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Fahrbericht Audi A6 3.0 TFSI Quattro: Oberklasse in der Mittelklasse
Von Silke Koppers 20. Feb 2010, 09:35

mid Düsseldorf - Eine elegant-klare Linie zeichnet den Audi A6 aus. Audi
Gediegen und noch nicht so groß wie eine Oberklassenlimousine, stattlich und zugleich sportlich, einen solchen Kompromiss bietet der Audi A6 Quattro mit dem 213 kW/290 PS starken 3,0-Liter-TFSI-Benzinmotor und kompletter Zusatzausstattung. Dementsprechend hat die Mittelklasselimousine mit der Oberklasse-Ausrüstung auch ihren Preis: Auf 76 494,94 Euro kommt insgesamt das Rundum-Sorglos-Paket, und ist damit weit entfernt vom Einstiegspreis von den 40 252,10 Euro, die der A6 mit dem gleichen Motor in der Basisausstattung kostet.
Doch für die hohen Anschaffungskosten wird der Käufer auch reichlich entlohnt: Die feudale Ausstattung des Ingolstädter umfasst das S line-Exterieur- sowie Sport-Paket mit unter anderem Chromeinfassungen der runden Nebelscheinwerfer, Heckspoiler, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Sport-Ledersitzen sowie einem elektrisch verstellbaren Sport-Lederlenkrad mit Schaltwippen. Das bei Audi MMI genannte Multimediasystem ermöglicht neben der Wegbeschreibung per Navigationsgerät auch den Empfang verschiedener Radio- und Fernsehsender samt Videotext. Die Bildqualität auf dem sieben Zoll großen Bildschirm ist erstaunlich gut.

Die Klimaanlage und das Bluetooth-Autotelefon sind angesichts der übrigen Features daher selbstverständlich. Ein Bose-Sound-System rundet die umfassende Komfortausstattung ab.
All das ist eingebettet in eine elegant-klare Linienführung, hochwertige Materialien und mit einem großzügigen Raumangebot für vier Personen kombiniert. Lange Fahrten werden in den bequemen und zugleich Halt gebenden Sitzen zum Reisevergnügen. Lediglich der Mittelplatz im Fond ist schmalen Menschen vorbehalten. Dafür passt in den Kofferraum die Ski-Ausrüstung für vier Insassen.

Alternativ findet auch der Familieneinkauf in dem 565 Liter großen Gepäckraum mit niedriger Ladekante Platz.
Für Komfort sorgt auch die Sicherheitsausstattung, die unter anderem eine akustische und optische Einparkhilfe samt Rückfahrkamera umfasst. Hinzu kommt der Spurwechselassistent mit der Überwachung der toten Winkel und der Warnfunktion sowie die automatische Distanzregelung, die auf den optimalen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug aufmerksam macht. Ebenso zur Sicherheitsausstattung gehört ein von der Reifenwahl unabhängiges Reifendruckkontrollsystem, das den Druck regelmäßig kontrolliert und sich bei Druckverlust sofort meldet.

Gleichermaßen Komfort als auch Sicherheit bietet der Fernlichtassistent, der bei Gegenverkehr das eingeschaltete Fernlicht automatisch abstellt, und erst wieder einschaltet, wenn niemand geblendet werden kann.Trotz all dieser elektronischen Helferlein kommen in dem 4,93 Meter langen Gefährt die hervorragenden Fahreigenschaften nicht zu kurz: Es ist schon ein Genuss, ihn zu fahren. Ohne bedeutetende Verzögerung treibt der V6-Kompressormotor mit seinen 213 kW/290 PS aus jeder Drehzahllage die Limousine voran, so dass innerorts, aber auch auf freier Bahn, unmerklich schnell das Tempolimit erreicht wird. Bei jeder Beschleunigung wird der Fahrer sanft in die Sportsitze gedrückt. Das sechstufige Automatikgetriebe überträgt die Kraft von 420 Nm auf Vorder- und Hinterachse, der Allradantrieb mit leicht heckbetonter Auslegung sorgt für eine souveräne und statte Straßenlage. Die Reifen kleben förmlich am Asphalt. Etwas früher und dadurch sportlicher schaltet das Getriebe im S-Modus. Doch bereits im Normalfahrmodus schafft der Ingolstädter den Sprint von null auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. Der Vortrieb endet bei der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Selten bereitet die Kombination aus potentem Motor, Getriebe und Allradantrieb eine solch saubere Laufkultur wie in diesem Fall.
Dabei ist der vom Hersteller angegeben Normverbrauch von 9,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern allerdings kaum zu erreichen. In der Praxis genehmigt sich das stattliche Vehikel mindestens 11,2 Liter Sprit, bei Fahrten mit Sprinteinlagen gern 12,0 Liter aus dem 70 Liter-Tank. Somit sind Reichweiten von rund 583 Kilometer ohne Stopp möglich. Kostenseitig kommt die jährliche Haftpflicht hinzu, die bei der AXA bei 614,06 Euro liegt. Sparen kann man sich dagegen die 1 638,66 Euro teure Luftfederung in der Mittelklassesänfte. Zwar sollen die drei Höhenniveaus für den Normalbetrieb, für die Autobahn und für unebenes Terrain, die insgesamt um drei Zentimeter voneinander differieren, für mehr Fahrstabilität und weniger Kraftstoffverbrauch sorgen. Im Alltag lässt sich davor jedoch kaum etwas spüren - dafür müsste man den 1 710 Kilogramm schweren Wagen schon häufig im Grenzbereich bewegen. Für die sportliche Fahrweise eines Normalsterblichen reicht die Stabilität des A6 ohne Luftfederung allemal. Und stattlich wie in einem Oberklassefahrzeug kann nahezu jede Route bewältigt werden. Silke Koppers/mid
Positiv: elegant in jeder Hinsicht, lässt sich souverän und sportlich fahrenNegativ: hoher Preis, hohes GewichtTeststeno Audi A6 3.0 TFSI quattro:Viertürige, fünfsitzige Mittelklasselimousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,93 Meter/1,86 Meter/1,46 Meter/2,84 Meter; Kofferraumvolumen: 546 Liter; Leergewicht: 1 710 kg; Motor: 3,0-Liter-Sechszylinder-Benzinmotor mit 213 kW/290 PS Leistung, max. Drehmoment: 420 Nm ab 4 850 U/min, Beschleunigung 0-100 km/h in 5,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Normverbrauch lt. Hersteller: 9,4 Liter Super; Praxisverbrauch: ca. 12 Liter, Versicherungsbeiträge bei der AXA: KH 614,06 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 846,05 Euro (SF 1, 300/150 Euro SB); Preis: ab 40 252,10 Euro, Preis Testwagen: 76 494,94 Euro.
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