Internet Nachrichten
Ratgeber: Verpasste Fernsehsendung in Mediatheken anschauen
Von Benjamin Palm 12. Dez 2009, 09:53

cid Düsseldorf - Die ARD hat gleich zwei kostenlose Film-Bibliotheken. Die Mediathek 'Das Erste' beschränkt sich auf Sendungen der ARD. Auf ihrer Startseite http://mediathek.daserste.de hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Funktionen. Screenshot: cid
Wer seine Lieblingssendung oder -serie im Fernsehen verpasst, muss nicht zwangsläufig auf die entsprechende Episode verzichten. Immer mehr Fernsehsender stellen ihre Filme nach der TV-Ausstrahlung ins Internet. Die sogenannten 'Mediatheken' unterscheiden sich jedoch in Umfang, Verfügbarkeit und Kosten. 'Internet-Schauer' müssen sich an die unterschiedlichen Sendergewohnheiten anpassen.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verfügen über relativ umfangreiche Mediatheken. Beispielsweise hat die ARD gleich zwei solcher kostenlosen Film-Bibliotheken. Während die 'ARD-Mediathek' (www.ardmediathek.
de) auch die Beiträge der regionalen, dritten Sender der Bundesländer berücksichtigt, beschränkt sich die Mediathek 'Das Erste' auf Sendungen der ARD. Auf ihrer Startseite http://mediathek.daserste.de hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Funktionen. Ein Feld zeigt live das aktuelle Programm, das während des Besuchs der Internetseite im Fernsehen läuft.
Fünf 'Tipps' der Redaktion und die Rubrik 'Am häufigsten gesehen' weisen den Nutzer auf die empfehlenswertesten beziehungsweise unter anderen Online-Zuschauern beliebtesten Filmbeiträge hin. Außerdem lassen sich Sendungen und Serien gezielt nach alphabetischer Ordnung suchen.

Den Großteil der Filme in beiden Mediatheken der ARD machen Informations- und Kindersendungen sowie einzelne Serien wie die Telenovela 'Sturm der Liebe' oder die Vorabendserie 'Marienhof' aus. Die Verfügbarkeit der Filme schwankt jedoch: Während manche Serien nur wenige Tage abrufbar sind, lassen sich unter anderem Folgen von 'Käpt'n Blaubär' noch über zehn Tage nach ihrer Ausstrahlung anschauen.
Das ZDF bietet derzeit eines der größten Angebote an kostenlosen Sendungen. Während jedoch Reportagen und Dokumentationen oftmals mehrere Monate lang abrufbar sind, verweilen Filme und Serien meist nur sieben Tage in der Film-Bibliothek.

Im Mittelpunkt der Startseite unter www.zdf.de/ZDFmediathek steht eine 100 Sekunden lange Nachrichtenzusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der vergangenen Stunden, die regelmäßig aktualisiert wird. In einer Auswahl rechts davon finden Besucher Tipps der Redaktion, die meistgesehenen und die aktuellsten Filmbeiträge. Positiv ist: Im Vergleich zu manch anderem Sender gibt es keine Werbeunterbrechung in den 'Internetfilmchen' des ZDF. Im Livestream lassen sich außerdem einzelne Serien parallel zur Fernsehausstrahlung anschauen.
In den Mediatheken der privaten Fernsehsender müssen Internetnutzer genau aufpassen. Viele Eigenproduktionen der Sender werden für sieben Tage kostenlos online gestellt, danach wird für das Betrachten eine Gebühr fällig. Für einzelne Sendungen und Serien gilt das gar von vornherein. RTL stellt unter www.rtl-now.de die aktuellen Folgen eigener Serien wie 'Alarm für Cobra 11' kostenlos ein. Seit kurzem lassen sich auch die US-Serien um die CSI-Ermittler aus Miami und Las Vegas vorübergehend umsonst anschauen. Für Dauerbrenner wie die Daily Soap 'Gute Zeiten, schlechte Zeiten' wird dagegen stets eine Gebühr in Höhe von 0,99 Euro fällig, wofür sich zunächst registriert werden muss. Für den Preis kann allerdings auch die jeweils nächste Folge bereits vor der TV-Ausstrahlung im Internet gesehen werden. Vor dem Beginn des Internetfilms muss der Nutzer jedoch einen Werbeclip über sich ergehen lassen.
Der ProSieben-Sat1-Konzern verfährt ähnlich. Unter www.prosieben.tv finden sich in einer Übersicht der vergangenen sieben Tage einzelne, jeweils im Fernsehen ausgestrahlte Filmbeiträge. Überwiegend Serien aus dem Nachmittags- und Spätabendprogramm des Senders sind für sieben Tage online verfügbar. Auch sie werden vor und während der Internetausstrahlung von Werbeblöcken unterbrochen, die wie im Fernsehen mehrere Minuten lang sein können. Quotenrenner wie die US-Serie 'Desperate Housewives' können dagegen nur über das kostenpflichtige Portal 'Maxdome' (www.maxdome.de) bezogen werden. Wie in einer klassischen Videothek wird für das Ausleihen und Anschauen eines Filmes Geld verlangt, eine Folge der verzweifelten Hausfrauen kann beispielsweise für 1,49 Euro insgesamt 24 Stunden lang angeschaut werden.
Neben den großen Fernsehsendern bieten diverse Sport- und Musiksender die Möglichkeit, verpasste Sendungen teils umsonst, teils kostenpflichtig im Internet anzuschauen. Wer eine äußerst interessante Dokumentation oder seine Lieblingsserie nicht im Fernsehen schauen kann, muss also nicht verzweifeln. Doch der Teufel liegt im Detail. Das Internet ist gerade für die Privatsender längst ein lukratives Geschäftsfeld. Beliebte Filme werden deshalb mitunter gar nicht oder nur gegen eine gewisse Gebühr online ausgestrahlt. Insgesamt ist das Filmangebot im Netz noch äußerst dürftig, der Trend geht aber zum Fernsehen im Internet. Deshalb werden die Sender ihr Internetangebot weiter ausbauen. Ohne Web-Zugang lässt sich bei einer verpassten Sendung nur auf die baldige Wiederholung im Fernsehen hoffen, die mit Sicherheit kommt. Benjamin Palm/cid
© 2009 Global Press
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