TV Programm
Bedways - Do. 15.09 - ARTE: 23.25 Uhr
Orgasmus bitte!
Von Sarah Hastig 15. Sep 2011, 23:25

Hans (Matthias Faust) und Marie (Lana Cooper) lernen behutsam ihre Körper kennen. © ARTE / ZDF / Independent Partners Film 2010
Ist die Lust ein Gefängnis? Sex ein Kerker? Gehört der Körper dem Individuum? - Regisseur und Drehbuchautor RP Kahl sucht in seinem Film 'Bedways' (2010), den ARTE als Free-TV-Premiere zeigt, nach Antworten. Fündig wird er nicht - nicht im herkömmlichen Sinne. Sein furioses Kammerspiel, brutal eindringlich in einem Berliner Wohnloch inszeniert, ist eher eine Versuchsanordnung, die so viele Schlüsse zulässt, wie es Betrachter gibt. Drei Menschen, zwei Frauen und ein Mann, sinnieren über die Sexualität - in Theorie und explizit gefilmter Praxis.
Nina (Miriam Mayet) will einen Film über Sex machen.

Sie interessiert sich dafür, ob Sex ein individuelles Verlangen ist oder ob das Lustempfinden von außen gesteuert wird. Und dafür, ob die körperliche Liebe, ob Intimität dargestellt werden kann oder ob durch die Abbildung ihr Wesen zerstört wird. Ein Drehbuch gibt es noch nicht, Geld für die Produktion auch nicht. Dennoch bittet die Filmemacherin Marie (Lana Cooper) und Hans (Matthias Faust) zu Probeaufnahmen.
Sechs Tage lang verbringen sie in einem heruntergekommenen Appartment.
Zwischen den Dreien entspannt sich eine gefährliche Beziehung, sie geraten in einen Sog, in dem ihr Experiment zur Realität wird und die Realität zu einer Versuchsanordnung.
Lustvoll, provokant und nachdenklich: 'Bedways' ist ein aufregender Film, der bei der Berlinale 2010 als Abschlussfilm der Reihe 'Perspektive deutsches Kino' zu sehen war. 'Die Abbildung von Erotik und Sex ist eine Herausforderung, die bisher in der Malerei, Fotografie oder Literatur einfacher zu gelingen scheint als im Film', sagte RP Kahl über sein Projekt. 'Vor allem, wenn eine wirkliche intime Situation erzeugt werden soll', und das mit kompromisslosen Bildern. Wen wundert's, dass der Regisseur für diesen zwangsläufig polarisierenden Stoff keine Filmförderung bekam und das Projekt selbst finanzieren musste? Umso mutiger, dass ARTE diesen radikalen, aber selten ehrlichen Film über die Sexualität nun ausstrahlt.© 2011 teleschau - der mediendienst Kommentiere diesen ArtikelMehr über Lana Cooper
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