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Klopfen gegen Ängste: Emotional Freedom Techniques

Von Eva Neumann 31. Mär 2010, 09:16

Angst vor dem Zahnarztbohrer muss nicht sein - Emotional Freedom Techniques sollen dagegen helfen. (Bild: DAK/Wigger/dpa/tmn) © DPA

Angst vor dem Zahnarztbohrer muss nicht sein - Emotional Freedom Techniques sollen dagegen helfen. (Bild: DAK/Wigger/dpa/tmn) © DPA

Karlsruhe/Bonn (dpa/tmn) - «Angst - Stress - Trauma ade!», «Sorgenfrei in Minuten» oder «Klopfen kann alles ändern». Mit Slogans wie diesen werben die Anbieter von Emotional Freedom Techniques (EFT) für ihr therapeutisches Konzept.

Übersetzt steht das für «Techniken der Emotionalen Freiheit». Die Methode wurde von dem US-Amerikaner Gary Craig erfunden und findet in Deutschland immer mehr Anhänger.

EFT benutzt das Meridianmodell der Traditionellen Chinesischen Medizin. «Die Grundvorstellung ist, dass es körpereigene Energieströme gibt. Wenn sie blockiert sind, äußert sich das in den unterschiedlichsten Beschwerden», erklärt Ulrich Görres vom Fachverband der professionellen EFT-AnwenderInnen in Bonn. «Um diese zu beheben, müssen die Energieströme beeinflusst werden, indem bestimmte Körperpunkte gereizt werden.»

EFT-Erfinder Craig hat zunächst mit einem fertigen Klangprotokoll gearbeitet: Festgelegte Punkte werden nach einem festgelegten Schema mit zwei bis drei Fingern beklopft. Aus Sicht von EFT-Coach Görres kann die Technik bei allen möglichen Störungen eingesetzt werden - Behandlungen von Rückenschmerzen könnten genauso unterstützt werden wie die von Kopfschmerzen oder die Kinderwunschtherapie. «Das Hauptanwendungsgebiet sind jedoch spezielle Ängste.»

Das bestätigt Gertrud Fahnenbruck, psychologische Psychotherapeutin in Karlsruhe. «Negative, blockierende Gefühle und physiologische Stressreaktionen lassen sich durch Klopfen von Körperpunkten auf eine sehr einfache, effiziente Weise herunterregulieren», sagt sie. Während der Behandlung lasse sich beobachten, wie sich Atmung und Herzschlag zunächst beschleunigen und Muskeln anspannen. Dann entspanne sich der Patient zusehends. Am deutlichsten funktioniere das bei eng abgegrenzten Ängsten wie Höhenangst, Flugangst, Zahnarztangst oder Nadelphobie.

Am Beginn einer Behandlung steht ein ausführliches Vorgespräch. «Dann konzentrieren sich Behandler und Patient auf das Problem des Patienten», erläutert Görres. «Wir stehen einander gegenüber. Ich zeige an meinem Körper die Klopfpunkte und bearbeite sie, der Patient vollzieht dies spiegelbildlich nach.»

Allerdings muss sich der Patient bewusst sein: Bei dieser Methode sind auch psychologische Komponenten beteiligt. «Nicht nur bei komplexeren Krankheitsbildern kann es natürlich passieren, dass im Rahmen einer EFT-Behandlung Dinge an die Oberfläche geholt werden, die völlig unvorhersehbar sind», warnt Fahnenbruck. Genau das sollte bereits bei der Wahl des Therapeuten bedacht werden.

Nur: «In Deutschland gibt es keinerlei anerkannte Ausbildungsverordnung oder Prüfsiegel für Anwender dieser Methode. Deshalb ist es für Patienten sehr schwer, einen qualifizieren Behandler zu finden», schränkt Bodo Liecker, Mediziner bei der Techniker Krankenkasse (TK), ein. «Da diese Methode vor allem zur Behandlung psychischer Beschwerden angewandt wird, sollte man darauf achten, dass der Behandelnde fundierte psychologische oder psychotherapeutische Kenntnisse und Erfahrungen hat.»

© 2010 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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