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Game Kritik: Bayonetta

Hirn aus, Augen auf

Von Robert Bannert 2. Jan 2010, 07:57

'Devil May Cry'-Erfinder Hideki Kamiya und seine Firma Platinum Games starten mit 'Bayonetta' nicht nur einen Großangriff auf die Sinne - auch die Finger der Spieler strapazieren sie ganz schön.

'Devil May Cry'-Erfinder Hideki Kamiya und seine Firma Platinum Games starten mit 'Bayonetta' nicht nur einen Großangriff auf die Sinne - auch die Finger der Spieler strapazieren sie ganz schön. ...mehr

'Devil May Cry'-Erfinder Hideki Kamiya und seine Firma Platinum Games starten mit 'Bayonetta' nicht nur einen Großangriff auf die Sinne - auch die Finger der Spieler strapazieren sie ganz schön.

Absurd und doch verdammt spaßig: Segas verschwenderisch verzierte Haudrauf-Orgie 'Bayonetta' setzt Genre-Maßstäbe und verfrachtet Xbox-360- und PlayStation3-Zocker in den schrägsten Action-Kosmos seit Langem, in dem sich ein Sarah-Palin-Double mit ihren dämonischen Haaren durch Himmelheerscharen schlägt und zur Verbesserung des Wohlbefindens Mondlollis lutscht ...

Hanebüchene, aber spektakulär inszenierte Geschichten haben bei 'Devil May Cry'-Erfinder Hideki Kamiya durchaus Tradition. 'Bayonetta' legt jedoch zwei Kuriositätenschippen drauf, weshalb das Game irgendwo zwischen kreativem Genie und Bit&Bytes gewordenem Wahnsinn anzusiedeln ist ...

Weil Hexe Bayonetta nach mehreren hundert Jahren unfreiwilligen Schlummers kein Gedächtnis mehr hat, schlägt sie sich in Ermangelung sinnvoller Alternativen auf die Seite zwielichtiger und höllischer Gesellen, die ihr Dasein allesamt in einer Art Vorhölle fristen.

Dort werden sie alle Nase lang von den himmlischen Heerscharen attackiert: Die sind allerdings weder sonderlich schön, noch göttlich - vielmehr sind es groteske Golems, geflügelte Vogelkreaturen und andere beschwingte Absurditäten, die sich da im Namen des Herrn aus ihrer Wolkensphäre stürzen, um Bayonetta und ihresgleichen die Leviten zu lesen.

Aber trotz großer Gedächtnislücken ist die zauberhafte Kämpferin noch mächtig auf Zack: Bayonetta prügelt und tritt sich durch eine skurrile Kombination aus japanisiertem Gothic-Kosmos und Film-Noir-Welt, bei der Humor und Slapstick-Einlagen ebenso an der Tagesordnung sind wie atemlose Actioneinlagen.

Weil ihre Gegner gar so hartnäckig (und auch zahlreich) sind, wehrt sich das Mädel aber nicht nur mit Fäusten und Stöckelschuhen: Die Dame bedient gleich vier Pistolen auf einmal - eine in jeder Hand und zwei weitere, die an den Fußfesseln montiert sind und bei besonders spektakulären Manövern abgefeuert werden.

Aber Bayonetta kann noch mehr: Den aus dem Jump&Run-Genre bekannten Doppelsprung führt sie aus, indem sie beim zweiten Antippen des Sprung-Buttons kurzzeitig ein Paar schillernder Schmetterlingsflügel ausfaltet. Und weicht sie im allerletzten Moment einer gegnerischen Attacke aus, aktiviert sich die sogenannte Hexen-Zeit, bei der das Geschehen kurz in Zeitlupe abläuft ...

Darüber hinaus führt der Haarschopf der Dame ein extrem aggressives Eigenleben: Er dient ihr als verlängerter Arm, mit dem sie beispielsweise magische Plattformen aktiviert.

Oder aber er verwandelt sich als krönender Abschluss einer Angriffskombination in ein gigantisches Monstrum, das selbst große Gegner mit einem Happs verschlingt. Und je beherzter die mystisch versierte Kriegerin ballert, um sich prügelt und mit wehendem Haarschopf durch die Luft segelt, desto mehr regt sich was in ihrem Oberstüblein: Alle paar Kapitel gewinnt Bayonetta einen Teil ihrer Erinnerung zurück und mit ihr neue, aufregende Kräfte - wie etwa das Talent, senkrecht die Wände emporzulaufen und dabei ohne Einschränkung weiterzukämpfen.

Worum es bei 'Bayonetta' wirklich geht, das erfährt der Spieler Erinnerungsbruchstück für Erinnerungsbruchstück. Will heißen: Der Weg ist das Ziel - und das Beschreiten dieses Weges macht richtig Laune, sofern man volljährig ist und sich auf das völlig überdrehte Actiongeschehen, die mitunter wirren Rätseleinfälle und die Flut an Upgrade-Möglichkeiten einlässt. Denn gegen gesammelte Heiligenscheine gibt's neue Angriffe und magische Lutscher, die sich aber auch selbst erstellen lassen und vor allem bei den gigantischen Bossgegnern auch dringend benötigt werden.

Fazit: 'Bayonetta' ist eine höllische Achterbahnfahrt mit himmlischen Staunfaktor. Schräger, abgefahrener und temporeicher geht's kaum.

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Bayonetta

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Spiel Information

Erscheinungsdatum: 2010-01-08
Freigabe: ab 18 Jahren
Genre: Action
Vertrieb: Sega
Bewertung: sehr gut

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Homepage Sega

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