Gesundheit Reportagen
Die gesunde Seite der Weihnachtsgewürze
Von Silke Koppers 29. Nov 2009, 10:25

mp Düsseldorf - Gewürze spielen besonders in der Weihnachtszeit eine große Rolle. Sie sorgen nicht nur für weihnachtlichen Duft und geben Speisen einen unverwechselbaren Geschmack, sondern leisten auch einen Beitrag zur Gesundheit. kendalee/Flickr
Gewürze spielen besonders in der Weihnachtszeit eine große Rolle. Sie sorgen nicht nur für weihnachtlichen Duft und geben Speisen einen unverwechselbaren Geschmack, sondern leisten außerdem einen Beitrag zur Gesundheit.
Das bekannteste Beispiel ist wahrscheinlich die Gewürznelke. Sie verfeinert unter anderem Apfelrotkohl und Haferflockenplätzchen, kann aber auch Zahnschmerzen lindern. Dafür kaut man eine Nelke in der Nähe der schmerzenden Stelle. Ihre ätherischen Öle verhindern, dass sich Bakterien, Pilze oder Viren ausbreiten. Das kommt dem Magen-Darmtrakt zugute.
Das ätherische Öl in Anis hingegen wirkt schleimlösend in den Bronchien und zudem krampflösend im Magen-Darmbereich. Blähungen lassen sich mit Anis ebenfalls sanft bekämpfen. Noch vielseitiger ist Kardamom. Das indische Gewürz wird von internationalen Experten als Hilfe gegen Verdauungsprobleme eingestuft, obwohl es schulmedizinische Tests zur Einstufung als Heilmittel gemäß des Deutschen Arzneibuchs nicht standhielt. Dafür wurden die Früchte dieses Ingwergewächses bereits in der Antike gegen Harnwegsinfekte, Bronchitis und Ischiasbeschwerden eingesetzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt Kardamom ebenso als ein gutes Mittel gegen Lungen- und Harnwegsprobleme. Ähnlich vielseitig einsetzbar ist Koriander. Das Lebkuchen- und Spekulatiusgewürz hilft bei der Verdauung von fettem Essen und gegen Blähungen sowie bei Husten und Bronchitis. Gegen Übelkeit und Brechreiz wirken kleine Prisen Muskatnuss.
Der Klassiker unter den Weihnachtsgewürzen ist Zimt. Sein Öl wirkt antibakteriell, hemmt das Pilzwachstum und fördert die Darmtätigkeit. Zimt hat vor einigen Jahren aufgrund des in ihm enthaltenen Cumarins für negative Schlagzeilen gesorgt. In höheren Dosen konsumiert kann Cumarin zu Leberschäden führen. Allerdings ist der Gehalt in Ceylon-Zimt aus Sri Lanka deutlich niedriger als in Cassia-Zimt aus China. Bei Zimtpulver ist es kaum möglich, die beiden voneinander zu unterscheiden. Anders ist das bei Zimtstangen: Während bei Cassia-Zimt eine relativ dicke Rindenschicht zu einem Röllchen eingerollt ist, ähnelt eine Ceylon-Zimtstange im Querschnitt einer angeschnittenen Zigarre mit mehreren feine und eng anliegenden Rindenlagen, die zu einer Zimtstange gerollt sind. Wer Zimt nur als Gewürz in der Weihnachtszeit nutzt, braucht sich um den Cumaringehalt kaum Gedanken zu machen. Vom löffelweisen und täglichen Konsum des Gewürzpulvers oder von der Einnahme von Zimtpräparaten als Nahrungsergänzungsmittel wird allerdings immer noch abgeraten.
© 2009 Global Press
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