Klassik pur liefert der Wundergeiger David Garrett mit seiner neuen CD, die nicht nur romantische Ohrwürmer offeriert, sondern auch Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll, bei dem sich Garrett keinesfalls hinter den großen Geigern der Gegenwart verstecken muss.
Nach den Crossover-Alben 'Virtuoso' und 'Encore' wendet sich David Garrett nun vor allem mit Mendelssohns Violinkonzert ganz der Klassik zu. © Warner
Eben noch glänzte David Garrett als Virtuose und Entertainer zugleich. Auf seiner jüngsten Tournee unterhielt er in Riesenarenen sein Publikum mit Zwischentexten über sein Leben, die Geige und die Musik schlechthin - dabei immer bemüht, der Klassik ein neues Publikum zu gewinnen, aber auch die Fans der Popmusik nicht zu vergessen. Nun aber macht der Klassik-Geiger wieder einmal ernst. Vor allem mit Felix Mendelssohn Bartholdys e-Moll-Violinkonzert zeigt Garrett, dass er nach wie vor zutiefst in der klassisch-romantischen Musik verwurzelt ist.
Zuvor gibt's trotzdem Leichtes, nahe an der Salonmusik angesiedelt. Ohrwürmer, die den Hörer an den Interpreten binden. Mit Dvoraks 'Humoreske' und Massenets 'Meditation' schmeichelt sich Garretts Stradivari beim Hörer ein. Sein Ton ist schwebend leicht, es gibt keine falschen Drücker und Aufdringlichkeiten. Was ganz genau so für die Tschaikowski-Romanze 'None But The Lonely Heart' wie für Schuberts verführerisch vorgetragene 'Serenade' gilt.
Dass Garrett in Virtuosenstücken wie Pablo de Sarasates 'Zigeunerweisen' seine ganze Liebe zum Tempo und zum Tänzerischen ausleben kann, war zu erwarten, überzeugt aber doch nach der 'Night Of The Proms'-Wundertüte, die er mit seiner jüngsten DVD vor uns ausgeschüttet hat, aufs Neue.
Disziplin ist Trumpf bei 'Classic Romance', ohne deshalb auf romantischen Weltschmerz zu verzichten. Man muss es David Garrett ganz einfach abnehmen, dass es ihm nach seinen Crossover-CDs 'Virtuoso' und 'Encore' ein 'ganz persönliches Anliegen' war, einmal wieder ein klassisches Album einzuspielen. Mendelssohns Violinkonzert hat er bereits als Elfjähriger öffentlich aufgeführt - eine der Darbietungen, die wohl Yehudi Menuhin dazu Anlass gaben, von ihm als 'größtem Violinisten seiner Generation' zu sprechen. Mag ja sein, dass es manchen Geiger (Geigerin) mit größerer Ausdruckskraft gibt. Aber Garretts Spiel ist von schmetterlingshafter Leichtigkeit. Er muss sich und uns eigentlich nichts beweisen. Seine treue Gemeinde hat er schon - und das ganz zu Recht.
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