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Comic Kritik: Cyann – Tochter der Sterne – Band 1: Der sterbende Planet von Bourgeon und Lacroix

Von Karsten Kloß 23. Nov 2012, 02:04

Auf dem fernen Planeten Olh lebt die junge Cyann als gäbe es kein Morgen mehr. Sie feiert viel, genießt das Leben in vollen Zügen und verstößt gegen jede noch so kleine Regel. Das alles kann sie sich auch erlauben, denn sie ist in einer streng gegliederten Gesellschaft die Tochter des amtierenden Herrschers. Anstand ist ihr Fremd und selbst bei der Beerdigung ihres älteren Bruders ist sie noch zu Späßen aufgelegt. Ihr Bruder war eines der letzten Opfer des gefürchteten Purpurfiebers, welches die männliche Bevölkerung von Olh befällt. Auch ihr Vater ist von diesem Fieber befallen und kann dieses nur noch sehr schwer bekämpfen. Da Cyanns Bruder eine Mission zum fernen Planeten IlO leiten sollte, auf dem ein Heilmittel gegen das Fieber zu finden ist, bestimmt ihr Vater, dass an seiner statt nun Cyann dorthin fliegen soll. Ihr zur Seite steht ihre beste Freundin Nacara. Doch bevor es soweit ist, dass sich die kleine Crew um Cyann und Nacara in die Sterne begeben kann, müssen sie noch etliche Prüfungen absolvieren, die ihnen von den deO, den Klerikern von Olh, auferlegt wurden. Diese wollen verhindern, dass ein Heilmittel gefunden wird…

Mit „Der sterbende Planet" erscheint der erste Band von Bourgeons und Lacroix großer Science-Fiction Reihe „Cyann – Tochter der Sterne". Nachdem die Serie zuerst im Carlsen Verlag heimisch war, dort aber schon seit einiger Zeit kein neues Material mehr erschienen ist, hat sich nun der Splitter Verlag aus Bielefeld der Serie angenommen. Dieser hatte auch schon die beiden anderen Bourgeon Serien „Reisende im Wind" und „Gefährten der Dämmerung" veröffentlicht und bringt nun mit „Cyann" die dritte Reihe. Für mich ist es das erste Zusammentreffen mit Cyann, da ich die Carlsen Bände bisher nur vom Sehen kannte. Bourgeon und Lacroix haben es aber recht schnell geschafft, mich in ihrer Geschichte zu fesseln, auch wenn der Einstieg nicht gerade leicht gefallen ist. Die Story ist zu Beginn ein wenig verwirrend, man findet aber schnell einen Zugang und versteht auch so nach und nach, wie das Leben auf Olh geregelt ist. Maßgeblich tragen hierzu die Zeichnungen von Bourgeon bei, der mit seiner Detailverliebtheit dem fremden Planeten Leben einhaucht.

Wie auch schon bei den vorherigen Serien von Bourgeon wird auch bei „Cyann" wieder Wert auf eine sehr hohe Qualität gelegt. Leider ist diesen Alben kein Druck beigelegt worden, wie man es noch von „Reisende im Wind" oder auch dem letzten Band von „Gefährten der Dämmerung" kennt. Dafür hat Bourgeon aber seine Archive geöffnet und man kann einige Skizzen bestaunen, die er z.B. für Charakterstudien genutzt hat, oder aber auch um sich die Landschaft besser vorstellen zu können. Mit Cyann kann man eigentlich nichts falsch machen. Eine gehobene Science Fiction Story, die im Splitter Verlag nun auch endlich abgeschlossen wird. Der Preis ist meines Erachtens auch in Ordnung, da man dafür auch recht viel Comic in wirklich hervorragender Qualität erhält. Ich persönlich bin gespannt, wie es im zweiten Band der Serie „Sechs Monde auf ilO" weitergehen wird.

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Cyann - Tochter der Sterne 01. Der sterbende Planet

Buch Information

Autor: François Bourgeon
Erscheinungsdatum: 2012-11-22
Verlag: Splitter
Unverbindliche Preisempfehlung: EUR 26,80

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