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Zusammen ist man weniger allein (Spielfilm des Tages) - Di. 25.01 - 3sat: 20.15 Uhr

Menschen in der Großstadt

Von Claas Nielsen 25. Jan 2011, 20:15

Manchmal ist es ganz schön schwer, aus der selbst gewählten Einsamkeit auszubrechen. Camille (Audrey Tautou) gelingt das auf charmante und sehr französische Art und Weise. © ZDF / ARD Degeto

Manchmal ist es ganz schön schwer, aus der selbst gewählten Einsamkeit auszubrechen. Camille (Audrey Tautou) gelingt das auf charmante und sehr französische Art und Weise. © ZDF / ARD Degeto

Sie strahlen wieder, die rehbraunen Augen Audrey Tautous. Man kann von ihnen halten, was man will. Kann sich an ihnen vielleicht gar nicht sattsehen. Oder ihnen gelangweilt jegliche Ausdrucksfähigkeit jenseits der Niedlichkeit absprechen. Seit 'Amélie' gehören sie zum französischen Kino wie die Stimme von Jane Birkin oder der Schmollmund von Brigitte Bardot. 2007 waren sie in der fabelhaften und sehr charmanten Romanze 'Zusammen ist man weniger allein' von Altmeister Claude Berri zu sehen, die 3sat nun erneut zeigt.

Franck (Guillaume Canet) hat Camille (Audrey Tautou) mit aufs Land genommen, wo sie fälschlicherweise für ein Paar gehalten werden und sich anfangs eher widerwillig ein Bett teilen müssen. © ZDF / ARD Degeto

Franck (Guillaume Canet) hat Camille (Audrey Tautou) mit aufs Land genommen, wo sie fälschlicherweise für ein Paar gehalten werden und sich anfangs eher widerwillig ein Bett teilen müssen. © ZDF / ARD Degeto

In Frankreich ist Tautou derzeit wieder im Kino zu bewundern, wo sie in der romantischen Komödie 'De vrais mensonges' als freche Friseurin zu einer gewagten Notlüge greift. Ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest.

Es ist ein Großstadtmärchen, das Claude Berri mit einem guten Gespür für die moderne Art der Zwischenmenschlichkeit erzählt. Allerdings beginnt 'Zusammen ist man weniger allein', nach dem gleichnamigen Bestseller von Anna Gavalda, gar nicht märchenhaft, sondern im Grau des Alltags.

Franck (Guillaume Canet) und Camille (Audrey Tautou, rechts) bringen Paulette (Françoise Bertin) in ihren Garten zurück. © ZDF / ARD Degeto

Franck (Guillaume Canet) und Camille (Audrey Tautou, rechts) bringen Paulette (Françoise Bertin) in ihren Garten zurück. © ZDF / ARD Degeto

Die junge Camille (Audrey Tautou) ist eine talentierte Zeichnerin, arbeitet in einer Putzkolonne, wohnt in einem schäbigen Dachzimmer und wiegt viel zu wenig. Aus ihrer ganzen Person spricht Verweigerung gegenüber der Welt. Freunde hat sie nicht.

In der Wohnung unter ihrer Kammer leben der stotternde, weltfremde Historiker Philibert (Laurent Stocker) und der mürrische Gourmetkoch Franck (Guillaume Canet). Auch sie sind Verweigerer. Franck zeigt dem Leben ganz bewusst den Stinkefinger.

Camille (Audrey Tautou) und Franck (Guillaume Canet) werden nach anfänglichen Antipathien tatsächlich so etwas wie Freunde. © ZDF / ARD Degeto

Camille (Audrey Tautou) und Franck (Guillaume Canet) werden nach anfänglichen Antipathien tatsächlich so etwas wie Freunde. © ZDF / ARD Degeto

Aber er kümmert sich auch hinreißend um seine Oma Paulette (Françoise Bertin), die nach einem Sturz ins Seniorenheim eingewiesen wurde, aus dem sie am liebsten sofort ausbrechen möchte. Diese vier Personen lernen sich nacheinander kennen und treten in eine Beziehung zueinander. Sie entdecken hinter all der Abneigung (gegenseitig, der Welt und sich selbst gegenüber) die Liebe, den Spaß und das Leben.

Der Film ist eine Komödie, weil der Roman es so will und weil Claude Berri mit einer wunderbar zurückhaltenden Regie der Verletzlichkeit seiner Protagonisten und ihren Mätzchen genügend Platz lässt, ohne sie zur Schau zu stellen.

Philibert (Laurent Stocker, rechts) lebt mit Franck (Guillaume Canet) und der zerbrechlichen Camille (Audrey Tatou) in einer Wohngemeinschaft, Francks Großmutter Paulette (Francoise Bertin, zweite von rechts) stößt dazu. © ZDF / ARD Degeto

Philibert (Laurent Stocker, rechts) lebt mit Franck (Guillaume Canet) und der zerbrechlichen Camille (Audrey Tatou) in einer Wohngemeinschaft, Francks Großmutter Paulette (Francoise Bertin, zweite von rechts) stößt dazu. © ZDF / ARD Degeto

Das wirkt ehrlich und unaufgesetzt. Und all das spiegelt sich auch in Audrey Tautous rehbraunen Augen: die Angst, die Verzweiflung, die Unsicherheit genauso wie der Aufbruch und der Lebensmut. Im deutschen Kino wollten den Film beachtliche 820.000 Zuschauer sehen.

© 2011 teleschau - der mediendienst

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Film Information

Starttermin: 2007-08-16
Regisseur: Claude Berri
Genre: Komödie
Bewertung: ausgezeichnet

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