ErnŠhrung Reportagen


Hülsenfrüchte: Quer durchs Gemüsebeet kochen

Von Anja Gladisch 19. Mär 2010, 09:28

Gedünstet und zum Nest gelegt: Grüne Bohnen sind eine passende Beilage zu raffinierten Fleischgerichten. (Bild: oekolandbau.de/BLE/Menzler/dpa/tmn) © DPA

Gedünstet und zum Nest gelegt: Grüne Bohnen sind eine passende Beilage zu raffinierten Fleischgerichten. (Bild: oekolandbau.de/BLE/Menzler/dpa/tmn) © DPA

Berlin/Bonn (dpa/tmn) - Mungbohne, Gartenbohne, Sojabohne, weiße Bohne oder schwarze Bohne: Diese Hülsenfrüchte bieten eine riesige Vielfalt an Farben, Form und Geschmack.

Doch ganz egal in welcher Form: Bohnen leisten einen wichtigen Beitrag für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. «Bei vegetarischer oder fleischreduzierter Kost sind Bohnen als Eiweißlieferant in der Ernährung fast unverzichtbar», sagt Peter Röhrig vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft in Berlin. Gesund sind die Hülsenfrüchte zudem durch viele Kohlenhydrate und verschiedene Proteine. Auch Vitamin B1, Karotinoide, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe zählt Harald Hoppe von der Vereinigung Bio-Spitzenköche in Bonn auf.

Bohnen sind allerdings nur gekocht zum Essen geeignet. «Sie dürfen nie roh verzehrt werden, da sie gesundheitsschädliche Proteine enthalten», sagt Hoppe. Erst durch Kochen oder Gärung werden die Proteine unwirksam. Andernfalls können sie schwere Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen, ergänzt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn.

Gartenbohne: Diese Bohne ist tiefgefroren, als Nasskonserve und ab Mai auch frisch erhältlich, erläutert der Infodienst Landwirtschaft - Ernährung - Ländlicher Raum (LEL) in Schwäbisch Gmünd. Je nach Farbe, Form und Länge wird unterschieden zwischen kurzen, zarten Prinzessbohnen, etwas größeren Delikatessbohnen, dickfleischigen Brechbohnen, grünen Busch- oder Stangenbohnen und gelben Wachs- oder Butterbohnen. Gedünstet, geschmort oder gekocht eignen sie sich als Beilage sowie für Suppen und Eintopfgerichte. Für Salat werden sie etwa 15 Minuten gekocht, bis sie gerade zart sind, und dann unter kaltem Wasser abgeschreckt, empfiehlt der LEL.

Schwarze Bohne: Die schwarze Bohne gehört zu den Trockenkochbohnen, das heißt: Nur die Samen sind genießbar. Die Hülse der Bohne glänzt außen schwarz, ihr Innenleben ist weiß. «Ihr Geschmack ist süß», erklärt Restemeyer. Zum Verzehr eignen sich die schwarzen Bohnen besonders gut in einem Auflauf. Mit den gewöhnlichen Zutaten für einen Kartoffelauflauf und zusätzlich den Bohnen schmeckt das Gericht nach dem Garen im Backofen besonders gut, empfiehlt Röhrig.

Weiße Bohne: Die weiße Bohne, auch Schmalzbohne genannt, gehört ebenfalls zu den Trockenkochbohnen. Gekocht sei ihre Konsistenz sehr cremig und ihr Geschmack schmalzig, sagt Restemeyer. In pürierten Suppen kommt der Geschmack besonders gut zur Geltung - abgerundet wird mit feinen frischen Kräutern.

Sojabohne: Zu den bekanntesten asiatischen Vertretern der Bohnen gehört die Sojabohne. «Sie wird mittlerweile weltweit angebaut und findet hauptsächlich als Tierfutter Verwendung», sagt Hoppe. Die Ausnahme sei der aus Sojabohnen hergestellte Tofu, eine Art Käse aus der eiweißhaltigen Sojamilch. Eine rohe getrocknete Sojabohne habe einen scharfen und unangenehmen Geschmack, fügt Restemeyer hinzu. Sie könne jedoch beispielsweise durch Einweichen und Kochen in Wasser aufgeschlossen und genießbar gemacht werden.

© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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