Literatur Kritiken


Buchkritik: Im Zeichen des Adlers: Die Rom-Serie - Band 1 von Simon Scarrow

Von Karsten Kloß 6. Nov 2012, 03:10

Simon Scarrow beschreibt in dem Buch „Im Zeichen des Adlers" die Zeit des Römischen Reiches um 42 nach Christi, etwa 100 Jahre nach der ersten Ankunft von Julius Caesar in Britannien.

Das Römische Reich wird von Kaiser Claudius regiert, der sich gegen viele Gegner in seiner Regierung durchsetzen muss. Jedoch belohnt er auch Treuuntergebene. So schenkt er Cato, dem Sohn eines verstorbenen Sklaven, die vermeintliche Freiheit aus der Sklaverei unter der Bedingung, dass sich dieser der Römischen Armee verpflichten müsse. Und so kommt Cato, der bisher nur die höfischen Intrigen unter der Sonne Roms kennengelernt hat, mit einem Haufen ungehobelter Rekruten im strömenden Regen im tiefsten Germanien im Lager der Zweiten Legion an. Hier muss er schnell lernen, dass die Ausbildung zum Legionär kein Zuckerschlecken ist, und ihm die theoretischen Kenntnisse von Kriegstaktiken wenig im Umgang mit dem Schwert oder dem Speer helfen. Hinzu kommt, dass er auf Empfehlung des Kaisers direkt befördert wurde, womit er noch mehr den Unwillen seiner Kameraden auf sich geladen hat. Besonders leiden muss er unter seinem Ausbilder „Bestia", der ihn schikaniert, wo er nur kann. Doch das harte Training zeichnet sich aus. Schon bald wird er auf eine vermeintlich leichte Mission geschickt, und kann das erste Mal beweisen, dass er nicht der so oft beschrieene Feigling ist.

Und dann kommt die wahre Bewährungsprobe für die Zweite Legion: Kaiser Claudius braucht einen triumphalen Sieg, um seine Stellung zu festigen, und so beschließt er, das noch unbefriedete Britannien einzunehmen. Die Zweite Legion bereitet sich auf den Abmarsch vor und hat sowohl gegen Feinde von außen wie auch von innen zu kämpfen.

Im Zeichen des Adlers ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe an Abenteuerromanen zu Zeiten des Römischen Reiches. Hier lernt man anschaulich, was für ein Organisationsapparat zum perfekten Funktionieren der Römischen Armee gehört hat. Vielmehr als die bloße Kampftaktik ist es die Aufgabe der Kommandanten, dafür zu sorgen, dass das Leben im Lager reibungslos funktioniert, und dazu gehören genauso die Beschaffung von Vorräten wie das Ausbilden neuer Rekruten oder das Planen von Truppenbewegungen dazu. Cato wird zusammen mit dem Leser in diese völlig fremde Welt geworfen, und muss mitunter schmerzlich lernen, sich den strikten Hierarchiestrukturen unterzuordnen. Die Grundausbildung unter Bestia liest sich wie ein Drill in jeder anderen Armee zu jeder beliebigen anderen Zeit. Da wird geschimpft und geflucht, die Rekruten angeschrien und erniedrigt. Scarrow schont da nicht mit Worten, so dass der Gegensatz zwischen dem vermeintlich kultivierteren Cato und seinen „einfachen" Kameraden" sehr deutlich wird. Dennoch schafft Cato, es sich selbst zu beweisen, was er alles kann. Und langsam gewinnt er auch den Respekt und sogar beginnende Freundschaft unter den Soldaten.

Insgesamt ist der Roman sehr dicht erzählt. Viele Gegensätze werden sehr lebendig beschrieben, seien es die Machenschaften von Intriganten im Hintergrund oder das normale Soldatenleben mit all seinen vielfältigen Aufgaben. Kämpfe werden ebenfalls sehr bildreich beschrieben, so dass es wirklich Spaß gemacht hat, diesen Band zu lesen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Teil.

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Im Zeichen des Adlers: Die Rom-Serie 1 - Roman

Buch Information

Autor: Simon Scarrow
Erscheinungsdatum: 2012-10-16
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Unverbindliche Preisempfehlung: EUR 8,99

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