TV Star Portrait
Jörn Schlönvoigt - Über den Wolken
Jörn Schlönvoigt spielt auch in der 5.000. Folge 'GZSZ' (Mi., 23. Mai, 19.40 Uhr, RTL) den selbstlosen Arzt Philip Höfer
Von Teresa Groß 10. Mai 2012, 13:34

Pflichbewusst, geradlinig, vernünftig: So lieben die Fans Philip Höfer, Jörn Schlönvoigts Rolle bei 'GZSZ'. © RTL / Bernd Jaworek
Irgendwie ist Jörn Schlönvoigt nicht von dieser Welt. Der 25-jährige 'GZSZ'-Star blickt auf sieben erfolgreiche Jahre in der RTL-Erfolgsserie zurück, ist der Liebling der Boulevard-Presse und hat eine wunderschöne Frau an seiner Seite. Seit er 18 Jahre alt war, riss seine Glückssträhne nicht ab. Da könnte man schon mal übermütig werden oder auf dumme Ideen kommen. Von wegen! Jörn Schlönvoigt mag ein Träumer sein, er glaubt an große Gefühle und daran, dass alles möglich ist. Den Kopf in den Wolken hat der passionierte Kunstflieger aber nur im Cockpit. Exzesse sucht man bei ihm vergebens.

Lieber fährt er mit Freundin Sila Sahin auf seinem neuen Fahrrad in den Sonnenuntergang.
Vielleicht hat die Rolle des Philip Höfer, ein selbstloser, übervernünftiger Arzt, nach all den Jahren doch ein bisschen abgefärbt. Pflichtbewusst und korrekt ist Jörn Schlönvoigt genauso wie sein Serien-Ich. Aufgewachsen in 'schönen, aber einfachen Verhältnissen' hat der gebürtige Berliner schon früh gelernt, dass man aus seinem Leben etwas machen soll. Und er nimmt das sehr ernst.
Ein vielbeschäftigter Schauspieler zu sein, reicht dem rührigen Darsteller nicht.

Er möchte sich 'breit aufstellen', seine vielfältigen Interessen verfolgen und ja nicht auf der Stelle treten. 'Wenn man es sich auf seinem Erfolg zu bequem macht, fällt man auf die Nase'. Also gibt der ernsthaft wirkende junge Mann auch außerhalb von 'GZSZ' Vollgas: Er arbeitet momentan an einem zweiten Musik-Album, eröffnete vor kurzem als Teilhaber ein italienisches Restaurant in Berlin und engagiert sich für den Tierschutz.
Die Musik begleitet den ehemaligen Punk-Rocker schon lange. Mit 14 kaufte er sich eine Gitarre und gründete später mit seinem Halbbruder die Band Cherry Poppers.

'Der klassische Punk steckt nicht in mir, aber auf jeden Fall dieser American-Highschool-Punkrocker. Ich liebe diese Musik immer noch', ließ er sich letztes Jahr im Interview zitieren. Heute sieht das anders aus. Mit dem Thema Rock sei er durch, sagt Schlönvoigt. Ein ganz anderes Genre interessiert ihn jetzt viel mehr: der Schlager.
'Ich habe schon lange Schlager-Songs geschrieben, ohne es zu wissen', relativiert Schlönvoigt den scheinbaren Sinneswandel. Andere sagten ihm, seine Songs und die Texte seien schnulzig. Er selbst habe das nie so empfunden.

Heute will er musikalisch einfach das machen, wovon er überzeugt ist: 'Im Schlager geht es um Träume und darum, verzaubert zu werden. Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft - das sind doch die Themen, die uns alle bewegen.'
Verzaubert und sehnsüchtig wirkt der Romantiker auch, wenn er über seine eigenen Träume spricht. Als kleiner Junge habe er sich gewünscht, einmal einen Landgasthof zu haben, 'mit Sonnenuntergang und Berggipfeln im Hintergrund'. Auf die Berge musste Schlönvoigt zwar verzichten, mit dem eigenen Restaurant hat es vor kurzem aber geklappt: Das 'Casa Italia' im Berliner Spreekarree bietet hausgemachte Pasta und original italienisches Eis an.
Ein großes Risiko ist er mit seinem Restaurant-Projekt nicht eingegangen. Seine drei Geschäftspartner sind erfahrene Gastronome. Scheitern praktisch ausgeschlossen. Alles auf eine Karte zu setzen, das ist nicht sein Ding. Risiken geht er ein - wenn sie berechenbar sind.
Dazu passt auch die große Leidenschaft des Berliners: das Fliegen. 'Da oben kann ich alles hinter mir lassen', schwärmt der Kunstflieger und Helikopterpilot. 'Mein Handy ist aus und keiner kann mich erreichen. Das ist total wichtig für mich, vor allem wenn beruflich viel auf mich einprasselt.' Und da ist sie wieder, diese verträumte Ernsthaftigkeit: 'Ruhe und Einsamkeit brauche ich manchmal. Da bin ich kreativ, fange an zu träumen und Ziele zu formulieren.'
Über den Wolken wird vieles plötzlich nichtig und klein. Davon sag schon Reinhard Mey, und auch Jörn Schlönvoigt scheint diesen Effekt zu kennen. Auf seine Berühmtheit blickt er ausgesprochen nüchtern. Dass irgendwann der Punkt kommen könnte, 'an dem man nicht mehr in den Medien stattfindet', ist ihm vollkommen klar. Schlimm wäre das für ihn überhaupt nicht. 'Die Öffentlichkeit gehört zu meinem Beruf, ich habe mich damit arrangiert, bin aber niemand, der das unbedingt braucht.'
Dass diese Öffentlichkeit manchmal auch anstrengend sein kann, versucht der Serien-Star gar nicht zu verbergen. Kürzlich wurde seiner Freundin Sila Sahin eine Affäre mit Rapper Alpa Gun angedichtet. Von solchen Dämpfen aus der Gerüchteküche lässt er sich nicht beeindrucken. Es gibt aber auch Situationen, die ihn extrem stören. 'Wenn ich mit ein paar Freundinnen einen alkoholfreien Cocktail trinke und dann am Tisch von einem 'Bild'-Leserreporter mit Fotos von uns erpresst werde, dann macht mich das wütend', schildert Schlönvoigt die Dreistigkeit, der er manchmal begegnet.
In die Zukunft blickt Schlönvoigt völlig entspannt. 'Ich bin gerade in einer sehr schönen, lebhaften Phase'. Wenn es nach der 5.000. Folge 'GZSZ' (am Mittwoch, 23. Mai, 19.40 Uhr, RTL) ruhiger wird, kann sich der vielseitig interessierte Schauspieler wieder dem Tierschutz zuwenden. In verschiedenen 'Fressnapf'-Märkten sammelt er Spenden für örtliche Tierheime. Auf ein deutsch-amerikanisches Kinoprojekt mit dem Ex-'Let's Dance'-Kandidat darf man sich außerdem freuen. Verraten mag er dazu aber nur so viel: 'Es ist ein Tanzfilm, und nein: Ich spiele keinen Tänzer.'
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