Kino Kritiken
Film Kritik: Teufelskicker
Kleine Fußballer auf großer Leinwand
Von Leif Kramp 5. Mär 2010, 19:47

Entschlossen kämpfen sie um Sieg und Anerkennung: die 'Teufelskicker'. © Universal Pictures International
Vom Schulhofbolzer zum Meister-Bezwinger: Weltmeisterstimmung im Kleinen verspricht die Kinderkomödie 'Teufelskicker'.
Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten: Diese Weisheit aus dem berufenen Munde des ehemaligen Fußball-Nationaltrainers Sepp Herberger wird in diesem Jahr einmal mehr in aller Munde sein. Vor allem begeisterungsfähige Kinder und Jugendliche dürften ungeduldig darauf warten, bis das runde Leder bei der WM endlich ins Rollen kommt.
Die lange Wartezeit bis zum Anstoß am 11. Juni können sich junge Fans mit einem Kinobesuch versüßen: Dort startet jetzt das flotte und unterhaltsame Fußballabenteuer 'Teufelskicker' rund um einen ballfixierten Zwölfjährigen, den nichts aus der Bahn oder vielmehr vom Bolzplatz werfen kann.
Mit einem beachtlichen Gespür für die Auswahl seiner Darsteller ist es Regisseur und Autor Granz Henman gelungen, ein abgegriffenes Thema auf sympathische Weise neu zu erzählen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Moritz (Henry Horn), dessen Familienleben nicht harmonischer sein könnte, bis sein Papa (Moritz Bleibtreu) - zugleich Trainer der Jugendfußballmannschaft - sich zu einem Beinahe-Seitensprung mit seiner jungen blonden Vereinsgehilfin hinreißen lässt und Mama (Diana Amft) ihn dabei ertappt. Das Familienglück endet jäh, und noch bevor der Herr Gemahl seinen Trainingsanzug mit dem Büßerhemd tauschen kann, sind Frau und Sohn schon meilenweit zum mieslaunigen Schwiegervater verschwunden.

In der neuen Umgebung fernab seines geliebten SV Hulstorf versucht Moritz, in den örtlichen Elite-Fußballverein zu kommen. Doch hat er nicht mit dem versnobbten Trainer Rothkirch (Armin Rohde) und dessen fiesen Sohn gerechnet. Die setzen alles daran, dass er sich schlecht und untalentiert vorkommt. Dem verträumten Dribbler bleibt nichts anderes übrig, als seine eigene Mannschaft aus dem (Schulhof-)Boden zu stampfen: Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Zahl von Außenseitern gründet er die 'Teufelskicker', die ihrem großspurigen Namen zumindest anfangs alles andere als gerecht werden können.

Damit Moritz es allen zeigen kann, muss die Kickertruppe das nächste Turnier gewinnen, und dafür braucht es nicht nur einen Trainingsplatz, sondern auch viel Übung, um das fehlende Talent seiner Mitstreiter zu kompensieren.
Es ist der kindgerechten Fußballkomödie anzumerken, dass sie sich von dem mittlerweile etwas ausgezehrten Charme nach dem 'Wilde Kerle'-Schema absetzen möchte: Filmemacher Henman setzt auf eine bunte Auswahl an originellen Charakteren und eine unspektakuläre Rahmenhandlung, um seine Geschichte über Teamgeist im Sport und in der Familie lebensnah zu erzählen.

Großartig zeigt sich Benno Fürmann als Vater und Ehemann, der sich seiner Schuld nur allzu bewusst ist, aber sichtlich Probleme dabei hat, seine taktischen Fähigkeiten vom Fußballfeld auf das Schlachtfeld seiner Ehe zu übertragen, um seine geliebte Frau wiederzugewinnen. Diana Amft in der Rolle der gluckenhafte Mutter und enttäuschten Gattin überzeugt nicht minder.
Doch im Mittelpunkt stehen die Jungdarsteller, allen voran Henry Horn, Frontmann der Teenie-Rockband Apollo 3, der in der Rolle des kleinen Ballkünstlers Moritz sein Kinodebüt gibt.

CD Kritik: 2010 von Apollo 3
12. Mär 2010, 18:15
'Die jüngste Rockband des Universums' wollen Apollo 3 sein - alterstechnisch könnte dies klappen. ... mehr'Ein filigraner Ballkünstler war ich nie'
12. Mär 2010, 18:13
Benno Fürmann über sein fußballerisches Talent und tuschelnde Kinder. ... mehr













Zur Zeit sind keine Kommentare für diesen Beitrag vorhanden.
Hier als erster einen neuen Kommentar verfassen