Mode Reportagen
Zeit für Experimente: Haarefärben ohne Unfall
Von Neela Richter 26. Jan 2010, 09:19

Nicht alles gelingt zu Hause - solche Kolorationen kann nur ein Profi. (Bild: dpa/tmn) © DPA
Stuttgart/Köln (dpa/tmn) - Ob von blond zu schwarz, ob bunte Strähnchen oder feine Tönungen gegen die ersten Grauen: Wer seine Haare färben möchte, findet im Supermarkt heute eine breite Palette an Mitteln.
Die Trendhaarfarben seien derzeit warme blonde und braune Töne, sagt Franz-Josef Küveler, Kreativchef beim Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks in Köln. Doch zu viel Experimentierfreude kann teuer werden, wenn das Färben in Eigenregie schief geht und der Friseur nachbessern muss. Damit es soweit nicht kommt, sollten beim Färben und Tönen ein paar Tipps beachtet werden.
Die erste Stolperfalle auf dem Weg zur selbst gemachten Haarfarbe lauert schon im Supermarkt-Regal. «Steht 'Haartönung' auf der Packung, muss es nicht zwingend eine Tönung sein», warnt Hanne Vedder. «Hinter dem Begriff kann sich eine dauerhafte Färbung verbergen», erklärt die Kosmetik-Expertin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Viele Hersteller bezeichneten ihr Produkt als «Intensivtönung». Tatsächlich sei es eine Färbung. Um zu erkennen, worum es sich handelt, sollte vor dem Kauf ein Blick in die Packung geworfen werden. Sind es zwei Flüssigkeiten, die gemischt werden müssen, ist das ein Indiz für eine Oxidationsfarbe - und damit für eine Färbung.
Aus gesundheitlichen Gründen rät Vedder von Mitteln ab, die sogenannte Diamine enthalten. Diese chemischen Verbindungen, die meist schwarz und dunkelbraun färben, sollen in Europa bald verboten werden. «Sie greifen nicht nur die Kopfhaut an, sondern können auch über die Kopfhaut in den Organismus gelangen. Sie stehen im Verdacht, das Erbgut zu schädigen.» Vedder rät, die Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau durchzulesen. Die Hinweise «ohne Oxidationshaarfarbe» und «ohne Ammoniak» zeigten schonende Farben an.
Henna-Produkte sind zwar weniger schädlich, können aber allergische Reaktionen auslösen. «Jedes Färben ist Stress für die Haare», warnt die Dermatologin Anne Hundgeburth aus Köln. Wer sowieso schon Ekzeme am Kopf hat, sollte aufs Haarefärben verzichten. Die Farbe würde in diesem Fall tiefer in die Kopfhaut eindringen und das Allergie-Risiko vergrößern. «Allergiker sollten wie immer vorsichtig sein», sagt Vedder. «Auch schwangeren Frauen würde ich es nicht unbedingt empfehlen, ihre Haare zu färben.»
Beim Färben selbst sei es vor allem wichtig, penibel nach Gebrauchsanleitung vorzugehen. Denn sonst könne es zu Katastrophen kommen. Vor dem Färben werden die Haare besser nicht gewaschen. «Denn durch das Waschen quellen Haar und Kopfhaut auf», erklärt Vedder. Sie empfiehlt, Einmalhandschuhe an- und die Oberbekleidung auszuziehen. Das verwendete Handtuch sollte dreckig werden dürfen.
Damit die Farbe nachher nicht fleckig aussieht, müsse das Färbemittel nach dem Mischen gleichmäßig auf die Haare aufgetragen werden. «Dazu sollte man mit dem Kamm einzelne Scheitel ziehen, Strähnen abteilen und dann nicht die Farbe nur obendrauf schmieren, sondern auch strähnenweise im Haar darunter verteilen», rät Vedder. Dann heißt es: die Zeit im Auge behalten, und zwar exakt. Zum Schluss werden die Haare kräftig ausgespült - aber nicht mit heißem Wasser, weil das Haare und Kopfhaut unnötig strapaziert. Dann kommt der Moment der Wahrheit: der Blick in den Spiegel.
© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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