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Neue Regeln für Flensburger Punkte geplant

30. Mär 2010, 16:25

Viele Verkehrssünder, die beispielsweise zu schnell unterwegs sind, wissen nicht, wie viele Punkte sie in Flensburg haben. (Bild: dpa) © DPA

Viele Verkehrssünder, die beispielsweise zu schnell unterwegs sind, wissen nicht, wie viele Punkte sie in Flensburg haben. (Bild: dpa) © DPA

Flensburg - Knapp neun Millionen Deutsche haben in der Flensburger Verkehrssünderkartei Punkte auf dem Punkte - wie viele es sind, weiß kaum einer. Nun hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) Vorschläge gemacht, wie das System durchschaubarer werden kann.

Bisher verfällt ein gesammelter Punkt nicht, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit ein neuer dazukommt. «Das ist intransparent», sagte KBA-Präsident Ekhard Zinke am Dienstag (30. März) in Flensburg. Für einen Verkehrssünder sei schwierig nachzuvollziehen, wie viele Punkte er hat. Der Vorschlag des KBA: Die Zeit, bis ein Punkt verfällt, wird verlängert, dafür sind sie nach nach drei, sechs oder zwölf Jahren - je nach Verstoß - definitiv weg. «Das sind erste Gedanken auf Arbeitsebene», betonte Zinke. Über die Punktereform muss die Bundesregierung beraten und entscheiden.

Im vergangenen Jahr mussten 470 000 Autofahrer in Deutschland ihren Führerschein abgeben. Die Zahl der Betroffenen lag damit fast fünfmal so hoch wie noch 1991. Als Hauptgrund für diese Steigerung nannte Zinke bei der Vorlage des KBA-Jahresberichts die Wiedervereinigung: 1991 war das erste vollständige Jahr, das mit den neuen Bundesländern ausgewertet wurde. Vor allem bis 1994 zogen die Zahlen an. Zudem haben heute pro 1000 Einwohner mehr Menschen Autos oder Motorräder als noch Anfang der 1990er Jahre.

Außerdem sei ein Fahrverbot - zum Beispiel beim Überfahren einer roten Ampel oder bei zu schnellem Fahren - heute wegen anderer Punkte-Regeln schneller zu erreichen als noch vor 20 Jahren. «Wir sind kein Volk von Rasern geworden», betonte Zinke. Die Zahl der Punktesünder in Flensburg lag am 1. Januar 2010 mit knapp neun Millionen Menschen registriert um 1,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die meisten von ihnen waren zu schnell gefahren.

Die Zahl der zugelassenen Autos stieg um 1,3 Prozent auf 41,7 Millionen. 2009 wurden 3,8 Millionen Autos neu zugelassen - dank der Abwrackprämie ein Plus von 23,2 Prozent. Die vielen Neuwagen senkten das Durchschnittsalter der Fahrzeuge von 8,2 auf 8,1 Jahre. Während Sportwagen mit einem Minus von 26 Prozent deutlich weniger gefragt waren, verdoppelte sich bei den Neuzulassungen die Zahl der Kleinstwagen nahezu. Elektro- und Hybridantriebe blieben weiter eine Randerscheinung. Bei den Farben liegen weiße Autos weiter im Trend. Fast jedes zehnte Auto ist weiß lackiert.

KBA-Jahresbericht (pdf-Datei): http://dpaq.de/Mpvz5

© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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