TV Programm
One Way - Eine fatale Entscheidung - Mo. 09.05 - ZDF: 22.15 Uhr
Wie du mir, so ich dir
Von Jasmin Herzog 9. Mai 2011, 22:15

'One Way' mit Til Schweiger mag ein Hochglanzfilm sein. Eine Glanzleistung ist er wahrlich nicht. © ZDF / Erik Steingröver
Wieder eine Erfolgsmeldung für Til Schweiger: Seine Familienkomödie 'Kokowääh' (2011) hat unlängst die Vier-Millionen-Marke geknackt. Ob er den bisherigen Rekord des Schauspielers und Regisseurs brechen kann, ist jedoch fraglich. 'Keinohrhasen' lockte 2007 über sechs Millionen Zuschauer vor die große Leinwand. Doch Schweiger, der derzeit an der Fortsetzung seines Kassenschlagers, Arbeitstitel 'Keinohrhasen 3', sowie dem zweiten Teil von 'Männerherzen ... und die ganz, ganz große Liebe' (Kinostart voraussichtlich im September) arbeitet, bewies bei seinen Filmrollen indes nicht immer ein gutes Händchen.

Das Gerichts-Drama 'One Way' (2006) etwa, das das ZDF nun wiederholt zeigt, floppte im Kino. Nur knapp 200.000 Besucher wollten die deutsch-kanadische Koproduktion sehen.
Der Film steigt mit einer Vergewaltigungsszene ein. Das gibt einen kleinen, bitteren Vorgeschmack darauf, was später noch kommen soll. Regisseur Reto Salimbeni wollte einen 'Frauenfilm' inszenieren, der sich für die Opfer sexueller Gewalt stark macht. Warum nur dreht sich dann alles um den besten Freund des Opfers? Dass dieser von Til Schweiger gespielt wird, der sich in der Rolle des erfolgreichen Yuppies ein wenig zu sehr selbst gefällt, macht die Sache nicht runder.

Der schicke Hochglanzlook, den Salimbeni, der eigentlich aus der Werbefilmbranche kommt, dem Film verpasste, will auch so gar nicht zu der Thematik passen. Ein ernstes Problem wird hier teils so hip präsentiert wie ein Musikvideo, teils so kühl wie ein Brokerfilm - ein unpassender Rahmen.
Gerade noch steht er als vermeintlicher Traumschwiegersohn im durchgestylten Wohnzimmer vor den zukünftigen Schwiegereltern und hält um deren Tochter Hand an. Und schon im nächsten Moment treibt es Eddie Schneider (Schweiger) unästhetisch hemmungslos mit der Nachbarin auf der Flurtreppe. Er ist einem auf Anhieb unangenehm, dieser überhebliche Yuppie.

Dass Eddie vor Gericht gegen seine beste Freundin falsch aussagt, macht ihn nicht sympathischer. Angelina (Lauren Lee Smith) wurde von Eddies zukünftigem Schwager Anthony (Sebastien Roberts) brutal vergewaltigt. Doch weil der ihn mit Detektivaufnahmen seiner Seitensprünge erpresst und der karrieregeile Eddie sein bequemes Leben nicht verlieren will, entscheidet er sich gegen Angelina und entlastet den Täter - mit bösen Folgen.
Zur unpassenden Inszenierung - 'One Way' erinnert vielmehr an ein Börsen- als an ein Vergewaltigungsdrama - kommt die langweilige und oberflächliche Handlung. Weder die Geschichte noch die Figuren gehen in die Tiefe.

Welche Aussage Reto Salimbeni und Til Schweiger, der auch als Produzent hinter dem Projekt stand, mit diesem Film machen wollten, bleibt ein Rätsel.
© 2011 teleschau - der mediendienstMehr über Lauren Lee Smith
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"Der Eisbär"]"Tilman Valentin 'Til' Schweiger" (* 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Produzent. Als Filmemacher war er für einige der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen ....mehr- 'Kokowääh 2': Dreh zum Til Schweiger-Film hat begonnen
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