Star Nachrichten
Promiköppe reichen nicht!
Von Jens Szameit 5. Apr 2012, 13:20

18 Jahre 'Akte', 20 Jahre SAT.1: Ulrich Meyer zählt zu den dienstältesten und profiliertesten Journalisten im Privatfernsehen. © SAT.1 / Oliver Ziebe
Bei RTL erfand er einst das sogenannte 'Brüllfernsehen' ('Explosiv - Der heiße Stuhl'), bei SAT.1 moderiert er seit nahezu zwei Jahrzehnten das Reportermagazin 'Akte' - ein Ende ist nicht abzusehen.
Anlässlich seines 20-jährigen Dienstjubiläums beim Münchner Sender erinnerte sich der TV-Journalist Ulrich Meyer nun an die Pioniertage im Privatfernsehen und die Turbulenzen um seinen Senderwechsel im Jahr 1992. 'Da war Aufregung im Damenstift', beschrieb der 56-Jährige im 'teleschau'-Interview das Branchenecho auf seine Entscheidung, der 'armen Kirchenmaus' RTL den Rücken zu kehren: 'Bei RTL saßen wir ewig in Luxemburg und hatten Pappschilder umhängen, mit denen wir Ratespiele machten.' Experimentierfreudige Tage, denen der gebürtige Kölner und Wahlberliner heute ein wenig nachtrauert. Die Zeiten hätten sich gewandelt, das Fernsehen sei einfach zu teuer: 'Deshalb kann ich Programmverantwortliche verstehen, die bei neuen Ideen als Erstes fragen: Wie hoch ist die Flopgefahr? Und wenn die über der Außentemperatur liegt, dann war's das halt.' Auf den Kostendruck hin Nachrichtensendungen immer weiter aus dem Programm zu drängen, hält Meyer indes für eine fatale Entwicklung: 'Es reicht nicht, dem Zuschauer ständig neue Promiköppe vorzusetzen. Er braucht sein Rundum-sorglos-Wohlfühlprogramm. Da gehören senderspezifische Informationssendungen dazu.'
© 2012 teleschau - der mediendienstUlrich Meyer - 'Heutzutage geht mir vieles zu schnell'
5. Apr 2012, 13:19
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