TV Star Portrait
Dominic Boeer - Rastlos in Rippshirt und Karohemd
Dominic Boeer spielt in der neuen RTL-Serie 'Die Draufgänger' (ab 12.01., donnerstags, 20.15 Uhr)
Von Hans Czerny 28. Dez 2011, 16:46

Dominic Boeer (links) und Jörg Schüttauf lassen es als LKA-Beamte in Dresden und Umgebung krachen. © RTL / Conny Klein
Die Krimi-Serie als Buddymovie, mit viel Action und ein wenig Humor: So was kannte man bislang nur aus Amerika, und selbst das liegt schon ein paar Jahrzehnte zurück: 'Die Zwei' oder 'Starsky & Hutch' lassen grüßen. Nun nimmt es Dominic Boeer als Bulle Carl Berger vom Dresdner LKA zusammen mit dem Ex-'Fahnder' Jörg Schüttauf glatt mit Hollywood auf. In 'Die Draufgänger' ist der kernige Blonde genau das, was der Titel verlangt. Dort, wo der Kollege die großen Worte macht, ist er der Mann der Tat.

Dominic Boeer, der durch die RTL-Soap 'GZSZ' (durchgehende Rolle von 2003 bis 2004) bekannt wurde und seit 2007 einen festen Platz bei der 'SOKO Wismar' (ZDF) innehat, ist, so die Kritik, 'ein deutscher Schauspieler der etwas anderen Art'. Der 1978 in Warstein bei Soest geborene hoch gewachsene Kostar der ironischen RTL-Krimiserie 'Die Draufgänger' (ab 12.01., donnerstags, 20.15 Uhr) ist einer, der aneckt - und das mit Schmackes.
In der neuen Serie wird Hinlangen von ihm verlangt. Sowie ein passendes Outfit: '22 verschiedene Karohemden und 32 Rippshirts' habe er während der Dreharbeiten verschlissen, vermeldet die Produktion.

Die Dreharbeiten selbst waren Schwerstarbeit. An 90 Tagen hintereinander wurde gedreht, wobei unter anderem 1.400 Komparsen im Einsatz waren. Für täglich drei bis acht Filmminuten hatten Boeer und Schüttauf jeden Tag bis zu acht Seiten Text zu lernen. Selbst für erfahrene 'Kriminalisten' alles andere als ein Pappenstiel.
Boeer, der sich selbst als 'rastlosen Typ' bezeichnet, zog unlängst in Berlin wieder um. Mit Lebensgefährtin und Söhnchen Jack Theodore ging es diesmal in einen Neubau in Mitte. Eigentlich wollte Boeer 'raus aufs Land', auf eine Farm oder Ranch.

Nun wird - nach 'demokratischer Abstimmung' - das mit der Farm eben irgendwann nachgeholt. Boeer bleibt 'Großstadtcowboy', kurbelt aber im Geländewagen schon mal das Fenster runter und legt Johnny-Cash-Platten auf.
Die Freundin, Ernährungsberaterin, machte ihm den Zugang zur Actionrolle mit 'Hüttenkäse, Thunfisch und wenig Kohlenhydraten' leicht, sodass dem Spaß nichts mehr im Wege stand: 'Wir sind in Dresden rumgekraxelt, rein ins Wasser, raus aus dem Wasser, hier eine Explosion, dort ist was zusammengekracht. Das hat total Spaß gemacht!' Vorbilder? - Er ist mit David Hasselhoff ('von 'Knight Rider' direkt zu 'Baywatch'') aufgewachsen.

Cary Grant und Jack Lemmon folgten. Den Film 'Verdammt in alle Ewigkeit', mit Burt Lancaster und Frank Sinatra, konnte er auswendig mitsprechen.
Für seine 'Draufgänger'-Rolle hatte Boeer aber auch einen 'Typ aus der Schulzeit' vor Augen: 'Bei dem hatte man immer das Gefühl, der meint das alles gar nicht, was er sagt. Das verlieh ihm eine ungeheure Souveränität.' Andererseits hasst er den Zwang zur Einheitsmeinung. Boeer, der im Nebenberuf seit 2006 als Dozent im Bereich 'Politische und mediale Kommunikation' an der International School of Management in Dortmund und Frankfurt / Main tätig ist, will sich nicht als Opportunist vereinnahmen lassen.

Er sagt: 'Ich kann nicht so tun, als ob ich keine Ahnung hätte, nur weil das nicht überall ankommt.' Nur wer aneckt, wird letztlich akzeptiert.
© 2011 teleschau - der mediendienstDie Draufgänger (Neue Folgen (1):) - Do. 12.01 - RTL: 20.15 Uhr
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