Mode Reportagen


Hygiene-Horror im Bad: So lässt er sich vermeiden

Von Neela Richter 2. Mär 2010, 09:16

Bürste, Seife, Armatur - im Bad lauern an vielen Stellen Keime, die die Haut angreifen können. (Bild: Remmers/dpa/tmn) © DPA

Bürste, Seife, Armatur - im Bad lauern an vielen Stellen Keime, die die Haut angreifen können. (Bild: Remmers/dpa/tmn) © DPA

Düsseldorf (dpa/tmn) - Dass die Zahnbürste alle sechs Wochen gewechselt werden soll, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass aber auch verdorbene Cremes, verdreckte Handtücher oder schmierige Puderquasten Krankheitsherde im Bad sind, ist noch kein Allgemeinplatz.

Mit ein paar Verhaltensregeln lassen sich Entzündungen und andere Hauterkrankungen vermeiden.

Haarbürsten müssen schnell zur Hand sein und liegen deshalb meist offen herum. Kein Problem, sagt die Dermatologin Anne Hundgeburth aus Köln - solange sie trocken sind. Dann können sich die Keime schlecht vermehren. Simone Kostian, Make-up-Artist bei der Agentur 21 Agency in Düsseldorf, empfiehlt, Haarbürsten regelmäßig zu säubern: «Überschüssige Haare kann man gut mit einem engen Kamm aus der Bürste holen. Zur Reinigung reichen Shampoo und heißes Wasser.»

Auch bei Handtüchern ist Trocknen das A und O. «Wenn Handtücher feucht gelagert werden, können sich darin Pilzsporen und Keime entwickeln», sagt Anne Hundgeburth. Deshalb sollten sie nach dem Duschen auf den Heizkörper gelegt werden. Wer das Handtuch nach dem Schwimmbadbesuch den ganzen Tag in der Tasche herumgetragen hat, wäscht es besser gleich danach. Eine Faustregel sei, Handtücher nach drei Tagen zu wechseln. Zuverlässig tötet eine Sechzig-Grad-Wäsche die Keime ab.

Selbst Duschgele können zu Infektionsherden werden. Denn in wasserhaltigen Erzeugnissen wie Duschbädern und Badezusätzen vermehrten sich Keime besonders gut, erklärt Hanne Vedder, Kosmetik-Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: «Normalerweise passiert bei gesunder Haut nichts, selbst wenn ein Duschgel eine Weile geöffnet ist». Ist die Haut aber bereits angegriffen oder verletzt, können Keime Irritationen verursachen. «Meine Empfehlung: Kosmetika immer nach dem Gebrauch gut verschließen und möglichst im Badezimmerschrank aufbewahren, dort ist es dunkel.»

Selbst gemachte Kosmetika und Anti-Aging-Ampullen sind so empfindlich, dass sie sogar in den Kühlschrank gehören. Auch Kostian rät dazu, vor allem im Sommer Make-up und Cremes im Kühlschrank aufzubewahren. Sonst könnten die Produkte gerinnen oder auch kippen - dann werde beispielsweise das Make-up grisselig. «Zusätzlich hat es den Effekt eines kühlenden Frischekicks - beispielsweise bei der Augencreme am Morgen.»

Auch bei der dekorativen Kosmetik lautet der wichtigste Tipp: regelmäßig säubern. Simone Kostian reinigt ihre Pinsel nach jedem Job - nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch wegen der Pflege. Sie rät Frauen, Puder- und Rougepinsel etwa alle zwei Wochen mit Shampoo oder Seife durchzuwaschen. Ein spezieller Pinselreiniger sei nicht notwendig - außer wenn die Pinsel desinfiziert werden sollen. Geeignete Reinigungsflüssigkeiten bieten Apotheken und einige Make-up-Hersteller an.

Wie lange Cremes, Wimperntuschen und Rouge-Töpfchen haltbar sind, verrät wie bei Wurst und Käse die Verpackung. Allerdings müssen laut Vedder nur diejenigen Kosmetika ein Haltbarkeitsdatum tragen, die weniger als 30 Monate haltbar sind. Für alle Verpackungen vorgeschrieben sei dagegen das Symbol eines geöffneten Cremetopfs. «Das zeigt: Wenn ich dieses Produkt erst einmal geöffnet habe, dann ist es so und so viel Monate noch verwendbar. Denn bei jedem Öffnen kommt Sauerstoff in das Produkt, und der ist nicht keimfrei - die Produkte können verderben.»

Gerade Tiegel seien ein guter Nährboden für Bakterien, sagt Hundgeburth. Cremes in Tuben oder Spendern seien die bessere Wahl. Grundsätzlich gelte zwar die Faustregel: «Je fetter die Creme, desto schlechter können sich Bakterien bilden.» Grundsätzlich sollten aber Cremes und Make-up nicht mit den Fingern aufgetragen werden. Stattdessen benutzen Frauen besser einen kleinen Spatel oder ein Wattestäbchen.

© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur

Kommentiere diesen Artikel

Ihre Meinung!

comments powered by Disqus

Mehr in Mode

Mehr in Mode

  • Yves Saint Laurent Ausstellung in Paris

    Yves Saint Laurent Ausstellung in Paris
    Paris - Knapp zwei Jahre nach dem Tod Yves Saint Laurents widmet Paris dem französischen Modezaren eine große Ausstellung. Das Petit Palais zeigt von diesem Donnerstag an mehr als 300 ... mehr

  • Cooler Purismus punktet in Paris

    Paris - Ein neuer Purismus bricht sich Bahn in der Pariser Mode. Kurz vor Schluss der Prêt-à-Porter-Schauen (2. bis 10. März) der Damenkollektionen für Herbst/Winter 2010/11 ist klar, dass Klarheit ... mehr

  • Cooler Purismus in Paris

    Paris - Ein neuer Purismus bricht sich Bahn in der Pariser Mode. Kurz vor Schluss der Prêt-à-Porter-Schauen der Damenkollektionen für Herbst/Winter 2010/11 ist klar, dass Klarheit in der kommenden Saison ... mehr

  • Strategisch ausmisten: Frühjahrsputz im Kleiderschrank

    Strategisch ausmisten: Frühjahrsputz im Kleiderschrank
    Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - Allmählich steigen die Temperaturen. Im Kleiderschrank nehmen dicke Winterjacken, Rollkragen-Pullover und XXL-Schals aber immer noch der Frühjahrsmode den Platz weg. ... mehr

  • Kantig oder länglich: Die richtige Brille zum Gesicht

    Braunschweig/Berlin (dpa/tmn) - Juristen bevorzugen randlos, alterslose Hipster das Kassenmodell, Studenten die Hornbrille. Aber nicht nur persönliche Stilvorlieben sollten über die Wahl der Brille entscheiden - der Gesichtstyp ist ausschlaggebend. ... mehr

  • Klasse Mode trotz der Pelze in Paris

    Paris - Kein Wunder, dass die Armee der Anti-Pelzaktivisten vor der Modenschau von Jean-Paul Gaultier im dritten Pariser Bezirk so wütend kreischte wie schon lange nicht mehr. ... mehr

  • Strick, Theater und wohlige Schauer in Paris

    Paris - Scharfe Schnitte und wohlige Schauer schwarzer Romantik markierten das Defilee von Givenchy-Designer Riccardo Tisci bei den Prêt-à-Porter-Schauen der Damenmode für Herbst/Winter 2010/11 am Sonntagabend in Paris. ... mehr

  • Elegante Roben und ein Huhn - die Oscar-Mode 2010

    Elegante Roben und ein Huhn - die Oscar-Mode 2010
    Hollywood/Hamburg - Die Schultern nackt, das Haar ganz klassisch hochgesteckt, der Schmuck dezent: Bei der 82. Oscar- Verleihung in Hollywood fielen die Damen auf dem Roten Teppich vor allem durch ... mehr