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Rocky Balboa (Spielfilm des Tages) - Do. 07.06 - vox: 20.15 Uhr

Abschied mit erhobenem Haupt

Von Kai-Oliver Derks 7. Jun 2012, 20:15

Rocky (Sylvester Stallone) tritt an gegen Mason 'The Line' Dixon (Antonio Tarver). Das Ergebnis ist diesmal zweitrangig. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Rocky (Sylvester Stallone) tritt an gegen Mason 'The Line' Dixon (Antonio Tarver). Das Ergebnis ist diesmal zweitrangig. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Sylvester Stallone war diesmal im Vorteil: Die Erwartungen, was den sechsten Teil der Rocky-Saga angeht, hielten sich in Grenzen. Im Gegenteil: Es gab nicht wenige, auch altgediente Fans, die die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, als Sly verkündete, er wolle ein letztes Mal in die Rolle des 'Italian Stallion' schlüpfen - 16 Jahre nach dem verheerend schlechten 'Rocky V', der das Denkmal eines der größten Kino-Helden aller Zeiten in Schutt und Asche gelegt hatte. Stallone - mit 60 Jahren - zurück in den Ring? Wie leicht hätte das peinlich werden können. Wie die vox-Wiederholung von 'Rocky Balboa' (2008) beweist, wurde es das mitnichten.

Rocky (Sylvester Stallone) sprintet natürlich auch diesmal die Treppen hinauf. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Rocky (Sylvester Stallone) sprintet natürlich auch diesmal die Treppen hinauf. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Warum der ehemalige Weltmeister noch einmal in den Ring steigt, versucht das Drehbuch nur dezent zu erklären. Da sind keine Träume mehr von großen Titeln, da geht es nicht um Stolz oder um alte Rechnungen. Nein, Rocky hängt noch am Sport, ist in der späten Midlife-Crisis und will eigentlich nur ein paar kleine lokale Kämpfe bestreiten. Doch dann erhält er ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Nur ein Showkampf soll es werden - in Las Vegas.

Bis dahin vergeht rund ein Dreiviertel des Films, der sich zuvor auf das Privatleben Balboas beschränkt, dessen Ehefrau Adrian, so will es das Buch, vor vier Jahren gestorben ist.

Ein letztes Mal sprintet Rocky Balboa (Sylvester Stallone) die berühmtesten Treppen der Filmgeschichte hinauf. Sein Denkmal steht dort oben längst nicht mehr. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Ein letztes Mal sprintet Rocky Balboa (Sylvester Stallone) die berühmtesten Treppen der Filmgeschichte hinauf. Sein Denkmal steht dort oben längst nicht mehr. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Zu seinem Sohn (Milo Ventimiglia) hat er nicht gerade das beste Verhältnis. Charmant und, wenn man so will, auch realistisch beschreibt Stallone in seinem Drehbuch das Szenario rund um den Champ von früher. Rocky hat ein Restaurant, in dem er treuen Gästen alte Geschichten erzählt. Dezent erwacht in ihm zudem die Sehnsucht nach einer Frau an seiner Seite - womöglich der Beginn einer neuen Liebesbeziehung, die der Film jedoch nur am Rande und ohne Pathos anspricht.

Überhaupt - kein Pathos.

Sylvester Stallone sorgte dafür, dass Rocky Balboa 16 Jahre nach dem verheerend schlechten Rocky V nun doch noch einen würdigen Abschied bekommt. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Sylvester Stallone sorgte dafür, dass Rocky Balboa 16 Jahre nach dem verheerend schlechten 'Rocky V' nun doch noch einen würdigen Abschied bekommt. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

'Rocky Balboa' gibt sich künstlerisch wie auch inhaltlich sehr zurückhaltend, orientiert sich eindeutig in Stil und Erzählweise am hoch gelobten ersten Teil. Es ist dreckig, es ist düster, es wird geredet und geredet. Paulie (Burt Young), Adrians Bruder, ist noch immer an Rockys Seite, und zwischen beiden entsteht der eine oder andere Dialog, der es in sich hat.

Treu bleibt der Film der klassischen Dramaturgie, der auch die Teile eins bis vier folgten.

Niemals zu alt für einen guten Kampf: Rocky (Sylvester Stallone, rechts) kehrt mit Schwager Paulie (Burt Young) an seiner Seite zurück. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Niemals zu alt für einen guten Kampf: Rocky (Sylvester Stallone, rechts) kehrt mit Schwager Paulie (Burt Young) an seiner Seite zurück. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Nach dem Kampfangebot folgt die Trainingseinheit mit allem, was Rocky-Fans kennen: rohe Eier im Glas, einarmige Liegestützen, und am Ende geht's die legendäre Treppe hinauf, an deren Ende das Denkmal längst verschwunden ist. Was folgt, ist der Kampf selbst, der etwas zurückhaltender als früher inszeniert ist.

Ein kleiner, bisweilen sogar bescheidener Film ist es geworden, sichtbar mit einfachen technischen Mitteln gedreht, der das jugendliche Publikum kaum ansprach. Mit knapp einer Million Zuschauer in Deutschland und einem Einspielergebnis von 70 Millionen Dollar in den USA blieb der Film etwas hinter den Erwartungen zurück.

Rocky Balboa (Sylvester Stallone, Mitte) kehrt noch einmal in den Ring zurück. Ob er den Kampf gewinnt, ist eigentlich nur eine Nebensache. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Rocky Balboa (Sylvester Stallone, Mitte) kehrt noch einmal in den Ring zurück. Ob er den Kampf gewinnt, ist eigentlich nur eine Nebensache. © vox / Twentieth Century Fox Film Corporation

Doch Rocky-Fans von früher, die sich mit dem Abgang des Champions vor mehr als zwei Jahrzehnten niemals abfinden wollten, dürfen bedenkenlos einschalten. Rocky ist wieder aufgestanden und verabschiedet sich erhobenen Hauptes.

Von Fortsetzungen vergangener Erfolgsreihen kann Hollywood-Star Stallone weiterhin nicht die Finger lassen. Kürzlich verriet er MTV News, dass er über das Konzept eines fünften 'Rambo'-Films nachdenke: 'Es steht ein Vulkanausbruch bevor. Die Rambo-Magma tritt wieder an die Oberfläche', ließ der 65-jährige Stallone verlauten.

Als Grundidee könne er sich vorstellen, den Vietnam-Veteranen auf eine Reise der Selbsterkenntnis zu schicken.

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Film Information

Starttermin: 2007-02-08
Regisseur: Sylvester Stallone
Genre: Drama
Bewertung: überzeugend

Details, Videos und Bilder zu diesem Film

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Rocky Balboa - 16.05.2010 20:15 - RTL

Weiterführende Links zum Thema

Homepage Sylvester Stallone (engl.)

'Rocky'-Fanpage (engl.)

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