Endlich mal wieder ein echter Thriller: 'Die Toten vom Schwarzwald' setzt auf Mythen, Grusel, Rätsel und eine ganze Menge Nebel.
Heino Ferch als Matthias Auerbach und Nadja Uhl als Inka stehen vor großen Rätseln in dem spannenden Mysterythriller 'Die Toten vom Schwarzwald'. Gedreht wurde diese Szene auf dem Hochplateau des Feldberges im Schwarzwald. © ZDF / Maria Wiesler
Vorab: Schön, dass sich jemand so was noch traut. Viel zu selten wagt sich das deutsche Fernsehen an das Genre 'Thriller'. Früher scheute man den Vergleich zu den amerikanischen Kino-Großproduktionen. Doch die gibt es längst nicht mehr, sodass eigentlich mehr Raum bliebe für das unterrepräsentierte Genre. 'Die Toten im Schwarzwald' heißt nun der Film von Regisseur Thorsten Näter. Der Titel des Mystery-Thrillers verrät eigentlich schon ein bisschen zu viel.
Inka (Nadja Uhl) und Matthias (Heino Ferch) müssen alten Mythen auf die Spur kommen. © ZDF / Maria Wiesler
'Heute spielen Fantasy und Mythen in unserem Kino- und Fernsehalltag kaum noch eine Rolle', sagt denn auch Näter und fügt hinzu: 'Das finde ich ebenso bedauerlich wie unverständlich.' Angesiedelt ist sein Film, für den er nach einer Idee von Johannes Betz und Martin Pristl auch das Drehbuch schrieb, in einer im deutschen Fernsehen ebenso missachteten, aber eben für die düstere Stimmung bestens geeigneten Gegend: dem Wald. Mehr als 30 Prozent der Fläche Deutschlands nimmt er ein. Zeit, ihn für den fiktionalen Film mal wieder zu entdecken.
Nur eine kurze Pause, mitten im vom Nebel eingefangenen Holltal.
Inka (Nadja Uhl) weiß nicht, was geschehen ist. Gerade war ihre Begleiterin noch da, nun ist sie spurlos verschwunden. © ZDF / Maria Wiesler
Katharina (Anna Schudt) steigt aus, verschwindet zwischen den Bäumen, doch sie kehrt nicht zurück. Ihre Mitfahrerin Inka (Nadja Uhl), beide Frauen haben sich erst kurz vorher kennengelernt, ruft die Polizei. Doch die Suche bringt nichts ein. Da taucht Matthias Auerbach (Heino Ferch) auf, Katharinas Ex-Mann. Ihre Ehe ist, das stellt sich bald heraus, in den letzten Jahren auf Grund gelaufen. Doch nun macht er sich Sorgen. Er quartiert sich in dem nahen Dorf ein. Offensichtlich kennen die Bewohner des Ortes die verschwundene Frau, doch Auskunft will niemand geben. Auerbach versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Einzige, die ihm dabei zur Seite steht, ist Inka.
Der Aberglauben der Dorfbewohner steht immer wieder den Ermittlungen von Matthias Auerbach (Heino Ferch) im Wege. © ZDF / Maria Wiesler
Eine alte Frau taucht auf, die im schwer verständlichen Dialekt mystische Geschichten erzählt. Die Söhne einer Tankstellenbesitzerin stellen dem ungebetenen Gast im Ort nach. Auch der Bürgermeister will Auerbach schnellstens wieder loswerden. Und die Polizei tut nichts. Bis dann doch eines Tages eine Frauenleiche gefunden wird. Doch die ist schon seit Jahren tot.
Regisseur Thorsten Näter nutzt alle ihm zur Verfügung stehenden filmischen Mittel. Dauernd steigt Nebel auf, Vögel flattern plötzlich ins Bild, an allen Ecken und Enden knarrt es. Hinzu kommt die stimmungsvolle Musik von Axel Donner, die die Atmosphäre noch unterstreicht.
Ungeduldig versucht Matthias Auerbach (Heino Ferch, links) beim Redakteur (Traugott Buhre, rechts) des kleinen Heimatblattes etwas über die Sage des Ortes zu erfahren. © ZDF / Maria Wiesler
Dennoch fing Kameramann Achim Hasse auch zahlreiche wunderbare Touristen-Bilder des Schwarzwaldes ein.
Dass es die Geschichte am Ende doch etwas übertreibt, sollte verziehen werden. Glaubwürdig erscheinen die verwendeten Mythen und Märchen in der modernen Zeit sicher nicht mehr. Zudem erfolgt die Auflösung des Rätsels ein bisschen zu früh, um die Spannung bis zum Ende zu halten. 'Die Toten vom Schwarzwald' ist dennoch ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich das Fernsehen auch zur besten Sendezeit mehr trauen sollte. Komödien, Sozialdramen und Kriminalfilme gibt es wahrlich genug ...© 2010 teleschau - der mediendienst
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