompletten Telemetrie-Wahnsinn.
Beeindruckend lesen sich die Eckdaten von Microsofts Xbox-360-exklusiver Rennsimulation 'Forza Motorsport 3': mehr als 400 bis zur letzten Niete originalgetreu nachgebildete Autos, über 100 Rennstrecken sowie ein Meisterschaftsmodus, der 220 Events umfasst. Dazu ein optisches und leistungsförderndes Tuning und Einstellungsoptionen ohne Ende. Doch nicht nur PS-Puristen kommen auf ihre Kosten. Erstmals dürfen auch blutige Anfänge bedenkenlos einsteigen ...
Was den Spieler erwartet, bemerkt er bereits nach dem Einlegen der ersten von zwei DVDs: 'Forza Motorsport 3' ist eines der ersten Xbox-360-Spiele, das zwingend installiert werden muss. Die Ladenzeiten sind dennoch ziemlich lang. Doch schon nach dem ersten Blick auf die atemberaubende Grafik, die sich wie kein zweites Rennspiel das Prädikat 'fotorealistisch' verdient, ist das Warten vergessen. Ob Schärfe der Texturen, Weitsicht oder Detailreichtum der Streckenobjekte - das Game sprengt alle bisherigen Grafikgrenzen.
Und erst die Autos. Die Spanne reicht von kleinen Stadtflitzern bis hin zu ausgewachsenen Rennwagen.
Dazwischen findet sich alles, was das automobile Herz begehrt. Audi-Fan? Gut, wie wäre es mit S5, TT oder R8? Porsche-Liebhaber? 914, 959 oder GT3 gefällig? Ferrarista? Ok, im Angebot sind 250 GTO, Testarossa und FXX. Die Krönung ist natürlich der Bugatti Veyron - ein 1.001-PS-Monstrum mit Straßenzulassung. Selbst auf den 'Forza'-Rennstrecken kommt der Spieler kaum dazu, die Höchstgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern auszureizen. Alles in allem sind in 'Forza 3' Boliden von 53 internationalen Herstellern vertreten, die auch keine Einwände gegen ein dezentes Schadenssystem hatten.
Um den Spieler sofort in das Game zu ziehen, greifen die Entwickler auf einen uralten Trick zurück: Anstatt in einem schmalbrüstigen Auto der Klasse F über die Piste zu schleichen, darf er in einem Audi R8 Platz nehmen und Gas geben, bis die Reifen qualmen. Erst nach diesem Parforceritt über eine kurvige Strecke geht die eigentliche Karriere, die sich über mehrere Spieljahre erstreckt, los. Wie üblich, entscheidet sich der Spieler zunächst für eine untermotorisierte Karre, mit der er an Rennen gegen computergesteuerte Gegner teilnimmt. Ein Platz auf dem Treppchen wird mit Geld und Erfahrungspunkten belohnt.
Die Kohle wird natürlich für umfangreiche Tuning-Maßnahmen investiert, die Erfahrung sorgt dafür, dass Hersteller den Spieler mit einem neuen Auto belohnen, das meist eine Klasse höher eingestuft ist, sodass er auch dann an neuen Herausforderungen teilnehmen kann, wenn er kein Geld für ein neues Fahrzeug ausgeben will.
Nach diesem Muster rast der Xbox-360-Spieler über kleine Rundkurse, heftigste Rallyepisten und Formel-1-Rennstrecken. Müssen zu Beginn nur drei Runden absolviert werden, steigt die Länge der Rennen sukzessive an. 220 Events, die aus mehreren Rennen bestehen, gilt es zu meistern.
Einer der Höhepunkte ist das Rennen auf dem Nürburgring, bei dem insgesamt 187 Kilometer gefahren werden müssen.
Bislang galt 'Forza' als staubtrockene Racing-Simulation, die keinen Fahrfehler verzeiht. Der dritte Teil schlägt zwar den gleichen Weg ein, bietet nun aber eine Zurückspul-Funktion an, sodass sich grobe Fahrfehler und kapitale Crashs ungeschehen machen lassen. Ein Zugeständnis an alle Gelegenheits-Rennfahrer, die sich zudem über ausführliche Erklärungen und viele Fahrhilfen freuen dürfen.
Profis verzichten dankend darauf, schalten die Traktionskontrolle aus und investieren sehr viel Zeit in das Tuning und die Fahrzeugeinstellungen. Grenzen sind ihnen fast keine gesetzt. Ob Reifendruck, Bremsbalance oder Spoiler-Anpressdruck - wer weiß, was er tut, kann mit der richtigen Einstellung ein paar Sekunden herausholen. Wie tiefgehend die Game-Engine ist, zeigt ein Blick auf die Telemetrie-Daten, die sich während einer Wiederholung einblenden lassen. Unter anderem informiert das Spiel in Echtzeit über Reibung, Reifentemperatur und die Beschleunigungskräfte, die auf die Karosserie einwirken.
Die eigenen Fahrzeugeinstellungen lassen sich ebenso wie Lackierungen, Tunings und sogar komplette Autos online versteigern und kaufen. Ebenfalls online - auf 'Xbox Live' - erwarten den 'Forza'-Fan Multiplayerrennen, an denen bis zu acht Fahrer teilnehmen können. Das hilfreiche Zurückspulen-Feature funktioniert hier natürlich nicht.
© 2009 teleschau - der mediendienst
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