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Manni Ludolf - 'Weil ich ein Clown bin'

Manni Ludolf ist der 'Almkönig' 2011

Von Katharina Raab 5. Sep 2011, 15:00

Almkönig der Herzen: Manni Ludolf schlug sich am besten im ProSieben-Reality-Format 'Die Alm'. © ProSieben / Stefan Menne

Almkönig der Herzen: Manni Ludolf schlug sich am besten im ProSieben-Reality-Format 'Die Alm'. © ProSieben / Stefan Menne

Wieder das Besetztzeichen. Hartnäckigkeit gehört dazu, wenn man Manni Ludolf ans Telefon bekommen möchte. Dann meldet sich aber doch ein Ludolf am anderen Ende der Leitung. 'Manniii, die Interviewerin, komma hoooch', brüllt Peter seinem Bruder zu, der gerade samt Siegerglocke für die lokale Presse posiert. 15 Tage verbrachte der frisch gebackene 'Almkönig' für das ProSieben-Reality-Format 'Die Alm' mit acht anderen Promis auf einer Berghütte. Doch Manni bleibt Manni. Auf der Alm und auf dem heimischen Schrottplatz, der durch die DMAX-Serie 'Die Ludolfs' Kultstatus erlangte.

Ein herzensguter Typ: Die Fans wollen einen so, wie man ist. Ich habe immer versucht, die Gruppe aufzumuntern, habe meine Späßchen getrieben, weil ich ein Clown bin, fasst Manni Ludolf seinen Aufenthalt auf der Alm zusammen. © ProSieben / Stefan Menne

Ein herzensguter Typ: 'Die Fans wollen einen so, wie man ist. Ich habe immer versucht, die Gruppe aufzumuntern, habe meine Späßchen getrieben, weil ich ein Clown bin', fasst Manni Ludolf seinen Aufenthalt auf der 'Alm' zusammen. © ProSieben / Stefan Menne

Während andere in Gipfelnähe maulten, rackerte sich der 49-Jährige munter ab und hatte für jeden ein gutes Wort übrig. Auch jetzt noch. Nur für eins hat Manni wenig Verständnis: 'Das 'Sie' gibt's bei mir aber nicht', befindet der gutmütige Tierfreund, wenn man allzu förmlich wird. Geplaudert wird also auf Du und Du - 'voll korrekt' eben!

teleschau: Manni, bist Du wieder gut zu Hause in Dernbach gelandet?

Manni Ludolf: Ja. Den ersten Flieger aus München haben wir zwar verpasst. Wir mussten drei Stunden am Flughafen warten. Aber dann war ich schwuppdiwupp wieder daheim.

Für die Gruppe hätte ich alles gemacht, sagt Manni Ludolf und schluckte selbst rohes Schweinehirn ohne Murren herunter. © ProSieben / Stefan Menne

'Für die Gruppe hätte ich alles gemacht', sagt Manni Ludolf und schluckte selbst rohes Schweinehirn ohne Murren herunter. © ProSieben / Stefan Menne

teleschau: Und da wollen jetzt sicher alle ein Stück von Dir abhaben. Ist das nicht sehr stressig?

Manni: Nöö. Ich mach mir überhaupt keinen Stress. Immer daran denken: alles cool, alles korrekt. Und immer die Ruhe bewahren.

teleschau: Na gut: Dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Titel!

Manni: Danke, aber den hätte jeder andere auch verdient. Ich habe viel mehr mitgenommen als den Titel, und das ist Freundschaft.

teleschau: Hat Dich die Entscheidung der Zuschauer überrascht?

Manni: Ich war baff, weil ich mit dem fünften oder sechsten Platz gerechnet habe.

Ich hätte mir mehr Herausforderungen gewünscht, bedauert Manni Ludolf rückblickend. Zum Sieg reichte es dennoch. © ProSieben / Stefan Menne

'Ich hätte mir mehr Herausforderungen gewünscht', bedauert Manni Ludolf rückblickend. Zum Sieg reichte es dennoch. © ProSieben / Stefan Menne

Ich verstellte mich nie, und die Fans, die Freunde haben das honoriert. Aber ich hätte das auch allen anderen gewünscht. Neidisch will ich nie sein, sondern eher Frieden stiften. Dann geht es viel einfacher. Jeder von denen war super.

teleschau: Wen hast Du denn besonders in Dein Herz geschlossen?

Manni: Darf ich das wirklich sagen?

teleschau: Aber klar!

Manni: Den Sepp! Ich mag seine ganze Art. Er spielt immer den Harten, ist aber in Wirklichkeit ein ganz Lieber. Er erinnert mich an Papa. Aber ich mochte auch jeden anderen meiner großen Familie. Ob nun Kathy, ob die Charlotte, ob nun Anna und besonders auch unsere kleine Tess.

Manniquin: Unter Anleitung von Alm-Kollegin Charlotte Karlinder entwickelte sich Manni Ludolf zum Hütten-Casanova. © ProSieben / Stefan Menne

Manniquin: Unter Anleitung von 'Alm'-Kollegin Charlotte Karlinder entwickelte sich Manni Ludolf zum Hütten-Casanova. © ProSieben / Stefan Menne

Die ist immer noch ein kleines Mädchen geblieben. Von Werner hab ich auch viel gelernt.

teleschau: Was denn?

Manni: Von ihm hab ich den Umgang mit den Tieren gelernt. Bei ihm ist das auch so: Nach außen zeigt er den Harten, und in Wirklichkeit ist er ganz warmherzig, genau wie der Carsten. Der kommt rüber wie ein Baumfäller. Aber als er einem Fisch auf den Kopf hauen musste, kamen ihm fast die Tränen. Da sieht man, wie herzensgut er ist. Unser Thommi natürlich auch. Er hat sich rapide entwickelt. Rolfie hat auch einen ganzen Schritt nach vorne gemacht.

teleschau: Was sagst Du denn zu Gina-Lisa?

Ein echtes Herdentier: Ich hätte das auch allen anderen gewünscht, sagt Almkönig Manni Ludolf. © ProSieben / Stefan Menne

Ein echtes Herdentier: 'Ich hätte das auch allen anderen gewünscht', sagt Almkönig Manni Ludolf. © ProSieben / Stefan Menne

Manni: Ich bin immer noch der Meinung, dass sie richtig krank gewesen ist. Egal, was die anderen gesagt haben. Sie hatte nicht nur eine Mittelohrentzündung, sondern auch eine Grippe. Wenn sie das noch durchgezogen hätte, wäre sie vielleicht noch einen Monat lang im Bett liegen geblieben. Man muss immer dran denken, jeder nimmt eine Krankheit anders auf. Die ganzen vielen Tiere sind mir natürlich auch ans Herz gewachsen. Das neugeborene Kälbchen bleibt ja zum Glück am Leben. Sonst hätte ich nie wieder Fleisch gegessen!

teleschau: Woher nimmst Du denn dieses ganze Verständnis und die Gelassenheit?

Die anderen hatten sich ja öfter mal in den Haaren …

Manni: Ganz einfach, ich bin eines von sechs Geschwistern. Jetzt habe ich ja leider nur noch zwei Brüder und eine Schwester, unser Binchen (Schwester Monika und Bruder Horst Günter verstarben bereits, d. Red.). Da muss man Teilen lernen und alle müssen miteinander Geduld haben. Wenn es einen kleinen Streit gibt, muss man immer schlichten. Ich bewahre die Ruhe und stichele keinen Krach an.

teleschau: Bei Dir sah die ganze harte Arbeit immer so leicht und locker aus. Gab es trotzdem Dinge, die Dich Überwindung gekostet haben?

Manni: Ganz klar: Körbeflechten! Ich habe es versucht, aber es kam nur eine Reuse dabei raus. Die ersten zehn Tage waren die härtesten. Da hatten wir nur Wasser, ein bisschen Mehl. Salz haben wir uns aus dem Kuhstall vom Leckstein der Kühe besorgt. Das war alles original. Auch das Plumpsklo.

teleschau: Wie schnell hast Du Dich an die ganzen Kameras auf dem Almgelände gewöhnt?

Manni: Ab dem fünften Tag hat man die Kameras gar nicht mehr bemerkt, da hat man nicht mehr dran gedacht. Das sollte ja auch so sein. Ich hatte nichts zu verbergen, und ich wollte mich überhaupt nicht verstellen. Außerdem sind bei mir zu Hause ja auch ständig Kameras. Sollen sie doch alles sehen. Die Fans wollen einen so, wie man ist. Ich habe immer versucht, die Gruppe aufzumuntern, habe meine Späßchen getrieben, weil ich ein Clown bin.

teleschau: Was hast Du denn da oben am meisten vermisst?

Manni: Ich habe nichts vermisst. Ich hätte mir nur mehr Herausforderungen gewünscht. Bei der 'Alm' tritt ja alles außer Kraft. Mein Sportrtraining zum Beispiel. Heute Morgen war ich schon drei Stunden lang unterwegs ...

teleschau: Was machst Du denn für Sport?

Manni: Joggen und Walken gemischt. Auch auf meine Ernährung musste ich schauen. Aber ich habe nichts zugelegt und auch nichts abgenommen auf der Alm. Null auf Null eben.

teleschau: Dabei durftest Du doch an Leckereien wie Stierhoden oder Schweinehirn knabbern ...

Manni: Für die Gruppe hätte ich alles gemacht. Gut, das Knochenmark war etwas wabbelig. Das konnte man zwar essen, es war aber nichts Besonderes. Dann kam der Hoden. Das war super leckeres Fleisch. Fast schon wie Schnitzel. In Griechenland gibt es das als Spezialität. Das würde ich sicher noch mal essen. Das Hirn war nicht sonderlich lecker, das war roh. Dann kam das Blut. Wenn da ein bisschen Salz bei gewesen wäre, wär's eine Delikatesse. Das Wichtigste war: Rein, rein, rein. Immer an die Gruppe denken. Wenn man für eine Gruppe spielt, will man auch immer alles reinholen. Ach, ich will uns gar nicht als Gruppe bezeichnen, wir waren eine große Familie.

teleschau: Inwiefern hat Dich die Zeit auf der 'Alm' verändert?

Manni: Mein Leben ist wieder neu geprägt. Ich bin ein absoluter Tierfreund. Aber ich lernte, dass man die Tiere noch freundlicher behandeln kann. Tiere würde ich nie schlagen. Das ist ja auch mit Menschen so. Wenn man freundlich auf jemanden zugeht, kommt es immer zehnfach wieder zurück. Das ist schön. Und natürlich habe ich viel von Sepp gelernt. Das werde ich immer erwähnen.

teleschau: Wirst Du ihn noch mal besuchen?

Manni: Klar, wir haben uns alle verabredet. Jeder trifft sich noch mal wieder. Charlotte hat auch gerade vor Dir bei mir angerufen. Da wird es vielleicht noch was geben. So nach dem Motto 'Der Schrotti und die Schwedin' - ich bin sehr gespannt.

teleschau: Manni, vielen Dank für Deine Zeit!

Manni: Und ich danke Dich! Oder Dir? Da komm ich immer durcheinander. Bei 'Der, die, das' habe ich aber keine Probleme (lacht).

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