Literatur Kritiken
Buchkritik: Weg da, das ist mein Fettnäpfchen von Laurie Notaro
Von Karsten Kloß 22. Sep 2012, 16:12

Bei diesem Buch von Laurie Notaro musste ich nicht lange überlegen, der Titel „weg da, das ist mein Fettnäpfchen" klang direkt so verführerisch, das musste ich lesen. Und wirklich: ich konnte mich gut amüsieren. Teils musste ich sogar- obwohl ich alleine auf meinem Sofa saß- laut anfangen zu lachen. Einige Geschichten dagegen wirkten sehr übertrieben, und auch nicht mehr allzu lustig, der Großteil aber war zumindest ein Schmunzeln während des Lesens wert.
Insgesamt ist das Buch eine Sammlung mehrerer locker zusammengestellter Geschichten aus dem Leben der Autorin. Wunderbar erzählt sie in der Ich-Perspektive von den kleinen und größeren Missgeschicken, die einem im täglichen Leben (zumindest theoretisch) so widerfahren können. Sei es der Anschlag einer heimtückischen Bluse in der Umkleidekabine, die sich einfach sträubt, sich wieder ausziehen zu lassen oder der Kleinkrieg mit der örtlichen Postbeamtin. Zumindest kann man sicher sein, dass Laurie tatsächlich keines der vielen Fettnäpfchen unbetreten zurück lässt. Sehr eindrucksvoll ist dann auch der Ausblick auf ihr alter ego Val-Laurie, die immer irgendwelchen Blödsinn verzapft wie nachts viel zu teure Dinge im Internet zu bestellen oder sämtliche Schokoladenvorräte aufzuessen. Erst nach einigen Seiten wird klar, dass Val-Laurie erst nach der Einnahme einer Tablette Valium zum Vorschein kommt, und sich Laurie am nächsten Tag natürlich an nichts erinnern kann....
Und dann gibt es noch die diversen Geschichten rund um Lauries Familie, oder besser noch: um ihre Mutter. Diese hier zu zitieren würde den Rahmen sprengen, aber mit dieser Mutter ist man tatsächlich vor jeder Unbill, die einem begegnen kann, gewappnet. Und am Ende des Buches kann man nachvollziehen, warum Laurie mehrere Staaten weit umgezogen ist in ein Städtchen namens Eugene. Wobei ihre Nachbarn wohl schon nach nur einigen Treffen mit Laurie ähnliches denken, zumindest ist sie prompt auf der schwarzen Liste der jährlichen Nachbarschafts-Weihnachtsparty gelandet.
Eines zumindest ist nach der Lektüre gewiss, wer sich selbst als Unglückraben ansieht, der glaubt, alles Schlechte passiere nur ihm selbst, wird hier definitiv eines besseren belehrt.
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