TV Star Portrait
Uwe Ochsenknecht - 'Das habe ich mir gemerkt'
Uwe Ochsenknecht startet in 'Das große Comeback' (Do., 13.10., 20.15 Uhr, ZDF) noch mal richtig durch und spielt im Thriller 'Amigo - Amigo - Bei Ankunft Tod' (Mo., 10.10., 20.15 Uhr, ZDF)
Von Sabine Metzger 9. Sep 2011, 10:21

Leidenschaft, so verrät Uwe Ochsenknecht im Interview, sei ihm einfach viel wichtiger als Erfolg. © ZDF / Stephan Persch
Er kann einfach nicht anders. Uwe Ochsenknecht liebt die Musik, und da macht es ihm auch nichts aus, wenn sich sein letztes Album 'Match Point' 2008 so schlecht verkaufte, dass es in den Charts nicht einmal gelistet wurde. Unverdrossen sprang er 2009 in Frauenkleidern auf die Bühne, um im Musical 'Hairspray' die traditionell männlich besetzte Rolle der Edna Turnblad zu übernehmen - und zu singen. Auch in seinem neuen Fernsehfilm 'Das große Comeback' (Do., 13.10., 20.15 Uhr, ZDF) darf Ochsenknecht als erfolgloser Ex-Schlagerstar das Mikro in die Hand nehmen.

Leidenschaft, so verrät der entspannte Vielarbeiter im Interview, sei ihm einfach viel wichtiger als Erfolg. Vielleicht aber auch nur, weil er zumindest als Schauspieler so viel davon hat.
teleschau: Der Titel Ihres aktuellen Films 'Das große Comeback' ist in Ihrem Fall nicht ganz passend - Sie waren ja nie weg ...
Uwe Ochsenknecht: Gott sei Dank!
teleschau: Hatten Sie zu Beginn Ihrer Karriere eigentlich mal einen Plan B, falls dann doch nicht alles so gut ausgeht?
Ochsenknecht: Das wäre die Musik gewesen. Ist es eigentlich noch immer. Ich spiele ja auch ganz gut Percussion, Congas und so weiter, und ich habe immer Salsa geliebt ...

teleschau: Tanzen Sie auch?
Ochsenknecht: Das ist jetzt nicht so einfach. Ich tanze, aber nicht sehr professionell. Die Partnerin sollte schon gute Schuhe anhaben, so mit Stahlkappen. Dann kann man Spaß haben. Aber zu dieser Musik muss man sich einfach bewegen! Ich hab mir immer gedacht, wenn alle Stricke reißen, und gar nichts mehr geht, dann schnapp ich mir meine Congas, gehe nach Kuba, spiele da und bin happy. Dieser Gedanke ist mir immer noch ganz angenehm. Bisschen was zu Essen, bisschen Rum, bisschen Zigarre, bisschen Musik ... herrlich.

teleschau: Sie sind aber noch weit entfernt davon, dass alle Stricke reißen - im Gegenteil: Man sieht sie jetzt in den Fernsehfilmen 'Der Bulle und das Landei', 'Das große Comeback', 'Amigo - Bei Ankunft Tod', außerdem bald in der RTL-Actionserie 'Transporter' und dem Historienfilm 'Ludwig II.' Für welche dieser Rollen mussten Sie sich am meisten ins Zeug legen?
Ochsenknecht: Ich strenge mich für alle Rollen an! Aber Hansi Haller aus dem 'großen Comeback' war schon eine Herausforderung: diesen Menschen so zu spielen, dass man sich nicht nur lustig über ihn macht.

Er ist schon extrem mit der Perücke und dieser Fresse und dem roten Paillettenjackett ... Na ja, der ganze Film ist ja ein bisschen überhöht. Aber andererseits, wenn man sich mal die Realität anschaut, ist das fast untertrieben. Solche Leute gibt's wirklich.
teleschau: Gibt es ein Geheimnis Ihres Erfolgs?
Ochsenknecht: Wäre schön, oder? Dann hätten wir alle immer Erfolg - wäre todlangweilig, irgendwie.

Aber an eine Sache glaube ich wirklich: Man muss sich schon in jungen Jahren überlegen, was man gerne machen würde, und darf sich nicht von seinen Eltern oder sonst jemandem zu irgendetwas drängen lassen, wofür das Herz nicht schlägt.
teleschau: Haben Sie Ihren Söhnen auch die freie Wahl gelassen?
Ochsenknecht: Absolut! Die müssen keine Anwälte, Ärzte oder Professoren werden. Wenn sie einen Skateboardladen aufmachen wollen, dann sollen sie das machen. Sie sollen glücklich sein.

Und es gibt ja genug Beispiele von Leuten, die erfolgreich geworden sind mit etwas, das sie geliebt haben - auch wenn jeder sonst sagte, das wird nie was. Gerade das Internet macht da viel möglich: Da gibt es ganz skurrile Shops, die nicht nur gut laufen - die rennen wie die Hölle! Und wer hätte gedacht, dass Facebook je so erfolgreich wird? Und selbst wenn man mit so einer Idee nicht erfolgreich ist, ist man doch wenigstens glücklich.
teleschau: Sie selbst mussten sich zu Beginn Ihrer Laufbahn gegen Ihre Eltern durchsetzen.
Ochsenknecht: Ja, ich bin zwar von sämtlichen Schulen geflogen - das ist nichts Tolles, ich bin nicht stolz darauf -, aber ich hatte das große Glück, dass ich schon mit 14, 15 Jahren wusste, dass ich Schauspieler werden will. Meine Eltern sagten auch erst: Mach doch erst mal was Gescheites! Mach deinen Abschluss! Aber damals konnte man noch ohne Abitur auf die Schauspielschule gehen, und das habe ich auch gemacht mit 17 Jahren. Ich hab dafür gebrannt, und da war es mir auch egal, wie viele arbeitslose Schauspieler es angeblich gab. Selbst wenn ich an irgendeinem kleinen Stadttheater arbeiten würde, wäre ich immer noch glücklicher, als wenn ich mich jeden Morgen in eine Fabrik quälen müsste oder ins Büro.
teleschau: Ihr Vater arbeitete in einer Fabrik ...
Ochsenknecht: Eben. Ich hab es ja bei ihm erlebt: Er war ausgebildeter Opernsänger, aber kurz nach dem Krieg, mit einer Familie - da musste er eben Geld ranschaffen. Gesungen hat er nur noch hobbymäßig, am Wochenende mit seinen Jungs, manchmal auch am Theater. Der ist todunglücklich jeden Morgen um sechs in seine scheiß Fabrik gegangen. Er hat mir mal gesagt: 'Uwe, ich wünsche dir, dass du nie so etwas machen musst.' Das habe ich mir gemerkt.
teleschau: Und trotzdem wollte er, dass Sie erst mal 'was Anständiges' lernen?
Ochsenknecht: So sind halt Eltern, die sind um das Wohl ihrer Kinder bemüht, ist doch logisch. Aber um noch mal auf die Frage des Erfolgs zurückzukommen: Ich glaube, wenn man sich für etwas interessiert, dann ist ein entsprechendes Talent auch schon vorhanden. Ich erfinde kein Amazon, wenn ich kein kaufmännisches Gespür habe.
teleschau: Sie erwähnen jetzt zum zweiten Mal Online-Unternehmen. Facebook, Amazon - nutzen Sie diese Dienste auch?
Ochsenknecht: Überhaupt nicht. Facebook ist für mich das Schlimmste, was es gibt, das finde ich total blöd. Diese Statusmeldungen: 'Ich gehe gerade auf Toilette', 'Ich frühstücke' - das ist mir zum einen zu blöd, und zum anderen geht es mich auch nichts an. Ich gehe nur manchmal rein, um zu spionieren, was meine Kinder gerade machen, wo sie gerade sind und was sie auf der letzten Party angestellt haben.
teleschau: Sie ziehen jetzt nach Berlin - Ihrem Sohn Wilson Gonzalez hinterher?
Ochsenknecht: Eher meiner Tochter hinterher, die dort bei ihrer Mutter wohnt. Die ist jetzt elf geworden. Söhnchen ist natürlich auch da, ist auch schön. Grund war aber auch, dass ich einfach mal nach Berlin wollte. Ich habe jetzt 30 Jahre in München gewohnt, davon 20 Jahre außerhalb, so ländlich. Jetzt, auf die letzten Tage, will ich mich noch mal ins Stadtleben stürzen.
teleschau: Auf die letzten Tage!
Ochsenknecht: Ja, in meinem Alter geht ja jedes Jahr schneller rum. Ich habe auch eine schöne Wohnung gefunden, in einem schönen Kiez. Da kommt man raus, kann gleich überall in Kneipen fallen, toll. Das kenne ich ja gar nicht, das hatte ich noch nie.
teleschau: Ebenfalls noch recht frisch ist das Leben ohne Kinder. Wie ist es denn jetzt, ohne Ihre Kinder im Haus?
Ochsenknecht: Ich finde es toll, dass sie ihr Leben leben und eigene Erfahrungen machen. Wir haben super Kontakt und tauschen uns aus. Ich finde es eben wichtig, dass sie selbstständig sind. Kinder, die mit Mitte 20 oder 30 noch im Hotel Mutti zu Hause sind, finde ich ganz schlimm. Außerdem ist dadurch mein Leben etwas ruhiger geworden, das braucht man ja im Alter ...
teleschau: Sind Sie stolz auf den Erfolg Ihrer Söhne?
Ochsenknecht: Ich finde es toll, was sie gemacht haben und wie sie es gemacht haben. Aber ich betrachte sie auch mit einem kritischen Auge, weil ich ja selbst in der Branche bin. Sie sind jetzt in dem Alter, in dem sie von Jugendfilmen auf erwachsenere Rollen umsteigen müssen, das ist nicht so einfach: Jetzt fällt der Kinderbonus weg. Sie müssen zeigen, was sie können, und da ihren Mann stehen.
teleschau: Geben Sie den beiden manchmal Ratschläge?
Ochsenknecht: Nicht wirklich. Sie wissen, dass ich eine Anlaufstelle bin, aber sie müssen eben selbst ihre Erfahrungen machen. Manchmal, wenn sie sehr grob sind, melde ich schon meine Bedenken an. Da hat man manchmal das Gefühl, es geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Aber durch Gespräche mit anderen merke ich dann immer wieder, dass doch etwas hängengeblieben ist. Das ist sehr schön.
© 2011 teleschau - der mediendienstDas große Comeback - Do. 13.10 - ZDF: 20.15 Uhr
13. Okt 2011, 20:15
Das ZDF traut sich was - aber nicht genug. ... mehrAmigo - Bei Ankunft Tod (Spielfilm des Tages) - Mo. 10.10 - ZDF: 20.15 Uhr
10. Okt 2011, 20:15
'Nachtschicht'-Schöpfer Lars Becker vereint in einem neuen Genre-Streich italienische Krimieleganz mit hanseatischer Coolness. ... mehrDer Bulle und das Landei: Babyblues (Spielfilm des Tages) - Mi. 05.10 - ARD: 20.15 Uhr
5. Okt 2011, 20:15
Regional ist besser - die ARD zeigt den nächsten Lokal-Krimi und lässt Uwe Ochsenknecht und Diana Amft einmal mehr in der Eifel ermitteln. ... mehrDie Lücke, die das Kino lässt
29. Sep 2011, 10:01
Der Hamburger Filmemacher Lars Becker spricht über seine Erinnerungen an den Deutschen Herbst, die Vorzüge des Genrefilms und das Kreuz mit der Qualität im deutschen Fernsehspiel. ... mehrDer neue ARD-Vorabend wird 'Heiter bis tödlich'
16. Sep 2011, 11:15
Viel war in den vergangenen Monaten von der größten Serien-Offensive in der Geschichte der ARD zu hören. Um den chronisch quotenschwachen ... ... mehrMehr über Uwe Ochsenknecht
'Lauf um Dein Leben - Vom Junkie zum Ironman' (2007) Rede und Antwort]"Uwe Adam Ochsenknecht" (* 7. Januar 1956 in Biblis) ist ein deutscher Schauspieler und Sänger.== Leben ==Ochsenknecht wurde ....mehr- Fußball ist unser Leben - So. 03.06 - kabel eins: 20.15 Uhr
- Überleben an der Wickelfront - Do. 03.05 - ZDF: 20.15 Uhr
-Mi-05-10-ARD-20-15-Uhr_1.jpg)







