TV Star Portrait
Jeremy Irons - Die Stimme Gottes
Jeremy Irons spielt in 'Die Borgias - Sex. Macht. Mord. Amen.' (ab 09.11., immer mittwochs, 20.15 Uhr, ProSieben)
Von Christina Zimmermann 14. Okt 2011, 10:52

Jeremy Irons schlüpft in die Rolle des skrupellosen Papst Alexander VI. (C) LB Television Productions Limited/Borgias Productions Inc./Borg Films kft/ An Ireland/Canada/Hungary Co-Production © ProSieben
Sein Spitzname ist 'King', doch 'Pope' wäre wohl gerade passender. Denn Jeremy Irons spielt Papst Alexander VI. in der Serie 'Die Borgias. - Sex. Macht. Mord. Amen.', deren erste Staffel ProSieben ab 9. November, immer mittwochs, 20.15 Uhr, zeigt. Erschaffen wurde der US-Renaissance-Schinken, der bereits einen Emmy für das beste Kostüm und die beste Titelmelodie abräumte, von Oscarpreisträger Neil Jordan ('Interview mit einem Vampir'). Zweifelsohne ein Glanzlicht in der Vita des britischen Schauspielers, der an der Produktion hauptsächlich eines schätzt: 'Ich mag es, wenn die Leute genau das machen, was ich ihnen sage.

Schließlich bin ich die Stimme Gottes!'
Leider höre das genau dann auf, wenn die Kameras aus sind, scherzte der 63-Jährige im Interview mit 'AoL TV' weiter. 'Ich hatte eine heikle Woche, als ich zu meiner Frau nach Hause kam.' Doch Sinéad Cusack, so der Name der Angetrauten, wird sicherlich gewusst haben, wie sie mit ihrem Göttergatten umzuspringen hat. Über 30 Jahre sind die beiden Schauspieler mittlerweile verheiratet und haben mit Samuel (33) und Max (26) zwei gemeinsame Söhne.

Während sich ersterer vornehmlich hinter der Kamera, sprich dem Fotoapparat, aufhält, trat letzterer unlängst in die Fußstapfen seiner Eltern: In Catherine Hardwickes 'Red Riding Hood' (2011) spielte Irons Junior den jungen Henry, der um die schöne Titelheldin buhlt.
Im Alter seines Sohnes konnte Jeremy Irons selbst nur von derartigen Rollen träumen. Erst mit Anfang 30 erlebte das jüngste der drei Kinder eines Buchhalters und einer Hausfrau seinen Durchbruch mit der britischen TV-Serie 'Wiedersehen mit Brideshead', die hierzulande Anfang der 80-er im Ersten zu sehen war.

Wenig später spielte Irons an der Seite von Meryl Streep in dem Drama 'Die Geliebte des französischen Leutnants'. Fortan war er auf Charakterrollen gebucht, sei es in David Cronenbergs 'Die Unzertrennlichen' (1988), als Bösewicht in 'Stirb langsam - Jetzt erst recht' (1995) oder als einer der drei Musketiere im Kostümfilm 'Der Mann mit der Eisernen Maske' (1998).
Nun also Papst Alexander VI. alias Rodrigo Borgia, ein spanischer Adliger, der im ausgehenden 15. Jahrhundert nach langem Bestechungs-Hin-und-Her den heiligen Stuhl erklomm.

Eine Paraderolle für JJI - Jeremy Irons zweiter Name ist John -, der mit diesem Engagement erstmals seit 20 Jahren wieder zur Hauptbesetzung einer TV-Serie gehört, obwohl er sich anfangs aufgrund der fehlenden Ähnlichkeit zum Vorbild ('Dieser Typ war ein dicker, schwitzender Spanier mit großem Appetit - auf Essen und Frauen') nicht für die passende Besetzung hielt.
Nach seinem favorisierten Arbeitgeber gefragt, erklärte Irons im Gespräch mit dem 'Wall Street Journal': 'Überall gibt es Vor- und Nachteile. Das Theater ist großartig, weil man an einem Ort bleiben und über einen langen Zeitraum die Rolle intensiver entwickeln kann.

Zwar verdient man nicht so viel wie beim Film, aber die Drehbücher sind oft besser. Das Problem am Fernsehen ist: Die Menschen schauen zur gleichen Zeit ein Fußballspiel an.' In jedem Fall schätze er sich glücklich, die Sparte beliebig wechseln zu können. 'Ich mache das ja hauptsächlich, um Geld zu verdienen.'
Also keine Selbstverwirklichung, kein Leben als kauziger Künstler, wie es so viele Kollegen bevorzugen. 'Ich war nie besonders leidenschaftlich in Bezug auf die Schauspielerei', verriet Irons einmal. 'Und ich stelle immer mehr fest, dass ich arbeite, um das Leben zu leben, das ich leben will.
' Zwar galt der Oscarpreisträger, der im Kino aktuell in dem Finanzthriller 'Der große Crash - Margin Call' zu sehen ist, lange Zeit als absoluter Pedant und Perfektionist in Bezug auf seine Rollen - und obendrein als recht unangenehmer Kollege. Mittlerweile sei er da aber entspannter, denn es sei ihm 'wichtiger, während des Jobs eine gute Zeit zu haben'.
Ob er auch als Bühnenarbeiter, Hausmeister oder Gärtner eine gute Zeit hatte, müsste der Schauspieler, der eigentlich Tierarzt werden wollte, noch beantworten. Sich letztendlich für den Beruf als Künstler entschieden zu haben, eine 'furchterregende Erfahrung', habe er jedoch nie bereut. Auch, wenn er mit seiner Leistung nicht immer glücklich ist: 'Ich bin nie zufrieden', gesteht Irons. 'Wenn ich es jedoch wäre, hätte ich vermutlich ein Problem.'
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