Literatur Kritiken


Buchkritik: Die Bücher vom heiligen Gral - Band 1: Der Bogenschütze von Bernard Cornwell

Von Karsten Kloß 23. Jun 2012, 19:09

Bernard Cornwell startet eine neue historische Trilogie, die im 14. Jahrhundert kurz vor Beginn des Hundertjährigen Krieges spielt. Der erste Band der Reihe „Die Bücher vom heiligen Gral" ist „Der Bogenschütze", seine Erzählung startet an der Küste Englands, genauer in einem kleinem Ort namens Hookton. Dieser wird von einer französischen Bande überfallen, angeführt von einem schwarzen Ritter, der nur der „Harlekin" genannt wird. Unter anderem wird aus der Kirche eine Reliquie, angeblich die Lanze des heiligen Georgs gestohlen. Im Kampf um diese wird der Priester des Ortes lebensgefährlich verletzt und kann seinem 18jährigen Sohn Thomas gerade noch vor seinem Tod das Versprechen abringen, die Lanze zurückzuholen.

Thomas überlebt den Angriff der Franzosen und geht als Bogenschütze in einer Söldnertruppe zum englischen Heer nach Frankreich. Auf diesem Feldzug erfährt er einige Abenteuer und verbessert in den Schlachten sein kämpferisches Geschick, bis ihn die Liebe zu einer Frau und seine eigenen Rachegefühle zu unüberlegten Handlungen provozieren. Der Racheanschlag schlägt fehl, und so muss Thomas vor der Gerichtsbarkeit seiner eigenen Landsleute fliehen. Im Durcheinander des durch Kriegsunruhen verwüsteten Landes trifft er auf Umwegen erneut auf seine ehemaligen Kampfgefährten und wird unter einigen Vorbehalten wieder von ihnen aufgenommen. Nach der Eroberung von Caen kommt er schwer verletzt in die Obhut eins jüdischen Arztes und eines französischen Adeligen, mit dem er durch einen gemeinsamen Feind verbunden ist: die Familie der Vexille, die allem Anschein nach sowohl für den Überfall auf Hookton wie auch für den Untergang der Familie des Franzosen verantwortlich waren. Mit dem Versuch den Schwur gegenüber seinem Vater einzuhalten, landet Thomas wieder genesen schließlich in der großen Schlacht von Crécy, die den Beginn des Hundertjährigen Krieges markiert.

Ein neues Buch ganz nach meinem Geschmack. Man startet direkt mitten im Geschehen, die Hauptfigur des Bogenschützen Thomas begleitet man auf seinem ihm vorbestimmten Wege. Die Kampfszenen sind wie gewohnt von Bernard Cornwell äußerst lebhaft beschrieben, wobei die Brutalität und der Irrsinn des Krieges ebenso dargestellt werden. Man fiebert mit dem einfachen Mann mit, der durch ein Unglück seine Heimat verloren hat und nun durch sein eigenes Geschick seine Zukunft in der Hand hält. Hinzu kommt das Spiel um die Liebe, die in so einem Roman natürlich auch nicht fehlen darf. Dennoch schweift das ganze nicht in schwülstige Minnesang-Romantik ab, vor allem anderem bleibt es bei einem spannendem Abenteuerroman in einem historisch gut recherchierten Kontext.

Ich bin ganz begeistert von dem Buch, und freue mich schon sehr auf den zweiten Band, den ich sicher ebenso verschlingen werde.

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Die Bücher vom Heiligen Gral. Der Bogenschütze

Buch Information

Autor: Bernard Cornwell
Erscheinungsdatum: 2012-06-23
Verlag: rororo
Unverbindliche Preisempfehlung: EUR 9,99

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