DVD Kritiken
DVD Kritik: Stockholm Ost
Von Karsten Kloß 26. Nov 2012, 22:33

Als Johan auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit ein Kind überfährt, bricht für den Mittvierziger eine Welt zusammen, denn tragischerweise erliegt das kleine Mädchen Tove kurz darauf ihren Verletzungen. Überwältigt von Schuldgefühlen, stürzt Johan in eine Depression und wird arbeitsunfähig. Auch Anna, die Mutter des verunglückten Kindes, kann das schreckliche Geschehen nicht verwinden und flüchtet in eine Traumwelt, in der ihre Tochter noch am Leben ist. Durch Zufall begegnen sich ...mehr
Nachdem Johan (Mikael Persbrandt) auf seinem Weg zur Arbeit die neunjährige Tove überfahren hat und diese kurz darauf im Krankenhaus an ihren Verletzungen stirbt, bricht für ihn die Welt zusammen und er stürzt in eine tiefe Depression. Auch Anna (Ibe Hjejle) Toves Mutter kann den Tod ihrer Tochter nicht überwinden und das trotz der Hilfe eines Psychologen. Nachdem mehr als ein Jahr vergangen ist, treffen sich die beiden zufällig am Stockholmer Ostbahnhof. Anna weiß nicht wer Johan ist. Umgekehrt weiß Johan aber, wer Anna ist, da er sie im Krankenhaus nach dem Unfall gesehen hat und damals schon eine gewisse Anziehung zu der Frau gespürt hat. Die beiden kommen ins Gespräch und treffen sich auch bei Anna zu Hause. Dort spielt sie Johan vor, dass ihre Tochter noch leben würde. Johan lässt sie gewähren und erhofft sich dadurch für sie beide Hilfe. Anna würde den Weg zurück in ihr normales Leben finden, während Johan sich aus seiner Depression retten kann. Die beiden verlieben sich ineinander und beginnen eine Affäre. Diese geht auch so lange gut, bis Annas Mann die beiden erwischt und Anna erklärt, wer der Mann ist, mit dem sie auf dem Sofa sitzt. Das Netz der Lügen zerreißt und beide landen wieder dort, wo sie zu Beginn ihrer Affäre gestanden haben…

Das Drama „Stockholm Ost" zeigt in erschütternden Bildern, wie ein kurzer Moment im Leben alles verändern kann. Dieser Film zeigt aber nicht nur das Leid der Menschen, die jemanden durch einen Unfall verloren haben, sondern spiegelt auch das Leid des Unfallfahrers wieder, der seit dem Unfall damit leben muss. Natürlich empfindet er nicht den Verlust, den die Mutter und der Vater des getöteten Kindes erleben, aber er muss trotzdem mit seinen Schuldgefühlen klarkommen und auch mit der Tatsache, dass er ein kleines Mädchen überfahren hat. In langen Bildeinstellungen und einer langsamen Erzählweise wird in „Stockholm Ost" über das Leben der beiden Figuren berichtet, die durch einen Zufall zusammenfinden und sich gegenseitig aus ihrer eigenen Lethargie befreien.

Seit seiner Rolle als Dozent für Recht in der Serie „Verdict Revised" sehe ich Mikael Persbrandt als Schauspieler sehr gerne. Auch die Dänin Iben Hjejle mag ich seit ihrer Rolle als Mille in „Old Men in New Cars". So konnte ich der Verlockung dieses Films einfach nicht wiederstehen, auch wenn es nicht wirklich meine Art von Geschichte / Genre ist. Als der Film dann aber lief, bin ich doch nachdenklich geworden und habe überlegt wie ich mich in so einer Situation verhalten würde. Die Antwort war, dass ich es nicht wüsste. Der Film hat ich im Prinzip von der ersten Minute gefesselt, hatte aber durch den langsamen Aufbau seine Längen. Das Ende war dann für mich wiederum sehr überraschend, da ich mit so einem Ausgang nach dem Wendepunkt des Films nicht gerechnet hatte. Was relativ Schade an der DVD ist, ist die Tatsache, dass nur der Film enthalten ist und es kein Bonusmaterial gibt.
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