Musik Kritiken


CD Artikel: Hellish Presence von Varulv

Von Andre Friebel 16. Feb 2012, 02:39

Auch wenn in Österreich die Black Metal Szene kleiner aber fein ist, rotteten sich im Herbst 2006 dortige Wehrwölfe zusammen, um ab da durch die dunklen Wälder Österreichs zu streifen. So formierte sich die Band Varulv und kann uns heute, nach diversen Besetzungswechseln ihr Debut – Album „Hellish Presence“ offerieren und man hört, dass hier keine Laien am Werk sind.

Schon der erste der 10 Tracks beschwört eine bedrohliche und düstere Stimmung herauf, besonders zelebriert durch schwarzmetallisch scheppernde Gitarren, die im zweiten Track rasant an Fahrt gewinnt und sich atmosphärisch verdichtet. Leider verlieren sich die krächzenden Vocals hier etwas im Hintergrund. Weiter geht es mit eingängigen Gitarrenriffs äußerst aggressiv zur Sache. Die Richtung ist hier zweifellos Underground – Black Metal der alten Schule. Stellenweise erinnert mich das ganze an Darkthrone, es wäre auch ein vorsichtiger Vergleich zu Burzum zu ziehen.  Besonders die „Nächtliche Jagd“ ( Lied 5 ), das einzige deutsch gehaltene Lied, bietet eine erfrischende Reminiszens an die 90er, ein Wiedererwachen der Bestialität.

Leider schwächelt die Aufnahmequalität ab „Limbonic Kingdom“ ( Lied 7 ). Nichtsdestotrotz bietet uns der Soundtrack of Eternal Nights ( Lied 8 ) für gute 2 Minuten einen Vorgeschmack auf die perfekte Hintergrundmusik zum finalen Weltuntergang.Auf die letzte Reise geschickt werden wir  durch den gut 10 minütigen musikalischen Epilog „The Last Journey“ ( Lied 10 ), dass ab der Mitte durch dunkle Saitenklänge brilliert und die letzte Totenglocke läutet.

Das Artwork ist für meinen Geschmack aufgrund der Kontrastauflösung etwas gewöhnungsbedürftig gehalten, aber wie sagt man so schön: „Geschmäcker sind verschieden“. Das Innere des Booklet ist für meine Begriffe durch die Foto- und Textaufteilung gut gelungen.

Fazit: Obgleich die Tonqualität zum Ende des Silberlings aus welchen Gründen auch immer at hoc nachläßt, ist „Hellish Presence“ ein Longplayer geworden, welcher mich trotz alledem sehr positiv überrascht hat.


 

Kommentiere diesen Artikel

Ihre Meinung!

comments powered by Disqus

Mehr in Musik

Mehr in Musik