Gesundheit Nachrichten
Tattoo-Farbstoff kann Metastasen vortäuschen
Von Silke Koppers 10. Feb 2010, 11:22

mp Neu-Isenburg - Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Tätowierfarbe werden nun nach und nach offenbar. So können sich die Farbstoffpigmente in Lymphknoten ansammeln und dort bösartige Metastasierungen vortäuschen. © Pixel-vun/Pixelio.de
Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Tätowierfarbe werden nun nach und nach offenbar. So können sich die Farbstoffpigmente in Lymphknoten ansammeln und dort bösartige Metastasierungen vortäuschen, wie jetzt die Geschichte einer 22-jährigen Patientin der Universitätsklinik Düsseldorf zeigte.
Am rechten Oberschenkel besaß die Frau ein malignes Melanom ohne Hinweis auf Metastasen. Bei der operativen Entfernung des Krebsgeschwürs wird auch immer der Lymphknoten entfernt, der mit dem Melanom verbunden war (Wächterlymphknoten). Darin befinden sich meist Metastasen. Doch statt dieser wurden im Knoten zahlreiche schwarze Pigmente gefunden, die von der Tätowierung am rechten Außenknöchel der Patientin stammten. Laut der 'Ärzte Zeitung' waren die Farbpigmente über das Gefäß- und Lymphsystem der Haut abtransportiert worden und hatten zur Pigmentierung des Lymphknotens geführt. Aufgrund dieser Feststellung konnte auf die Entfernung weiterer Knoten verzichtet werden, da nun klar war, dass die Schattierungen von den Farbpigmenten des Tattoo herrührten und nicht von Metastasen.
Ärzten wird daher empfohlen, bei Patienten mit malignem Melanom Tätowierungen unbedingt zu dokumentiert. Nur ein Pathologe kann zwischen einem womöglich wegen einer bösartigen Grundkrankheit vergrößerten oder einem pigmentierten Lymphknoten unterscheiden, betonen die Wissenschaftler des Uniklinikums Düsseldorf. Das ist sehr wichtig, weil gegebenenfalls über die radikale chirurgische Entfernung solcher Lymphknoten entschieden werden muss.
© 2010 Global Press
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