Musik Kritiken
CD Kritik: 4 The Road von The Duo
Von Rainer Molz 6. Apr 2010, 12:12

Gitarre und Gesang – Jazz mit Stimme. Sicherlich keine Besonderheit im alltäglichen Musikgeschäft. Dennoch etwas charmantes und spezielles, wenn zwei Männer sich dem Thema widmen. In der Regel erwartet man doch eher eine weibliche Stimme zum Instrument. Das es auch anders hervorragend klingen kann und den Hörer mitreißt, beweisen zwei die es seit vielen Jahren oftmals zelebriert haben – Norbert Gottschalk (Vocals, Flügelhorn, Gitarre) und Frank Haunschild (Gitarre und Vocals).
Beides keine Unbekannten auf dem Flokati der Musik. Norbert Gottschalk ist Dozent für Jazz-Gesang und Improvisation nicht nur in Maastricht, er leitet auch als Gastdozent Seminare am Berklee College Of Music in Boston. Daneben steht er auf den Bretter u.a. mit Frank Nimsgern und er arbeitete viele Jahre an der Seite von Peter Herbolzheimer – einer der besten deutschen Bigband-Leader und Leiter des Bundesjazzorchester - der leider am 27.03.2010 im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Frank Haunschild ist ein Jazz-Gitarrenmeister. Er unterrichtet u.a. in Köln und Freiburg, ist Buchautor und als Solo-Künstler in Jazzclubs gerne gesehen und gehört. Beide vereinen sich im The Duo und präsentieren mit „4 The Road“ nach 1997 „Favorite Songs“, 2001 „Bridges“ und 2003 „Better Days“ ihr nun viertes Werk.
„4 The Road“ - Musik die berührt, oszilliert und einen melancholisch umschmeichelt. Musik die vor Leichtigkeit davon schwebt, die im Ohr hängen bleibt und emotional sticht. Einfach nur toll. Große Spielfreude macht sich breit und entfaltet eine äußerst aufregende Dynamik. Süchtig machendes Liedgut aus einem reichen und mehrfarbigen Repertoire. So erklingen Stücke u.a. von Pat Metheny „James“, Antonio Carlos Jobim „Zingaro“ und Ralph Towner „Tramonto“ vollkommen neu, weil sie mit eigener poetischen Lyrik angereichert plötzlich freier atmen. Stücke wie „Nardis“ von Miles Davis, „Two For The Road“ von Henri Mancini, „While My Guitar Gently Weeps“ von George Harrison und „Black Crow“ von Joni Mitchell erleben eine Totalinspektion von vokaler Virtuosität, harmonischem Gesang und fingerspitzem, äußerst überzeugendem Gitarrenspiel. Ein Hochgenuss.
Zwei Männer erobern gemeinsam ein Ziel – Jazz mit Stimme und Gitarre, bereichert von Norbert Gottschalk´s weichem Flügelhornspiel. Emphatischer, intensiver und zarter Skatgesang von großer Tragweite legt sich auf eine swingende, ausdrucksstarke, lebhafte und energiegeladene Gitarre.
Dies kann man und darf man auch live erleben. Eine Tour ist zur Zeit in Planung – Infos unter www.theduo.de
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