Musik DVD
Paul Rodgers & Friends: Live At Montreux 1994
Ein Abend mit Freunden
Von Alexander Diehl 7. Okt 2011, 14:00

Vom Rock-Klassiker bis zum Blues-Standard: Die DVD 'Live At Montreux 1994' zeigt Paul Rodgers und seine zahlreichen Stargäste. © Eagle Vision
Er hat mehrere Jahrzehnte Erfahrung als umtriebiger Rocksänger. Stand bei bedeutenden Bands wie Free und Bad Company an der Front, war Teil eines Projekts namens The Firm mit Jimmy Page (Led Zeppelin) und immer wieder auf Solopfaden unterwegs. Ja, jemand wie Paul Rodgers muss einfach Freunde haben. Hat er. Und einige von ihnen sind auf 'Live At Montreux 1994' zu sehen.
Natürlich fehlt eine Karrierestation in der Aufzählung: Paul Rodgers ist in die Schlagzeilen gekommen, als er mit Queen gemeinsame Sache machte. Allerdings war diese Kollaboration 1994 noch Zukunftsmusik. In jenem Jahr trat der Musiker auf dem renommierten Montreux Jazz Festival auf.
Warum die DVD des Mitschnitts erst jetzt veröffentlicht wird, darf als Frage in den Raum gestellt werden. Dass es - trotz 'Live In Glasgow' (2007) und der kürzlich erschienenen Bad-Company-DVD - eine wertvolle Veröffentlichung ist, steht dagegen außer Frage.
Das hängt nicht nur mit den Gästen zusammen, sondern auch mit den Gastgebern. Auf dem renommierten Festival geht es nicht um die große Show oder ausrastende Menschenmassen. Sondern um den Kern: die Musik. Und das tut dem Sänger und seinem Programm gut. Die Songs stehen im Mittelpunkt, ob sie nun aus dem im Jahr zuvor veröffentlichten Tribut-Album 'Muddy Water Blues' stammen, von Free oder Bad Company. Und nicht nur der Mann am Mikrofon bewegt sich auf Weltklasse-Niveau. Sondern auch seine Band, zu der neben Ian Hatton und John Smithson mit dem Journey-Gitarristen Neal Schon sowie dem momentan bei der Black Country Communion aktiven Jason Bonham zwei weitere prominente Musiker gehören.
Wer kann das noch toppen? Die Gäste. Beginnen wir von hinten: Zum großen Finale des 80-minütigen Konzerts füllt sich die Bühne. Unter anderem sind Luther Allison, Eddie Kirkland und Sherman Robertson dabei, wenn der 'Hoochie Coochie Man' angestimmt wird. Zwei Musiker allerdings dürfen sich auf 'Live At Montreux 1994' ausgiebiger präsentieren: Steve Lukather, der nicht nur Toto-Mitglied, sondern auch gefragter Session-Gitarrist ist, sowie Brian May, der im Planet-Hollywood-Shirt die Bühne entert und mit seinem ureigenen Klang tatsächlich bereits einen Queen-Duft über Songs wie 'Little Bit Of Love' oder das unvermeidbare 'All Right Now' legt.
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