Adel
Unverhofftes Millionen-Erbe für Spaniens Thronfolger
Von Hubert Kahl 17. Jan 2010, 12:31

Über Spaniens Kronprinz Felipe und seine Familie könnte ein Millionen-Erbe zukommen. © DPA
Madrid - Es war wie ein Lottogewinn aus heiterem Himmel. Der spanische Kronprinz Felipe und seine Frau Prinzessin Letizia erfuhren völlig unerwartet, dass sie ein Millionen-Erbe erhalten sollen - von einem Mann, den sie nicht gekannt hatten und dem sie nie begegnet waren.
Ein Multimillionär auf Menorca hatte praktisch sein gesamtes Vermögen dem spanischen Thronfolger vermacht. Der Unternehmer Juan Ignacio Balada, einer der reichsten Männer auf der Mittelmeerinsel, hatte in seinem Testament verfügt, dass das Kronprinzenpaar und die Enkel des spanischen Königs Juan Carlos eine Hälfte des Erbes erhalten sollen. Die andere Hälfte soll in eine Stiftung einfließen, über deren Zielsetzung der Thronfolger nach eigenem Gutdünken entscheiden soll.
Balada war im November 2009 im Alter von 69 Jahren gestorben. Das spanische Königshaus reagierte nach der Öffnung des Testaments völlig verblüfft, denn Felipe und Letizia hatten mit dem Multimillionär nie zu tun gehabt. Das Königshaus lässt nun von Rechtsexperten prüfen, ob es das Erbe überhaupt antreten darf. Der genaue Wert des Vermögens ist nicht einmal bekannt. Inoffiziell ist von 30 Millionen Euro die Rede.
Der Unternehmer Balada, ein eingefleischter Monarchist, war der reichste Mann in Menorcas zweitgrößter Stadt Ciutadella gewesen. Zu seinen Besitztümern gehören ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude, zahlreiche Häuser, Ländereien und Firmenanteile. Der Multimillionär war ein Einzelgänger gewesen. Er hatte keine Geschwister gehabt und war immer Junggeselle geblieben.
Die einzigen Verwandten, von denen man weiß, sind zwei Cousinen, aber die ließ er in seinem Testament leer ausgehen. Eine von ihnen sagte der Zeitung «El Periódico»: «Es tut mir in der Seele weh. Ich hatte Balada in den letzten drei Monaten seines Lebens gepflegt, aber über sein Vermögen hat er nach Lust und Laune entschieden.»
© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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