Literatur Kritiken
Buchkritik: Die Bücher vom heiligen Gral - Band 2: Der Wanderer von Bernard Cornwell
Von Karsten Kloß 2. Sep 2012, 20:09

„Der Wanderer" ist der zweite Band aus der Reihe „die Bücher vom heiligen Gral" von Bernard Cornwell. Hauptfigur bleibt wie im ersten Band („der Bogenschütze") Thomas Hookton, der Sohn eines englischen Priesters, der als Bogenschütze der englischen Armee dient. Zudem treibt ihn aber auch die Suche nach den Wurzeln seiner Familie und die Jagd nach dem heiligen Gral durch das im Hundertjährigen Krieg verwüstete Europa. Der letzte Band schloss mit der Schlacht von Crecy, nahtlos geht die Geschichte nun in England weiter, wo Thomas mit deiner Verlobten einen alten Ordensbruder sucht, der noch Thomas Vater gekannt hat und möglicherweise einen Hinweis auf den Verbleib des Grals geben kann. Doch bevor sie in Durham eintreffen, schließt sich Thomas erneut als Bogenschütze einer englischen Minderheit an, die von einer schottischen Armee unter König David II, dem Sohn von Robert Bruce, bedroht wird. Nach der Schlacht gelangt Thomas auf Umwegen wieder zurück nach Frankreich, wo er auf alte Freunde und alte Feinde trifft. Neben der ständigen Bedrohung durch die Franzosen muss Thomas auch gegen die Inquisition bestehen. Mir hat dieser Band erneut sehr gut gefallen, wenn ich auch am Anfang etwas mehr Mühe hatte, komplett in die Geschichte einzutauchen. Ein wenig kam es mir wie eine Wiederholung des ersten Bandes nur auf englischem Boden vor. Thomas gelangt als Bogenschütze in eine Schlacht, die trotz Unterzahl aufgrund der besseren Taktik und der besseren Bogenschützen gewonnen werden kann. Dabei macht er sich direkt bei der Ankunft wieder einen verarmten Adeligen zum Todesfeind, der ein ekeliger Sadist und raffgieriger Despot ist. Nur durch seine Fertigkeiten als Bogenschütze und Taktiker gelingt es Thomas erneut, Freunde oder zumindest Schutz durch noch höher gestellte Adelige zu bekommen. Nichtsdestotrotz sind die Schlachten natürlich sehr lebendig und teils erschreckend nah erzählt. Und nachdem ich mich ein wenig eingelesen hatte, konnte ich das Buch auch nicht mehr aus den Händen legen. Die Figuren reifen mit jeder Schlacht, neue Figuren werden treffend beschrieben. Sei es der Dominikaner de Taillebourg, der seine Erfüllung in der Inquisition gefunden hat, oder der Schotte Robbie, der zum guten Freund Thomas' wird. Dennoch bleiben im ganzen gesehen die Figuren und die Rahmenhandlung hinter den ausgefeilt und detailliert beschriebenen Kampfszenen im Hintergrund. Recht scheußlich, aber wohl leider auch zur Epoche gehörend, ist die Folter durch die Inquisition. Einzig verwunderlich ist, wie schnell und vollständig man sich davon erholen kann- aber schließlich hat Thomas ja noch einen Auftrag auszuführen.....wie auch immer, ich freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Band voller Schlachten und Kampfgetümmel, voller Glaube und Zweifel, voller Liebe, Freundschaft und Hass.
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