Gamers Kritiken
Fable Heroes
Gar nicht heldenhaft
Von Robert Bannert 11. Mai 2012, 13:38

'Fable Heroes' lässt Xbox-360-Besitzer mit Puppen spielen. © Lionhead
Kaum ist der Chef aus dem Haus, lässt Entwickler Lionhead die Puppen tanzen - und verwandelt seine bekannte Xbox-Abenteuer-Trilogie 'Fable' mit dem Ableger 'Heroes' in ein actionlastiges Kasperle-Theater für die ganze Familie.
Das erste 'Fable'-Abenteuer ohne Serienschöpfer Peter Molyneux, der im März das Entwicklerstudio verließ, erscheint als Xbox-360-exklusiver Downloadtitel und soll mit dem später in diesem Jahr erscheinenden 'Fable: The Journey' gekoppelt werden können - und zwar, indem man die bei 'Heroes' erkloppten Klunker später auf das 'Journey'-Konto transferiert.
Anders als das auf die Kinect-Bewegungserkennung getrimmte 'Journey' wollen die 'Heroes' ganz klassisch mit dem Joypad gesteuert werden. Das kunterbunte Spektakel entführt eine Gruppe aus bis zu vier Spielern in bekannte Schauplätze der 'Fable'-Rollenspiele, darunter kuschelige Fantasy-Dörfer, liebliche Wälder, sturmgepeitschte Berggipfel und finstere Gewölbe. Auch die Gegner sind trotz comicartiger Verniedlichung altbekannt: Wie gewohnt werden die koboldhaften Hobbes, Käfer, Trolle, die Werwolf-artigen Balverine und allerlei Banditen vermöbelt.

Allerdings sind es vor allem die Helden selbst, die durch ihre Aufmachung ins Auge fallen: Anstelle der Orginalfiguren grinsen den Spieler hier Puppen mit seelenlosen Knopfaugen an - vermutlich um dem Brettspiel-Charme dieses für Gelegenheitsspieler konzipierten 'Fable'-Ablegers gerecht zu werden.
Zwischen den harmlosen Massenschlägereien dürfen alle Mitspieler und Computerkollegen gleich mehrere Male den virtuellen Würfel rollen lassen, um ihre Figur auf die unterschiedlichen Ereignis- und Fertigkeitsfelder eines Spielbretts zu verfrachten.

Je nachdem, auf welcher Kachel man landet, dürfen die hart erkämpften Klunker in mehr oder weniger wirksame Talente umgemünzt werden.
Trotz netter Idee und knuffiger Aufmachung will der Funke allerdings nicht überspringen. Denn 'Fable Heroes' versagt ausgerechnet beim zentralen Spielelement: der Action. Beim Design der wüsten Kloppereien war man wohl zu sehr darum bedacht, Gelegenheitsspieler nicht zu überfordern. Dabei hat Lionhead offenbar ganz vergessen, sich interessante, planvolle Kämpfe oder zumindest ein paar wuchtige Spezialattacken auszudenken.

Auch die Begegnungen mit riesigen Bossgegnern und diverse Ausweichspielchen unter Zeitdruck am Ende eines Level schaffen es nicht, dem kleinsten 'Fable' den nötigen Pepp zu verleihen.
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