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Hunger ist nicht gleich Hunger

Von Gaby Schulemann-Maier 22. Dez 2009, 17:44

mp Düsseldorf - Viele Menschen behaupten nur dann zu essen, wenn sie hungrig sind. Doch nicht in jedem Fall, in dem wir Hunger zu empfinden glauben, fordert tatsächlich der Körper nach Nahrung. ilovemypit, Flickr

mp Düsseldorf - Viele Menschen behaupten nur dann zu essen, wenn sie hungrig sind. Doch nicht in jedem Fall, in dem wir Hunger zu empfinden glauben, fordert tatsächlich der Körper nach Nahrung. ilovemypit, Flickr

Viele Menschen behaupten nur dann zu essen, wenn sie hungrig sind. Doch nicht in jedem Fall, in dem wir Hunger zu empfinden glauben, fordert tatsächlich der Körper nach Nahrung. Auch andere Einflüsse können beim Menschen ein Hungergefühl oder zumindest Appetit erzeugen. Kennt man diese Faktoren, fällt es oft leichter, das Gewicht zu halten.

Essen aus Kummer ist ein weit verbreitetes Phänomen. Durch eine Reihe von Nahrungsmitteln werden Glückshormone freigesetzt und wenn wir traurig sind, suchen wir nach einer Gemütsaufhellung. Vereinfacht gesprochen, hungert man nach besserer Laune und isst - oder man tröstet sich mit dem Essen über den Frust hinweg. Weil dadurch oft zu viel gegessen wird, entsteht der berüchtigte Kummerspeck. Ein Mittel gegen 'Kummeressen' ist es, sich statt dessen an der frischen Luft zu bewegen.

Manche Menschen reagieren auf starke Übermüdung damit, dass sie Hunger empfinden. Ein Grund dafür ist, dass die Konzentration bestimmter Hormone, die im Körper ein Sättigungsgefühl signalisieren, bei Müdigkeit sinkt. Es kann deshalb geschehen, dass man einige Stunden nach dem Abendessen nach einem anstrengenden Tag plötzlich sehr müde und obendrein hungrig ist. Dieses Hungergefühl ist echt, und oft hindert es am Einschlafen, wenn ihm nicht nachgegeben wird. Am besten isst man eine kleine Portion leicht Verdauliches wie etwas Obst oder ein Stück Brot mit etwas Käse.

Wer das Falsche isst, kann ebenfalls kurze Zeit später wieder Appetit oder Hunger empfinden. Manche Nahrungsmittel versorgen den Körper zwar mit Energie, doch der Blutzuckerspiegel fällt rasch ab und der Organismus fordert mehr Nahrung. Bei einer ausgewogenen Ernährung, die neben Kohlenhydraten eine gesunde Menge Fett und zudem Eiweiße sowie Ballaststoffe enthält, bleiben solche Hungerattacken meist aus.

Bei genauerem 'In-sich-hinein-Hören' stellt so mancher Hungriger fest, dass sein Körper eigentlich nicht nach Nahrung ruft, sondern durstig ist. Ein starkes Durstgefühl wird oft mit einer Hungerempfindung verwechselt. Deshalb sollten erst einmal ein bis zwei Gläser Wasser zu sich genommen werden, auch andere zuckerfreie Getränke sind geeignet. Wer sich einige Minuten nach dem Trinken noch immer hungrig fühlt, hatte offenbar zusätzlich zum Durst echten Hunger und sollte etwas essen.

© 2009 Global Press

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