Michael Douglas überlässt nach und nach dem Hollywood-Nachwuchs die große Bühne: Sein neuer Thriller 'Gegen jeden Zweifel' setzt die Reihe an Filmen fort, in denen er in der Nebenrolle junge Hauptdarsteller protegiert.
Aalglatt, Gel im Haar, zielsicherer Blick: Michael Douglas befindet sich noch immer auf einem beruflichen Höhenflug. © PA CO
Was wurde nicht schon alles über Michael Douglas geschrieben und gesendet: Seit fast 20 Jahren wird er von der Presse als sexsüchtiger Hollywood-Star beschrieben. Dabei versucht der mittlerweile 65-jährige Schauspieler sein Privatleben weitestgehend aus dem Scheinwerferlicht herauszuhalten.
Michael Douglas wurde erst kürzlich mit der harten Hand des Gesetzes konfrontiert: Sein Sohn aus erster Ehe bekannte sich dazu, mit Drogen gehandelt zu haben. © PA CO
Trotzdem kokettiert der Oscar-Preisträger bisweilen gern mit seinem Image: Erst kürzlich räsonierte er in einem schweizerischen Magazin über den Segen von Potenzmitteln. Douglas und Glanz und Gloria Hollywoods sind längst eine untrennbare Symbiose eingegangen. Ob als Richter, der rot sieht (1983), als verführter Ermittler in 'Basic Instinct' (1992) oder als unübertroffener Börsenhai Gordon Gecko in 'Wall Street' (1987): Der Sohn des 'Spartakus'-Haudegens und Westernhelden Kirk Douglas hat sich die Traumfabrik schon früh zum Untertan gemacht. In seinem neuen Film 'Gegen jeden Zweifel' (Kinostart: 04.02.) gibt er einmal mehr den Fiesling.
Vielseitigkeit ist die Stärke von Michael Douglas. Demnächst ist er weniger verbiestert in der Fortsetzung von Oliver Stones Börsenthriller 'Wall Street' zu sehen, derzeit in dem Gerichtskrimi 'Gegen jeden Zweifel'. © PA CO
Seinen Stil hat Michael Douglas keiner übertriebenen Filmliebhaberei zu verdanken. Er selbst gehe eher selten ins Kino, lieber zu sportlichen Großereignissen. Bei aller Vielseitigkeit seiner Rollen - mal sind es aufopferungsvolle Gutmenschen, mal sind es durchtriebene Schurken und in letzter Zeit häufiger schrullige Charaktere - ist es dem Vater von drei Kindern gelungen, jedem seiner Filme seinen Stempel aufzudrücken.
In 'Gegen jeden Zweifel' spielt Michael Douglas in der Rolle des geltungssüchtigen Staatsanwalts mit den Medien. Im wahren Leben hält er sie immer mehr auf Abstand. © PA CO
Zwar kann er mittlerweile nicht mehr regelmäßig mit Rekord-Gagen im achtstelligen Bereich rechnen, doch seine furiose Rückkehr in der oscarprämierten Rolle des Gordon Gecko in Oliver Stones Fortsetzung des Börsenthrillers 'Wall Street' belegt zumindest, dass Douglas immer noch Mobilisierungsqualitäten hat, um die Erwartungen von Publikum und Kritik anzuheizen. 'Wall Street - Geld schläft nicht' startet am 22. April in den deutschen Kinos.
Michael Douglas spielt in 'Wall Street: Geld schläft nicht' (Kinostart:22.04.) erneut die berühmte Rolle des Gordon Gekko. Diesmal an seiner Seite: Shia LaBeouf (rechts). © 2010 Twentieth Century Fox
Gemeinsam mit seinem ehemaligen Co-Darsteller Charlie Sheen wird er einen kurzen Auftritt haben, aber das Feld im Großen und Ganzen der jüngeren Star-Riege um Shia LaBeouf ('Transformers') und Carey Mulligan ('Public Enemies') überlassen. Entsprechend zieht sich Douglas immer stärker aus der ersten Reihe zurück und beschränkt sich auf Kurzauftritte oder - wenn auch ausdrucksstarke - Nebenrollen wie im aktuellen Gerichtsdrama 'Gegen jeden Zweifel'.
Darin spielt er einen unerbittlichen Staatsanwalt, der sogar Indizien fälscht, um seine Verurteilungsquoten auf hohem Niveau zu halten. Schade nur, dass Hauptdarsteller Jesse Metcalfe nichts aus der Unterstützung des berühmten Vorbilds macht - er hätte die seltene Möglichkeit gehabt. Doch auch in Douglas' weiteren jüngsten Filmen geht er gern einen Schritt rückwärts: In 'King of California' überließ er der zart-burschikosen Evan Rachel Wood das Terrain, in 'Der Womanizer' Matthew McConaughey und Jennifer Garner. Selbst in der komödiantisch angehauchten Charakterstudie 'Solitary Man', in der Douglas einen erfolgsverwöhnten, sexistischen Automagnaten spielt, der plötzlich vor dem Nichts steht, sind es die Jungdarsteller Jesse Eisenberg ('Adventureland', 'Zombieland') und Mary-Louise Parker ('Weeds'), denen wahrlich die Bühne gehört.
Die Schattenseiten des Medieninteresses hat Douglas schon häufig zu spüren bekommen. Kein Wunder, dass er nur noch Rollenangebote und Galaeinladungen annimmt, für die es sich wirklich lohnt, das Haus und seine Familie zu verlassen. Zuletzt wurde er vor einigen Tagen mit der Macht der Medienmaschinerie konfrontiert, als sein 31-jähriger Sohn Cameron aus Douglas' früherer Ehe mit Diandra Luker zugab, im großen Stil Rauschgift an Süchtige verkauft zu haben, wofür ihm nun eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren droht.
Douglas selbst versucht mit aller Macht, trotz einer ambitionierten Zahl von Filmprojekten, eben das Familienleben zu führen, das ihm zu Zeiten seines beruflichen Höhenflugs in den 1980er- und 90er-Jahren nicht vergönnt war. Mit der 25 Jahre jüngeren Catherine Zeta-Jones hat er zwei Kinder im Alter von sechs und neun Jahren. Ein Kinderfilm steht aber zurzeit nicht auf dem Programm: In 'Knockout', so lauten Branchengerüchte, wird er demnächst unter der Regie von Steven Soderbergh in einem Rachethriller mit Action- und Spionageelementen zu sehen sein. Doch auch hier scheint die Jugend vorzugehen: Nach ersten Meldungen wird die 28-jährige Kickboxerin Gina Carano einen energischen Ton anschlagen - zum Amüsement des Altstars.
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