Computer Reportagen


Neue Netbooks haben nicht immer mehr Power

Von Sven Appel 19. Jan 2010, 09:56

Mehr drin: Die neuen Netbooks besitzen teilweise größere Festplatten - der Eee PC 1005PE von Asus etwa verfügt über 250 GB Speicherkapazität. (Bild: Asus/dpa/tmn) © DPA

Mehr drin: Die neuen Netbooks besitzen teilweise größere Festplatten - der Eee PC 1005PE von Asus etwa verfügt über 250 GB Speicherkapazität. (Bild: Asus/dpa/tmn) © DPA

München (dpa/tmn) - Die zweite Generation ist da: Die neuen Netbooks haben vor allem mehr Speicher. Außerdem werden die kleinen Mobilrechner nun auch mit Windows 7 angeboten, so dass sie den Notebooks zumindest in Sachen Betriebssystem nicht mehr nachstehen.

Doch nicht jedes Netbook, auf dem Windows 7 läuft, ist schneller als etwas ältere Modelle mit Windows XP. Bei einigen, die es schon im Vorweihnachtsgeschäft gab, handelt es sich im Prinzip um die gleiche Hardware.

Erst jetzt zu Jahresbeginn ist mit leistungsfähigeren Modellen zu rechnen. Die neuen Geräte werden unter anderem größere Festplatten besitzen - 250 Gigabyte (GB) könnten sich als neuer inoffizieller Standard durchsetzen. Da Netbooks als mobile und recht preisgünstige Surfmaschinen mit langer Akkudauer gekauft werden, ist laut Thomas Rau von der Zeitschrift «PC Welt» mit einer «exorbitanten Aufrüstung» nicht zu rechnen. «Die meisten Hersteller wollen den typischen Preis von nicht mehr als 400 Euro halten.»

Preise verrät der Hersteller Acer zwar nicht, die Tatsache, dass es demnächst neue Netbooks geben wird, dagegen schon. Dazu zählt das Aspire One 532 mit 10,1-Zoll-Display - wahlweise mit WSVGA- oder WXGA-Auflösung (16:9). Den größten Unterschied zu bisherigen Geräten macht die 250 GB große Festplatte aus. So kommt als Prozessor wieder einmal ein Intel-Atom-Chip der N-Serie zum Einsatz. Auch das neue Eee PC 1005PE genannte Netbook von Asus besitzt einen Atom-Prozessor und eine 250 GB große Festplatte. Dass aus Netbooks jetzt nicht plötzlich Multimedia-Maschinen werden, erklärt sich Rau so: Die Hersteller müssen aufpassen, dass sie sich nicht den Markt für die etwas größeren, leistungsfähigeren und nur wenig teureren Notebooks mit den CULV-Stromspar-Prozessoren kaputtmachen.

Laut dem Branchenverband BITKOM wurden 2009 in Deutschland fast drei Millionen Netbooks verkauft - Tendenz steigend. Einen Schub für 2010 erwarten die Experten nicht zuletzt wegen Windows 7. Wie üblich, kommt auch das neue Betriebssystem in verschiedenen Versionen daher. Auf Netbooks wird meist die Starter Edition eingesetzt. Sie ist nicht langsamer als teurere Varianten, ihr fehlen aber manche Funktionen. So ist ein Umschalten der Benutzerkonten per Tastenkombination nicht möglich. Auch die grafische Nutzeroberfläche Aero kann nicht genutzt werden. Zudem wird kein 64-Bit-System unterstützt. Doch diese Punkte spielen auf dem Netbook ohnehin eine untergeordnete Rolle.

Die meisten Geräte arbeiten mit den Atom-Chips von Intel. Davon gibt es zwei Serien: N und die etwas langsamere, aber weniger stromhungrige Z-Reihe. Laut der Zeitschrift «Computerbild», die kürzlich verschiedene Netbooks getestet hat, unterscheiden sich die Prozessoren in den Modellen nicht so stark wie die verschiedenen CPUs bei den Desktop-PCs. Die Experten empfehlen dennoch, ein möglichst schnelles Modell auszuwählen.

Ein weiterer Unterschied zwischen aktuellen und älteren Netbooks ist die Größe des Arbeitsspeichers: Hin und wieder werden jetzt auch Geräte mit zwei statt mit nur einem Gigabyte RAM angeboten. Der Unterschied ist beim Arbeiten deutlich spürbar. Ein Kaufkriterium ist das alleine aber noch nicht, denn bei den meisten Netbooks lässt sich der Arbeitsspeicher einfach und kostengünstig aufrüsten - sofern die Preise für Speicher nicht deutlich steigen.

So oder so: Als günstiges Surfgerät für abendliche Onlinesessions auf dem Sofa sind Netbooks weiterhin bestens geeignet - auch weil sie recht lange Akkuzeiten zu Niedrigpreisen liefern. Wem es beim Rechner auf Leistung ankommt, der liegt mit einem Netbook dagegen falsch. Das wissen offenbar auch viele Verbraucher: Nach den Zahlen des BITKOM ersetzen die Geräte keine großen Notebooks oder Desktop-PCs - sie werden als zweit- oder Drittrechner gekauft.

© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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