Gesundheit Reportagen
Zittern nicht immer ein Zeichen für Parkinson
Von Gaby Schulemann-Maier 19. Feb 2010, 15:50

mp Krefeld - Zitternde Hände sind nicht immer ein Zeichen für eine bestehende Parkinson-Erkrankung. Oft steckt ein sogenannter essentieller Tremor hinter den Beschwerden. Nicht nur ältere Menschen können hiervon betroffen sein. D Sharon Pruitt/Flickr
Zitternde Hände sind nicht immer ein Zeichen für eine bestehende Parkinson-Erkrankung. Oft steckt ein sogenannter essentieller Tremor hinter den Beschwerden. Nicht nur ältere Menschen können hiervon betroffen sein. 'Meist beginnt das Zittern der Hände, manchmal auch der Beine und der Stimme schon im Jugendalter oder später ab dem 50. Lebensjahr', erklärt Professor Günther Deuschl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Obwohl der essentielle Tremor nicht gefährlich ist, empfinden ihn Betroffene oftmals als eine Einschränkung ihrer Lebensqualität. Ihnen fallen beispielsweise Tätigkeiten schwer, bei denen Fingergeschick erforderlich ist. 'Mit einer medikamentösen Behandlung kann das Zittern zwar nicht geheilt, aber meist deutlich unterdrückt werden', empfiehlt Deuschl.
Problematisch ist außerdem, dass Erkrankte mit einem essentiellen Tremor von anderen Menschen häufig irrtümlich für ängstlich oder alkoholabhängig gehalten werden. Dies kann zur Folge haben, dass sich Patienten sozial zurückziehen. 'Ein offener Umgang mit der Erkrankung und ein aufgeklärtes Umfeld erleichtern den Betroffenen das Leben enorm', betont der Mediziner.
Patienten mit einem Zittern sollten sich ärztlich untersuchen lassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden neu auftreten. Als Ursache für das Zittern kommen neben einem essentiellen Tremor und der Parkinson-Erkrankung auch andere Gesundheitsstörungen in Frage. So kann sich unter anderem im Rahmen einer Multiplen Sklerose, Epilepsie, nach bestimmten Medikamenten oder durch Unterzuckerung ein Zittern entwickeln. Eine genaue Schilderung der Umstände, unter denen die Beschwerden auftreten oder sich bessern, hilft dem Arzt dabei, die Ursache für den Tremor festzustellen.
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